Sertralin 50 mg / 100 mg – SSRI bei Depressionen und Angststörungen
Sertralin 50 mg und 100 mg sind verschreibungspflichtige Antidepressiva aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Sertralin wird bei Erwachsenen unter anderem zur Behandlung von Depressionen, Zwangsstörungen, Panikstörungen, sozialer Angststörung und posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) eingesetzt.
Bei Depressionen und Zwangsstörungen beträgt die übliche Anfangsdosis 50 mg einmal täglich. Je nach Anwendungsgebiet, Wirkung und Verträglichkeit kann die Dosierung ärztlich angepasst werden.
Sertralin auf einen Blick
- 50 mg und 100 mg Sertralin pro Filmtablette
- SSRI-Antidepressivum
- 50 mg sind bei Depressionen und Zwangsstörungen die übliche Anfangsdosis
- Bei bestimmten Angststörungen wird häufig mit 25 mg begonnen
- Dosissteigerungen erfolgen schrittweise
- Maximale Tagesdosis bei Erwachsenen: 200 mg
- Einnahme einmal täglich morgens oder abends
- Einnahme unabhängig von Mahlzeiten möglich
Packungsgrößen und Verfügbarkeit
Sertralin wird in Deutschland von verschiedenen Herstellern angeboten. Wirkstärken, Packungsgrößen, Hilfsstoffe und Lieferfähigkeit können sich je nach konkret verordnetem Präparat unterscheiden.
Sertralin ist verschreibungspflichtig. Preis, Packungsgröße und mögliche Zuzahlung richten sich nach dem tatsächlich verordneten und abgegebenen Arzneimittel.
Verfügbarkeit prüfen
Sertralin 50 mg und 100 mg werden gegen gültige ärztliche Verordnung abgegeben.
Wofür wird Sertralin eingesetzt?
Sertralin besitzt mehrere zugelassene psychiatrische Anwendungsgebiete. Die geeignete Anfangsdosis hängt dabei von der behandelten Erkrankung ab.
| Anwendungsgebiet | Typischer Therapiebeginn bei Erwachsenen |
|---|---|
| Major Depression | 50 mg einmal täglich |
| Zwangsstörung | 50 mg einmal täglich |
| Panikstörung | 25 mg täglich, nach einer Woche meist 50 mg |
| Soziale Angststörung | 25 mg täglich, nach einer Woche meist 50 mg |
| Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) | 25 mg täglich, nach einer Woche meist 50 mg |
Wie wirkt Sertralin?
Sertralin hemmt hauptsächlich die Wiederaufnahme des Botenstoffs Serotonin in Nervenzellen. Dadurch erhöht sich dessen Verfügbarkeit an bestimmten Signalstellen im zentralen Nervensystem.
Serotonin ist an verschiedenen Funktionen beteiligt, darunter Stimmung, Angstverarbeitung und emotionale Regulation. Die erhöhte Serotoninverfügbarkeit führt jedoch nicht unmittelbar nach der ersten Tablette zu einer vollständigen therapeutischen Wirkung.
Sertralin 50 mg / 100 mg – Einnahme und Dosierung
Bei Depressionen und Zwangsstörungen
Die Behandlung wird bei Erwachsenen normalerweise mit 50 mg einmal täglich begonnen.
Wenn 50 mg nach ausreichender Behandlungsdauer nicht ausreichend wirken und gut vertragen werden, kann die Dosis ärztlich schrittweise erhöht werden.
Bei Panikstörung, PTBS und sozialer Angststörung
Hier beginnt die Behandlung häufig mit 25 mg einmal täglich. Nach einer Woche wird die Dosis üblicherweise auf 50 mg einmal täglich erhöht.
Der niedrigere Beginn kann dazu beitragen, unerwünschte Wirkungen während der frühen Behandlungsphase zu reduzieren.
Wie wird von 50 mg auf 100 mg erhöht?
Bei unzureichendem Ansprechen kann die Dosis in Schritten von 50 mg erhöht werden. Zwischen zwei Dosisänderungen sollte ein Abstand von mindestens einer Woche liegen.
Was ist die maximale Sertralin-Dosis?
Die maximale empfohlene Tagesdosis für Erwachsene beträgt 200 mg Sertralin. Eine höhere Dosis sollte nicht eigenständig eingenommen werden.
Sertralin 50 mg oder 100 mg – was ist der Unterschied?
| Merkmal | Sertralin 50 mg | Sertralin 100 mg |
|---|---|---|
| Wirkstoff | Sertralin | Sertralin |
| Wirkstoffmenge | 50 mg | 100 mg |
| Typische Einordnung | Häufige Anfangsdosis bei Depressionen und Zwangsstörungen | Höhere Dosis bei unzureichender Wirkung |
| Einnahme | Einmal täglich | Einmal täglich |
| Wirkmechanismus | SSRI | SSRI |
| Nebenwirkungen | Können auftreten | Dosisabhängige Beschwerden können ausgeprägter sein |
100 mg sind nicht automatisch besser oder wirksamer als 50 mg. Entscheidend ist die niedrigste Dosis, mit der eine ausreichende Wirkung bei akzeptabler Verträglichkeit erreicht wird.
Wann beginnt Sertralin zu wirken?
Die therapeutische Wirkung entwickelt sich schrittweise über mehrere Wochen. Bei Depressionen können erste Veränderungen früher wahrgenommen werden, während eine ausreichende Wirkung bei Angst- oder Zwangsstörungen ebenfalls mehr Zeit benötigen kann.
Eine fehlende deutliche Besserung nach wenigen Tagen bedeutet deshalb nicht, dass Sertralin grundsätzlich nicht wirkt.
Morgens oder abends – wann sollte man Sertralin einnehmen?
Sertralin wird einmal täglich eingenommen und kann morgens oder abends angewendet werden.
Der Zeitpunkt kann an die individuelle Verträglichkeit angepasst werden. Manche Patienten empfinden Sertralin eher als aktivierend, während andere Müdigkeit oder Schläfrigkeit bemerken.
Mit oder ohne Essen?
Sertralin kann mit oder ohne Mahlzeit eingenommen werden. Wichtig ist vor allem eine regelmäßige Einnahme entsprechend der ärztlichen Verordnung.
Welche Nebenwirkungen kann Sertralin haben?
Wie jedes Arzneimittel kann auch Sertralin Nebenwirkungen verursachen. Nicht jeder Patient entwickelt Beschwerden, und einige Nebenwirkungen können besonders zu Beginn der Behandlung stärker ausgeprägt sein.
Mögliche häufige Beschwerden sind unter anderem
- Übelkeit
- Durchfall
- Kopfschmerzen
- Schlaflosigkeit
- Schläfrigkeit oder Müdigkeit
- Schwindel
- Trockener Mund
- sexuelle Funktionsstörungen
Sexuelle Nebenwirkungen wie vermindertes sexuelles Verlangen, Ejakulationsstörungen oder Orgasmusstörungen können unter SSRI auftreten. Die Behandlung sollte deshalb nicht eigenständig verändert werden.
Warnhinweise und Gegenanzeigen
Sertralin darf unter anderem nicht angewendet werden bei
- Überempfindlichkeit gegen Sertralin oder Bestandteile des jeweiligen Präparats,
- gleichzeitiger Anwendung bestimmter irreversibler MAO-Hemmer,
- gleichzeitiger Behandlung mit Pimozid.
Besondere Vorsicht ist erforderlich bei
- Epilepsie oder früheren Krampfanfällen,
- bipolaren Erkrankungen oder früheren manischen Episoden,
- Leberfunktionsstörungen,
- erhöhtem Blutungsrisiko,
- niedrigen Natriumwerten,
- bestimmten Herzrhythmusstörungen,
- gleichzeitiger Anwendung anderer serotonerger Arzneimittel.
Serotonin-Syndrom
Bei Kombination mit anderen serotonergen Substanzen kann in seltenen Fällen ein Serotonin-Syndrom auftreten. Mögliche Symptome sind starke Unruhe, Verwirrtheit, Zittern, Muskelzuckungen, Fieber und Kreislaufveränderungen.
Suizidgedanken und psychische Veränderungen zu Beginn der Behandlung
Antidepressiva benötigen Zeit, bis ihre therapeutische Wirkung ausreichend beurteilt werden kann. Insbesondere zu Beginn der Behandlung oder nach Dosisänderungen muss auf eine deutliche psychische Verschlechterung geachtet
werden.
Wichtige Wechselwirkungen
Sertralin kann mit verschiedenen Arzneimitteln interagieren. Dazu gehören unter anderem:
- MAO-Hemmer,
- Pimozid,
- andere serotonerge Antidepressiva,
- Tramadol und andere serotonerg wirksame Arzneimittel,
- Triptane,
- Lithium,
- Johanniskraut,
- Warfarin und andere gerinnungshemmende Arzneimittel,
- NSAR und Acetylsalicylsäure.
Informieren Sie Arzt oder Apotheke über alle regelmäßig und gelegentlich
eingenommenen Arzneimittel.
Kann man Sertralin einfach absetzen?
Sertralin sollte normalerweise nicht abrupt beendet werden. Ein plötzliches Absetzen kann sogenannte Absetzsymptome verursachen.
Dazu können beispielsweise Schwindel, Schlafstörungen, Unruhe, Kopfschmerzen, Übelkeit oder ungewöhnliche Empfindungen gehören.
Bei Beendigung der Therapie wird die Dosis deshalb üblicherweise schrittweise reduziert. Geschwindigkeit und Dauer des Ausschleichens werden individuell festgelegt.
Zusätzliche Informationen
| Produktbezeichnung | Sertralin 50 mg / 100 mg |
|---|---|
| Wirkstoff | Sertralin beziehungsweise Sertralinhydrochlorid |
| Wirkstärken | 50 mg und 100 mg |
| Arzneimittelgruppe | Selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) |
| Darreichungsform | Filmtabletten |
| Anwendungsgebiete | Major Depression, Zwangsstörung, Panikstörung, soziale Angststörung und PTBS |
| Übliche Anfangsdosis bei Depressionen | 50 mg einmal täglich |
| Dosissteigerung | In 50-mg-Schritten mit mindestens einer Woche Abstand |
| Maximale Tagesdosis bei Erwachsenen | 200 mg |
| Einnahme | Einmal täglich morgens oder abends |
| Nahrung | Mit oder ohne Mahlzeit möglich |
| Abgabestatus | Verschreibungspflichtig |
Zusammensetzung, Tablettenform, Teilbarkeit und Hilfsstoffe können sich je nach Hersteller unterscheiden. Maßgeblich sind die ärztliche Verordnung und die Packungsbeilage des tatsächlich abgegebenen Sertralin-Präparats.
Verwandte Informationen
Häufige Fragen zu Sertralin 50 mg / 100 mg
Ist Sertralin 50 mg die übliche Anfangsdosis?
Bei Depressionen und Zwangsstörungen beträgt die übliche Anfangsdosis für Erwachsene 50 mg einmal täglich. Bei Panikstörung, PTBS und sozialer Angststörung wird häufig zunächst mit 25 mg begonnen.
Wann können Sertralin 100 mg eingesetzt werden?
100 mg können ärztlich eingesetzt werden, wenn eine niedrigere Dosis nicht ausreichend wirkt und die Behandlung gut vertragen wird.
Wie schnell darf Sertralin erhöht werden?
Dosisänderungen erfolgen in Schritten von 50 mg. Zwischen zwei Änderungen sollte mindestens eine Woche liegen.
Kann Sertralin plötzlich abgesetzt werden?
Ein abruptes Absetzen sollte vermieden werden. Die Dosis wird üblicherweise schrittweise reduziert, wobei das konkrete Vorgehen individuell festgelegt
wird.
Die Angaben dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine persönliche ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Sertralin ist verschreibungspflichtig. Beachten Sie immer die Packungsbeilage des tatsächlich abgegebenen Arzneimittels.




