Naltrexon 50 mg bei Alkoholabhängigkeit
Naltrexon 50 mg ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel aus der Gruppe der Opioid-Antagonisten. Es wird bei Erwachsenen als Bestandteil eines umfassenden Behandlungsprogramms zur Unterstützung der Abstinenz bei Alkoholabhängigkeit eingesetzt.
Naltrexon kann außerdem bei bereits entgifteten Patienten mit früherer Opioidabhängigkeit eingesetzt werden. Vor Beginn der Behandlung muss sicher ausgeschlossen sein, dass noch Opioide eingenommen werden beziehungsweise im Körper vorhanden sind.
Naltrexon 50 mg auf einen Blick
- 50 mg Naltrexon pro Filmtablette
- Unterstützung der Abstinenz bei Alkoholabhängigkeit
- Kann nach abgeschlossener Opioidentgiftung eingesetzt werden
- Blockiert Opioidrezeptoren
- Enthält selbst kein Opioid
- Übliche Dosierung bei Alkoholabhängigkeit: 50 mg einmal täglich
- Verschreibungspflichtig
Packungsgrößen und Verfügbarkeit
Naltrexon 50 mg wird von verschiedenen Herstellern angeboten. Welche Packungsgröße verfügbar ist, hängt vom konkret verordneten Präparat und der aktuellen Lieferfähigkeit ab.
Naltrexon ist verschreibungspflichtig. Preis, Packungsgröße und mögliche Zuzahlung richten sich nach dem tatsächlich abgegebenen Arzneimittel.
Verfügbarkeit prüfen
Die Abgabe von Naltrexon 50 mg erfolgt gegen gültige ärztliche Verordnung.
Naltrexon 50 mg – Packungsgrößen und Preis
| Präparat | Wirkstärke | Preis |
|---|---|---|
| Naltrexon Filmtabletten | 50 mg / 10 Filmtabletten | €69.99 |
| Naltrexon Filmtabletten | 50 mg / 20 Filmtabletten | €111.99 |
| Naltrexon Filmtabletten | 50 mg / 30 Filmtabletten | €150.99 |
| Naltrexon Filmtabletten | 50 mg / 60 Filmtabletten | €271.99 |
Naltrexon 50 mg wird in Deutschland von verschiedenen Herstellern angeboten. Packungsgrößen, Preise und Lieferfähigkeit können je nach Präparat variieren. Naltrexon ist verschreibungspflichtig.
Verfügbarkeit prüfen
Die Abgabe von Naltrexon 50 mg erfolgt gegen ärztliche Verordnung. Wir können die aktuelle Verfügbarkeit eines entsprechenden Präparats prüfen.
Wofür wird Naltrexon 50 mg eingesetzt?
Bei Alkoholabhängigkeit wird Naltrexon als Teil eines umfassenden Therapieprogramms eingesetzt. Ziel ist es, die Abstinenz zu unterstützen und das Rückfallrisiko zu reduzieren.
Naltrexon ersetzt dabei keine psychosoziale oder psychotherapeutische Behandlung. Der Wirkstoff ist als medikamentöser Bestandteil eines strukturierten Behandlungskonzepts gedacht.
Darüber hinaus kann Naltrexon nach abgeschlossener Entgiftung bei früherer Opioidabhängigkeit eingesetzt werden, um die Wirkung erneut eingenommener Opioide zu blockieren.
Wie wirkt Naltrexon?
Naltrexon blockiert Opioidrezeptoren, ohne sie selbst wie klassische Opioide zu aktivieren. Dadurch können die Wirkungen von Opioiden deutlich abgeschwächt oder blockiert werden.
Bei Alkoholabhängigkeit kann die Beeinflussung des körpereigenen Opioidsystems dazu beitragen, den belohnenden Effekt des Alkoholkonsums zu reduzieren.
Den Wirkmechanismus bei Alkoholabhängigkeit erklären wir ausführlicher im Beitrag Naltrexon gegen Alkohol – wie wirkt es?.
Naltrexon 50 mg – Einnahme und Dosierung
Bei Alkoholabhängigkeit beträgt die übliche Dosierung 50 mg Naltrexon einmal täglich. Die Tablette wird mit Flüssigkeit eingenommen.
Die Behandlung sollte von einer Ärztin oder einem Arzt eingeleitet und überwacht werden, der Erfahrung mit der Therapie von Abhängigkeitserkrankungen
hat.
Wie lange wird Naltrexon eingenommen?
Die Therapiedauer ist nicht für alle Patienten gleich. Sie richtet sich nach Behandlungserfolg, Rückfallrisiko, Verträglichkeit und dem individuellen Therapiekonzept.
Mehr zur Dauer der Behandlung lesen Sie im Beitrag Wie lange nimmt man Naltrexon bei Alkoholabhängigkeit?.
Wie lange muss man vor Naltrexon opioidfrei sein?
Vor Beginn der Behandlung muss eine ausreichend lange opioidfreie Phase eingehalten werden. Wird Naltrexon zu früh nach einer Opioideinnahme begonnen, kann ein schwerer akuter Entzug ausgelöst werden.
Je nach zuvor verwendetem Opioid kann die notwendige opioidfreie Zeit unterschiedlich sein. Vor Therapiebeginn können eine Urinuntersuchung oder ein ärztlich durchgeführter Naloxon-Test erforderlich sein.
Naltrexon und Opioide – warum ist die Kombination problematisch?
Da Naltrexon Opioidrezeptoren blockiert, können opioidbasierte Schmerzmittel während der Behandlung deutlich schlechter oder gar nicht wirken.
Dazu gehören beispielsweise:
- Morphin
- Oxycodon
- Fentanyl
- Codein
- Tramadol
- Methadon
- Buprenorphin
- weitere opioidhaltige Schmerz- oder Hustenmittel
Operationen und starke Schmerzen
Ärzte, Zahnärzte und anderes medizinisches Personal müssen darüber informiert werden, dass Naltrexon eingenommen wird, bevor eine Operation oder eine Behandlung starker Schmerzen geplant wird.
Dadurch kann rechtzeitig eine geeignete Schmerztherapie geplant werden.
Risiko einer Opioidüberdosierung nach Absetzen
Während längerer Opioidabstinenz kann die zuvor bestehende Opioidtoleranz deutlich abnehmen.
Nach dem Ende einer Naltrexon-Behandlung kann deshalb eine Opioiddosis, die früher vertragen wurde, plötzlich zu einer schweren Überdosierung führen.
Naltrexon und Leber
Naltrexon wird in der Leber verstoffwechselt. Deshalb muss die Leberfunktion vor und während der Behandlung berücksichtigt werden.
Bei akuter Hepatitis oder schwerer Leberfunktionsstörung darf Naltrexon nicht angewendet werden.
Bei Anzeichen einer möglichen Leberstörung wie Gelbfärbung von Haut oder Augen, ungewöhnlich dunklem Urin, ausgeprägter Müdigkeit oder starken Beschwerden im rechten Oberbauch sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Welche Nebenwirkungen kann Naltrexon 50 mg haben?
Wie jedes Arzneimittel kann auch Naltrexon Nebenwirkungen verursachen. Nicht jeder Patient ist davon betroffen.
Mögliche Beschwerden können sein
- Übelkeit
- Bauchschmerzen oder Bauchkrämpfe
- Erbrechen
- Kopfschmerzen
- Schlafstörungen
- Unruhe oder Nervosität
- Schwindel
- Müdigkeit
- Muskel- oder Gelenkbeschwerden
Bei starken, ungewöhnlichen oder anhaltenden Beschwerden sollte die weitere Behandlung ärztlich überprüft werden.
Gegenanzeigen und wichtige Warnhinweise
Naltrexon darf unter anderem nicht angewendet werden bei
- aktueller Einnahme opioidbasierter Arzneimittel,
- bestehender Opioidabhängigkeit ohne abgeschlossene Entgiftung,
- akuten Opioidentzugssymptomen,
- positivem Opioidnachweis vor Therapiebeginn,
- Behandlung mit Opioidagonisten wie Methadon,
- akuter Hepatitis,
- schwerer Leberfunktionsstörung,
- schwerer Nierenfunktionsstörung,
- Überempfindlichkeit gegen Naltrexon oder Bestandteile des jeweiligen Präparats.
Vor neuen Arzneimitteln immer auf Naltrexon hinweisen
Patienten sollten Ärzte, Zahnärzte und Apotheker darüber informieren, dass sie Naltrexon einnehmen. Das gilt besonders vor der Verordnung von Schmerzmitteln oder anderen möglicherweise opioidhaltigen Präparaten.
Naltrexon oder Acamprosat?
Naltrexon und Acamprosat werden bei Alkoholabhängigkeit mit unterschiedlichen therapeutischen Schwerpunkten eingesetzt. Welche Behandlung geeigneter ist, hängt unter anderem vom Therapieziel, möglichen Begleiterkrankungen sowie von Leber- und Nierenfunktion ab.
Die Unterschiede erklären wir ausführlich im Beitrag Acamprosat oder Naltrexon – was ist der Unterschied?.
Zusätzliche Informationen
| Produktbezeichnung | Naltrexon 50 mg |
|---|---|
| Wirkstoff | Naltrexon beziehungsweise Naltrexonhydrochlorid |
| Wirkstärke | 50 mg |
| Arzneimittelgruppe | Opioid-Antagonist |
| Darreichungsform | Filmtablette |
| Anwendungsgebiet | Unterstützung der Abstinenz bei Alkoholabhängigkeit |
| Übliche Dosierung | 50 mg einmal täglich |
| Opioide während der Behandlung | Nicht anwenden |
| Abgabestatus | Verschreibungspflichtig |
Diese Produktbeschreibung ersetzt weder die ärztliche Untersuchung noch die aktuelle Gebrauchsinformation. Die Behandlung einer Alkohol- oder Opioidabhängigkeit sollte durch entsprechend erfahrene medizinische Fachkräfte begleitet werden.
Häufige Fragen zu Naltrexon 50 mg
Wie wird Naltrexon bei Alkoholabhängigkeit dosiert?
Die übliche Dosierung beträgt 50 mg einmal täglich. Maßgeblich sind jedoch die ärztliche Verordnung und die Fachinformation des jeweiligen Präparats.
Darf man während einer Naltrexon-Behandlung Opioide einnehmen?
Nein. Naltrexon blockiert Opioidrezeptoren und kann die Wirkung opioidbasierter Arzneimittel verhindern. Die Kombination kann außerdem bei opioidabhängigen Patienten einen schweren Entzug auslösen.
Kann Naltrexon die Leber belasten?
Die Leberfunktion muss während der Behandlung berücksichtigt werden. Bei akuter Hepatitis oder schwerer Leberfunktionsstörung darf Naltrexon nicht angewendet werden.
Macht Naltrexon abhängig?
Naltrexon ist ein Opioid-Antagonist und verursacht selbst keine typische körperliche Opioidabhängigkeit.
Die Angaben dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine persönliche ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Naltrexon ist verschreibungspflichtig. Beachten Sie immer die Packungsbeilage des konkret abgegebenen Arzneimittels.


