Gesund altern statt Anti-Aging
Älterwerden ist ein natürlicher Teil des Lebens. Es lässt sich nicht aufhalten und muss auch nicht als Krankheit betrachtet werden.
Gleichzeitig können Lebensstil, Vorsorge und eine sichere medizinische Behandlung erheblich dazu beitragen, Gesundheit, Beweglichkeit, Selbstständigkeit und Lebensqualität möglichst lange zu erhalten.
In der Kapellen-Apotheke in Mömbris verstehen wir unter gesundem Altern deshalb nicht das Versprechen, biologisches Altern durch bestimmte Produkte „rückgängig“ zu machen.
Für uns stehen Maßnahmen im Vordergrund, deren Nutzen wissenschaftlich nachvollziehbar ist: regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf, Rauchverzicht, Impfungen, Vorsorge und eine sichere Arzneimitteltherapie.
Was bedeutet gesundes Altern?
Gesund älter zu werden bedeutet nicht, bis ins hohe Alter vollständig beschwerdefrei zu bleiben.
Wichtiger ist, körperliche und geistige Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten und bestehende Erkrankungen so gut wie möglich zu behandeln.
Dazu gehören beispielsweise:
- Mobilität und Muskelkraft erhalten,
- Stürze vermeiden,
- ausreichend essen und trinken,
- Herz-Kreislauf-Risikofaktoren behandeln,
- geistig und sozial aktiv bleiben,
- Sehen und Hören regelmäßig überprüfen lassen,
- Medikamente sicher anwenden,
- empfohlene Impfungen wahrnehmen.
Kann man das Altern aufhalten?
Nein. Bis heute gibt es keine medizinisch anerkannte Behandlung, die den natürlichen Alterungsprozess des Menschen vollständig stoppen oder zuverlässig umkehren kann.
Zahlreiche Produkte werden dennoch mit Begriffen wie „Anti-Aging“, „Longevity“, „Zellverjüngung“ oder „Detox“ beworben.
Solche Begriffe sind keine Garantie dafür, dass eine gesundheitliche Wirkung wissenschaftlich nachgewiesen wurde.
Sinnvoller ist deshalb die Frage: Welche Maßnahmen senken tatsächlich Krankheitsrisiken und helfen, körperliche und geistige Funktionen zu erhalten?
Bewegung gehört zu den wichtigsten Maßnahmen
Regelmäßige körperliche Aktivität gehört zu den wirksamsten Möglichkeiten, Gesundheit und Selbstständigkeit auch im höheren Lebensalter zu unterstützen.
Bewegung kann unter anderem helfen:
- Muskulatur und Kraft zu erhalten,
- Gleichgewicht und Koordination zu verbessern,
- Knochen und Gelenke zu unterstützen,
- Herz und Kreislauf zu trainieren,
- das Risiko für Stürze zu reduzieren,
- psychisches Wohlbefinden zu fördern.
Auch Menschen, die bisher wenig aktiv waren, können profitieren, wenn sie ihre Bewegung schrittweise steigern.
Wie viel Bewegung ist im Alter sinnvoll?
Für Menschen ab 65 Jahren gelten grundsätzlich ähnliche Empfehlungen wie für jüngere Erwachsene.
Als Orientierung gelten mindestens 150 Minuten mäßig anstrengende Bewegung pro Woche oder entsprechend weniger intensive körperliche Aktivität.
Zusätzlich sind Übungen zum Erhalt von Muskelkraft sinnvoll.
Bei eingeschränkter Mobilität können außerdem gezielte Gleichgewichtsübungen helfen, das Sturzrisiko zu reduzieren.
Entscheidend ist nicht, sportliche Höchstleistungen zu erreichen. Auch regelmäßiges:
- Spazierengehen,
- Treppensteigen,
- Radfahren,
- Schwimmen,
- Gymnastik oder angepasstes Krafttraining
kann einen wichtigen Beitrag leisten.
Sturzangst sollte nicht zu Bewegungsmangel führen
Nach einem Sturz entwickeln manche ältere Menschen Angst davor, erneut zu fallen.
Weniger Bewegung ist jedoch häufig keine gute Lösung. Wer körperlich immer inaktiver wird, verliert Muskelkraft und Gleichgewicht und kann dadurch das Sturzrisiko sogar weiter erhöhen.
Sinnvoller ist es, mögliche Ursachen für Stürze gezielt zu untersuchen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Muskelschwäche,
- Sehprobleme,
- ungeeignetes Schuhwerk,
- Stolperfallen in der Wohnung,
- Schwindel,
- bestimmte Medikamente.
Weitere Informationen finden Sie unter Orthopädie und Unfallmedizin .
Muskelmasse wird im Alter wichtiger
Mit zunehmendem Alter kann Muskelmasse verloren gehen. Dieser Prozess kann durch Bewegungsmangel zusätzlich beschleunigt werden.
Regelmäßiges Krafttraining und eine ausreichende Eiweißversorgung helfen dabei, Muskelmasse und körperliche Funktion zu erhalten.
Für gesunde Menschen ab 65 Jahren gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung einen Schätzwert von etwa 1,0 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht und Tag an.
Bei bestimmten Erkrankungen, beispielsweise schweren Nierenerkrankungen, können jedoch andere Ernährungsempfehlungen gelten.
Ernährung im Alter: weniger Energie, weiterhin viele Nährstoffe
Mit zunehmendem Alter sinkt häufig der Energiebedarf. Der Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und anderen wichtigen Nährstoffen sinkt jedoch nicht im gleichen Maß.
Dadurch gewinnt eine nährstoffreiche Ernährung an Bedeutung.
Sinnvoll sind beispielsweise:
- Gemüse und Obst,
- Vollkornprodukte,
- Hülsenfrüchte,
- Nüsse,
- geeignete Milchprodukte,
- Fisch und andere Proteinquellen entsprechend der persönlichen Ernährung.
Ernährung sollte dabei immer an individuelle Bedürfnisse, Kau- und Schluckfähigkeit sowie bestehende Erkrankungen angepasst werden.
Mangelernährung im Alter nicht unterschätzen
Nicht nur Übergewicht kann gesundheitlich problematisch sein. Auch Unter- und Mangelernährung kommen im höheren Alter vor.
Mögliche Ursachen sind:
- geringer Appetit,
- verändertes Geschmacks- und Geruchsempfinden,
- Zahnprobleme,
- Kau- oder Schluckbeschwerden,
- Depression oder Demenz,
- bestimmte Medikamente,
- soziale Isolation.
Ungewollter deutlicher Gewichtsverlust im höheren Lebensalter sollte deshalb medizinisch abgeklärt werden.
Ausreichend trinken
Das Durstgefühl kann im Alter nachlassen. Dadurch besteht insbesondere bei Hitze, Fieber oder Durchfall ein erhöhtes Risiko für Flüssigkeitsmangel.
Typische Hinweise auf eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr können sein:
- trockener Mund,
- Schwäche,
- Schwindel,
- Verwirrtheit,
- deutlich weniger Urin.
Manche Erkrankungen, insbesondere schwere Herz- oder Nierenerkrankungen, können allerdings eine individuell festgelegte Trinkmenge erforderlich machen.
Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel: nicht automatisch notwendig
Mit zunehmendem Alter steigt das Angebot an sogenannten Anti-Aging-Präparaten, Vitaminmischungen und Nahrungsergänzungsmitteln.
Eine pauschale Einnahme vieler hoch dosierter Präparate ist jedoch nicht automatisch sinnvoll.
Nahrungsergänzung sollte vorzugsweise dort erfolgen, wo ein tatsächlicher Bedarf oder ein konkretes Risiko besteht.
Das gilt beispielsweise bei bestimmten Mangelzuständen oder medizinisch begründeten Ernährungssituationen.
Vitamin D im Alter
Vitamin D ist unter anderem für Knochen und Muskelstoffwechsel wichtig.
Ältere Menschen können ein erhöhtes Risiko für eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung haben, insbesondere wenn sie sich nur wenig im Freien aufhalten.
Ob eine Supplementierung notwendig und welche Dosierung geeignet ist, sollte individuell beurteilt werden.
Sehr hoch dosierte Vitamin-D-Präparate sollten nicht ohne medizinischen Grund langfristig eingenommen werden.
Vitamin B12
Auch die Versorgung mit Vitamin B12 kann im höheren Alter relevant werden.
Aufnahmeprobleme im Magen-Darm-Trakt oder bestimmte Medikamente können die Versorgung beeinflussen.
Bei einem begründeten Verdacht lässt sich die Situation durch geeignete Laboruntersuchungen beurteilen.
Weitere Informationen finden Sie unter Laborwerte A–Z.
Medikamente im Alter besonders sorgfältig prüfen
Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, mehrere Erkrankungen gleichzeitig zu behandeln.
Damit nimmt häufig auch die Zahl der täglich verwendeten Arzneimittel zu.
Dies wird als Polypharmazie beziehungsweise Multimedikation bezeichnet.
Mehrere Medikamente können medizinisch notwendig sein. Gleichzeitig steigt damit das Risiko für:
- Wechselwirkungen,
- Doppelmedikation,
- Nebenwirkungen,
- Dosierungsfehler,
- Probleme bei der regelmäßigen Einnahme.
Auch rezeptfreie Medikamente zählen
Bei einer Überprüfung der Medikation sollten nicht nur ärztlich verordnete Arzneimittel berücksichtigt werden.
Dazu gehören auch:
- rezeptfreie Schmerzmittel,
- Abführmittel,
- Schlafmittel,
- pflanzliche Präparate,
- Nahrungsergänzungsmittel.
Auch diese Produkte können Neben- und Wechselwirkungen verursachen.
Nierenfunktion verändert die Arzneimitteltherapie
Die Nierenfunktion kann im höheren Alter abnehmen.
Viele Medikamente werden teilweise oder überwiegend über die Nieren ausgeschieden.
Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann daher bei bestimmten Wirkstoffen eine Anpassung der Dosierung erforderlich sein.
Weitere Informationen finden Sie unter Nieren und Harnwege .
Medikamente können das Sturzrisiko beeinflussen
Bestimmte Arzneimittel können Schwindel, Müdigkeit oder Blutdruckabfälle verursachen und dadurch das Risiko für Stürze erhöhen.
Dazu können beispielsweise bestimmte:
- Schlaf- und Beruhigungsmittel,
- Blutdruckmedikamente,
- Psychopharmaka,
- starke Schmerzmittel
beitragen.
Das bedeutet nicht, dass solche Medikamente grundsätzlich ungeeignet sind. Bei wiederholten Stürzen oder neu aufgetretenem Schwindel sollte jedoch auch die Medikation überprüft werden.
Medikamente niemals allein wegen des Alters absetzen
Ein Medikament wird nicht automatisch unnötig, nur weil ein Mensch älter wird.
Umgekehrt sollte eine Therapie aber auch nicht ohne regelmäßige Überprüfung über viele Jahre unverändert fortgeführt werden.
Veränderungen sollten gemeinsam mit Ärztin, Arzt oder Apotheke besprochen werden.
Arzneimittel sollten insbesondere bei chronischen Erkrankungen nicht eigenständig abgesetzt werden.
Herz und Gefäße gesund halten
Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören zu den wichtigsten Erkrankungen im höheren Lebensalter.
Beeinflussbare Risikofaktoren sollten deshalb konsequent behandelt werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- Bluthochdruck,
- Diabetes,
- erhöhte Blutfette,
- Rauchen,
- Bewegungsmangel.
Weitere Informationen finden Sie unter Herz, Gefäße und Kreislauf .
Rauchen aufhören lohnt sich in jedem Alter
Ein Rauchstopp ist nicht nur in jungen Jahren sinnvoll.
Auch nach jahrzehntelangem Rauchen kann ein Rauchstopp gesundheitliche Vorteile bringen und das Risiko für zahlreiche Erkrankungen reduzieren.
Unterstützung finden Sie auch in unserer Kategorie Raucherentwöhnung.
Schlaf verändert sich im Alter
Mit zunehmendem Alter verändert sich häufig die Schlafstruktur. Tiefschlafphasen können kürzer werden und nächtliches Erwachen häufiger auftreten.
Nicht jede Veränderung des Schlafs ist deshalb automatisch eine Schlafstörung.
Hilfreich können sein:
- regelmäßige Schlaf- und Aufstehzeiten,
- Bewegung am Tag,
- Tageslicht,
- weniger Alkohol,
- ein ruhiges Schlafumfeld.
Länger anhaltende Schlafprobleme sollten jedoch untersucht werden, insbesondere bevor dauerhaft Schlafmittel eingesetzt werden.
Schlafmittel im Alter besonders vorsichtig einsetzen
Manche Schlaf- und Beruhigungsmittel können im höheren Lebensalter stärker beziehungsweise länger wirken.
Dadurch können beispielsweise Tagesmüdigkeit, Verwirrtheit und Stürze begünstigt werden.
Eine längerfristige Einnahme sollte deshalb regelmäßig überprüft werden.
Geistig aktiv und sozial verbunden bleiben
Gesundheit im Alter betrifft nicht nur den Körper.
Soziale Kontakte, Interessen und geistige Aktivität können wesentlich zur Lebensqualität beitragen.
Sinnvoll können beispielsweise sein:
- Freundschaften und Familienkontakte pflegen,
- Vereine und Gruppen besuchen,
- lesen und lernen,
- Musik oder kreative Tätigkeiten,
- ehrenamtliches Engagement.
Vergesslichkeit ist nicht automatisch Demenz
Gelegentlich einen Namen oder einen Termin zu vergessen, kommt in jedem Alter vor.
Wenn Gedächtnisprobleme jedoch zunehmend den Alltag beeinflussen, sollte eine medizinische Abklärung erfolgen.
Warnzeichen können beispielsweise sein:
- häufiges Wiederholen derselben Fragen,
- Orientierungsprobleme in vertrauter Umgebung,
- Probleme bei bisher selbstständig erledigten Aufgaben,
- deutliche Veränderungen von Verhalten oder Persönlichkeit.
Auch Depressionen, Medikamente, Schlafprobleme oder körperliche Erkrankungen können Gedächtnis und Konzentration beeinflussen.
Psychische Gesundheit im Alter
Depressionen und Angststörungen können auch im höheren Lebensalter auftreten.
Rückzug, Schlafprobleme, Antriebslosigkeit oder viele körperliche Beschwerden sollten nicht automatisch als normale Folge des Alters betrachtet werden.
Psychische Erkrankungen sind auch im höheren Alter behandelbar.
Weitere Informationen finden Sie unter Psychische Erkrankungen .
Sehen und Hören regelmäßig überprüfen
Sehen und Hören verändern sich häufig im Laufe des Lebens.
Eine Verschlechterung kann die Selbstständigkeit, Kommunikation und Sturzsicherheit beeinflussen.
Viele Erkrankungen lassen sich heute behandeln oder in ihrem Verlauf beeinflussen, wenn sie rechtzeitig erkannt werden.
Weitere Informationen finden Sie unter Augen.
Blasenschwäche muss nicht einfach hingenommen werden
Harninkontinenz tritt mit zunehmendem Lebensalter häufiger auf, ist aber keine unvermeidliche normale Alterserscheinung.
Je nach Ursache können beispielsweise Beckenbodentraining, Veränderungen bestimmter Gewohnheiten oder medizinische Behandlungen helfen.
Beschwerden sollten deshalb nicht ausschließlich mit Einlagen versorgt, sondern bei entsprechender Belastung auch medizinisch abgeklärt werden.
Impfungen im höheren Lebensalter
Mit zunehmendem Alter verändert sich auch die Leistungsfähigkeit des Immunsystems.
Impfungen können deshalb einen wichtigen Beitrag zum Schutz vor schweren Infektionskrankheiten leisten.
Die STIKO empfiehlt Menschen ab 60 Jahren je nach aktueller Empfehlung unter anderem Impfungen gegen:
- Influenza,
- Pneumokokken,
- Herpes Zoster (Gürtelrose),
- COVID-19.
Für bestimmte ältere Menschen kann darüber hinaus eine RSV-Impfung empfohlen sein.
Da Impfempfehlungen regelmäßig aktualisiert werden, sollte der Impfstatus anhand der aktuellen STIKO-Empfehlungen geprüft werden.
Hitze kann im Alter schneller gefährlich werden
Ältere Menschen sind bei hohen Temperaturen besonders gefährdet, unter Flüssigkeitsmangel und Kreislaufproblemen zu leiden.
Das liegt unter anderem daran, dass das Durstgefühl schwächer sein kann und manche Medikamente den Flüssigkeitshaushalt beeinflussen.
Bei Hitze sind insbesondere wichtig:
- ausreichendes Trinken entsprechend der individuellen medizinischen Situation,
- Räume möglichst kühl halten,
- körperliche Belastung auf kühlere Tageszeiten verlegen,
- auf Warnzeichen wie Schwäche, Schwindel oder Verwirrtheit achten.
Anti-Aging-Hormone und andere Verjüngungsversprechen
Hormone wie Wachstumshormon, Testosteron oder andere Wirkstoffe werden teilweise als sogenannte Anti-Aging-Therapie beworben.
Ohne eine tatsächliche medizinische Indikation können solche Behandlungen jedoch erhebliche Nebenwirkungen und Risiken verursachen.
Eine Hormontherapie sollte deshalb ausschließlich bei einer medizinisch nachvollziehbaren Diagnose und unter ärztlicher Kontrolle erfolgen.
„Detox“ und Entgiftung
Der menschliche Körper verfügt mit Leber, Nieren, Lunge und Darm über hochwirksame Systeme zur Verarbeitung und Ausscheidung zahlreicher Stoffwechselprodukte.
Für kommerzielle Detox-Kuren, die angeblich das Altern verlangsamen oder den Körper regelmäßig „entgiften“, gibt es in der Regel keine belastbaren Nachweise für einen solchen Anti-Aging-Effekt.
Was ist mit sogenannten Longevity-Supplements?
Substanzen wie NAD+-Vorstufen, Resveratrol und zahlreiche andere Nahrungsergänzungsmittel werden zunehmend als „Longevity“-Produkte vermarktet.
Interessante Ergebnisse aus Zell- oder Tierstudien bedeuten jedoch nicht automatisch, dass ein Präparat nachweislich die gesunde Lebenszeit von Menschen verlängert.
Vor einer längerfristigen Einnahme sollte insbesondere geprüft werden:
- ob ein belegter Nutzen für Menschen besteht,
- welche Dosierung untersucht wurde,
- welche Nebenwirkungen bekannt sind,
- ob Wechselwirkungen mit Medikamenten möglich sind.
Anti-Aging-Kosmetik
Hautpflege kann trockene Haut verbessern und konsequenter Sonnenschutz kann UV-bedingten Hautschäden vorbeugen.
Kosmetische Produkte können jedoch den natürlichen Alterungsprozess des gesamten Körpers nicht stoppen.
Bei Hautpflege sind realistische Erwartungen sinnvoller als Versprechen einer dauerhaften „Verjüngung“.
Weitere Informationen finden Sie unter Haut, Haare und Nägel .
Welche Maßnahmen haben wirklich Priorität?
Wer gesund älter werden möchte, benötigt normalerweise kein kompliziertes Anti-Aging-Programm.
Die wichtigsten Maßnahmen sind deutlich weniger spektakulär, dafür aber medizinisch wesentlich besser begründet:
- regelmäßig bewegen,
- Muskelkraft erhalten,
- ausgewogen und ausreichend essen,
- genügend trinken,
- nicht rauchen,
- Alkohol möglichst begrenzen,
- Blutdruck, Diabetes und andere Erkrankungen gut behandeln,
- Medikamente regelmäßig überprüfen lassen,
- Impfungen und Vorsorge wahrnehmen,
- soziale Kontakte und geistige Aktivität pflegen.
Kapellen-Apotheke: Gesundheit und Medikamente im Alter
Gerade bei mehreren gleichzeitig verwendeten Arzneimitteln kann eine pharmazeutische Beratung einen wichtigen Beitrag zur Arzneimitteltherapiesicherheit leisten.
In der Kapellen-Apotheke in Mömbris unterstützen wir Sie unter anderem bei Fragen zu:
- korrekter Einnahme von Medikamenten,
- möglichen Wechselwirkungen,
- rezeptfreien Arzneimitteln zusätzlich zur Dauermedikation,
- Nahrungsergänzungsmitteln,
- Dosierungs- und Einnahmezeitpunkten,
- Arzneimitteln, die Schwindel oder Sturzrisiken beeinflussen können.
Arzneimittel sollten jedoch nicht eigenständig verändert oder abgesetzt werden. Bei Bedarf arbeiten ärztliche und pharmazeutische Betreuung zusammen.
Gesund im Alter bedeutet nicht „für immer jung“
Der Anspruch, das Altern vollständig verhindern zu wollen, führt häufig zu unrealistischen Erwartungen.
Ein sinnvolleres Ziel ist: möglichst lange gesund, beweglich, selbstständig und sozial aktiv zu bleiben.
Wissenschaftlich geprüfte Prävention und eine gute medizinische Versorgung sind dafür wesentlich verlässlicher als vermeintliche Anti-Aging-Wundermittel.
Häufige Fragen zu Aging und Anti-Aging
Kann man den Alterungsprozess stoppen?
Nein. Es gibt derzeit keine medizinisch anerkannte Methode, die den natürlichen Alterungsprozess vollständig stoppt. Lebensstil und Behandlung von Risikofaktoren können jedoch wesentlich beeinflussen, wie gesund und selbstständig Menschen älter werden.
Was ist die wichtigste Anti-Aging-Maßnahme?
Eine einzelne Maßnahme gibt es nicht. Besonders gut belegt sind jedoch regelmäßige körperliche Aktivität, Rauchverzicht, eine ausgewogene Ernährung sowie die Behandlung von Bluthochdruck, Diabetes und anderen Risikofaktoren.
Wie viel Bewegung brauchen ältere Menschen?
Als Orientierung gelten auch für Menschen ab 65 Jahren mindestens 150 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche. Zusätzlich sind Muskel- und bei eingeschränkter Mobilität Gleichgewichtsübungen sinnvoll.
Brauchen ältere Menschen mehr Eiweiß?
Für gesunde Erwachsene ab 65 Jahren gibt die DGE einen Schätzwert von etwa 1,0 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht und Tag an. Bei bestimmten Erkrankungen können individuelle Empfehlungen erforderlich sein.
Sind Anti-Aging-Vitamine sinnvoll?
Nicht pauschal. Bei einem nachgewiesenen oder wahrscheinlichen Mangel kann eine gezielte Supplementierung sinnvoll sein. Eine Kombination vieler hoch dosierter Vitamine verlängert jedoch nicht nachweislich automatisch das Leben.
Welche Impfungen sind ab 60 besonders wichtig?
Die STIKO empfiehlt für Menschen ab 60 Jahren je nach aktueller Situation unter anderem Impfungen gegen Grippe, Pneumokokken, Gürtelrose und COVID-19. Für bestimmte Alters- und Risikogruppen bestehen weitere Empfehlungen.
Warum sollten Medikamente im Alter regelmäßig überprüft werden?
Mit zunehmender Zahl von Medikamenten steigt das Risiko für Wechselwirkungen und Nebenwirkungen. Außerdem können sich Nierenfunktion, Begleiterkrankungen und Therapieziele im Laufe der Zeit verändern.
Kann Bewegung im Alter noch etwas verändern?
Ja. Auch ein später Beginn körperlicher Aktivität kann Muskelkraft, Gleichgewicht, Beweglichkeit und allgemeine Leistungsfähigkeit verbessern.
Verlässliche medizinische Informationen
Bei Informationen zum gesunden Altern orientieren wir uns bevorzugt an offiziellen deutschen Gesundheitsinformationen und wissenschaftlich fundierten Ernährungsempfehlungen.
- gesund.bund.de – Gesund im Alter
- gesund.bund.de – Stürze bei älteren Menschen
- gesund.bund.de – Impfungen im höheren Lebensalter
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung – Ernährung älterer Menschen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung – Protein im Alter
Weitere medizinische Informationen finden Sie auch unter Erkrankungen im Alter.
Bei Fragen zu Arzneimitteln oder deren Verfügbarkeit können Sie unsere Kontaktseite nutzen.
Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen gesundheitlichen Orientierung und ersetzen keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder individuelle Behandlung. Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel sollten bei chronischen Erkrankungen und bestehender Dauermedikation individuell geprüft werden.
