Herz, Gefäße & Kreislauf: Erkrankungen & Symptome

Herz, Gefäße und Kreislauf

Das Herz-Kreislauf-System versorgt den gesamten Körper mit Sauerstoff und Nährstoffen. Das Herz pumpt Blut durch Arterien, Venen und feinste Gefäße und stellt damit sicher, dass Organe, Muskeln und Gewebe zuverlässig versorgt werden.

Erkrankungen von Herz und Gefäßen gehören zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen. Dazu zählen unter anderem Bluthochdruck, Arteriosklerose, koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen und Thrombosen. Einige dieser Erkrankungen entwickeln sich über Jahre und verursachen zunächst kaum Beschwerden.

Wie funktioniert das Herz-Kreislauf-System?

Das Herz ist ein Muskel, der das Blut kontinuierlich durch den Körper pumpt. Dabei unterscheidet man vereinfacht zwei Kreisläufe:

  • den Lungenkreislauf, in dem das Blut Sauerstoff aufnimmt,
  • den Körperkreislauf, der Organe und Gewebe mit sauerstoffreichem Blut versorgt.

Arterien transportieren Blut vom Herzen weg, während Venen es wieder zum Herzen zurückführen. Die kleinsten Blutgefäße, die Kapillaren, ermöglichen schließlich den Austausch von Sauerstoff, Nährstoffen und Stoffwechselprodukten mit dem Gewebe.

Welche Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind häufig?

Herz und Gefäße können von sehr unterschiedlichen Erkrankungen betroffen sein. Zu den wichtigsten gehören:

  • Bluthochdruck (Hypertonie),
  • Arteriosklerose,
  • koronare Herzkrankheit (KHK),
  • Herzinfarkt,
  • Herzinsuffizienz beziehungsweise Herzschwäche,
  • Herzrhythmusstörungen,
  • Erkrankungen der Herzklappen,
  • tiefe Venenthrombose,
  • periphere arterielle Verschlusskrankheit.

Viele dieser Erkrankungen hängen miteinander zusammen. Dauerhaft erhöhter Blutdruck kann beispielsweise Blutgefäße und Herz belasten und das Risiko für weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.

Bluthochdruck: häufig und lange unbemerkt

Bluthochdruck zählt zu den häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das Problem besteht darin, dass ein dauerhaft erhöhter Blutdruck häufig keine eindeutigen Beschwerden verursacht.

Viele Betroffene fühlen sich völlig gesund. Gleichzeitig belastet ein über Jahre erhöhter Blutdruck jedoch die Gefäßwände und das Herz.

Langfristig kann dadurch unter anderem das Risiko für:

  • Herzinfarkt,
  • Schlaganfall,
  • Herzschwäche,
  • Nierenschäden

steigen.

Was bedeuten systolischer und diastolischer Blutdruck?

Bei jeder Blutdruckmessung werden zwei Werte angegeben.

Der systolische Wert beschreibt den Druck in den Gefäßen, wenn sich das Herz zusammenzieht und Blut in den Kreislauf pumpt.

Der diastolische Wert zeigt den Druck an, während sich der Herzmuskel zwischen zwei Herzschlägen entspannt.

Einzelne erhöhte Werte reichen noch nicht aus, um Bluthochdruck sicher zu diagnostizieren. Häufig sind mehrere Messungen oder eine 24-Stunden-Messung erforderlich.

Welche Faktoren erhöhen das Herz-Kreislauf-Risiko?

Einige Risikofaktoren lassen sich beeinflussen, andere nicht.

Zu wichtigen beeinflussbaren Faktoren gehören:

  • Rauchen,
  • Bluthochdruck,
  • erhöhte LDL-Cholesterinwerte,
  • Diabetes mellitus,
  • Übergewicht,
  • Bewegungsmangel,
  • übermäßiger Alkoholkonsum.

Auch Alter, genetische Veranlagung und familiäre Vorbelastung können das Risiko beeinflussen.

Besonders häufig treten mehrere Risikofaktoren gemeinsam auf. Weitere Informationen zu Blutzucker, Cholesterin und metabolischem Syndrom finden Sie deshalb auch unter Stoffwechsel.

Arteriosklerose – wenn sich Arterien verändern

Bei einer Arteriosklerose verändern sich die Wände der Arterien. Es entstehen Ablagerungen, sogenannte Plaques, wodurch Gefäße enger und weniger elastisch werden können.

Dadurch wird die Durchblutung zunehmend beeinträchtigt. Arteriosklerose ist eine wichtige Grundlage verschiedener Herz-Kreislauf-Erkrankungen und kann unter anderem Herzkranzgefäße, Hirnarterien oder Gefäße der Beine betreffen.

Welche Rolle spielt Cholesterin?

Cholesterin ist ein lebenswichtiger Bestandteil des Körpers. Problematisch kann insbesondere ein dauerhaft erhöhtes LDL-Cholesterin werden.

LDL-Cholesterin kann die Entstehung arteriosklerotischer Gefäßveränderungen begünstigen. Für die Beurteilung des individuellen Risikos werden jedoch nicht nur Cholesterinwerte betrachtet, sondern auch Faktoren wie Blutdruck, Diabetes, Rauchen und bestehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Koronare Herzkrankheit

Bei einer koronaren Herzkrankheit (KHK) sind die Herzkranzgefäße verengt. Diese Gefäße versorgen den Herzmuskel selbst mit Sauerstoff.

Reicht die Durchblutung insbesondere bei körperlicher Belastung nicht mehr aus, kann eine sogenannte Angina pectoris entstehen.

Typische Beschwerden bei einer koronaren Herzkrankheit

Mögliche Symptome sind:

  • Druck oder Schmerzen im Brustkorb,
  • Engegefühl in der Brust,
  • Atemnot,
  • verminderte körperliche Belastbarkeit,
  • gelegentlich Übelkeit oder Unwohlsein.

Beschwerden treten häufig zunächst bei körperlicher Belastung auf und bessern sich in Ruhe.

Herzinfarkt: Jede Minute zählt

Ein Herzinfarkt entsteht meist, wenn ein Herzkranzgefäß plötzlich verschlossen wird. Ein Teil des Herzmuskels erhält dadurch nicht mehr ausreichend Sauerstoff und kann dauerhaft geschädigt werden.

Welche Symptome können auf einen Herzinfarkt hinweisen?

Mögliche Warnzeichen sind:

  • starke oder anhaltende Schmerzen beziehungsweise Druckgefühl im Brustkorb,
  • Ausstrahlung in Arm, Schulter, Rücken, Hals oder Kiefer,
  • Atemnot,
  • kalter Schweiß,
  • Übelkeit oder Erbrechen,
  • starke Schwäche oder Angstgefühl.

Die Beschwerden können von Person zu Person unterschiedlich sein. Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt sollte sofort der Rettungsdienst verständigt werden.

Herzschwäche

Bei einer Herzinsuffizienz kann das Herz den Körper nicht mehr ausreichend mit Blut versorgen. Eine Herzschwäche kann sich langsam entwickeln oder plötzlich auftreten.

Häufig entsteht sie als Folge anderer Erkrankungen, beispielsweise einer koronaren Herzkrankheit, eines Herzinfarkts oder langjährig erhöhten Blutdrucks.

Welche Beschwerden verursacht eine Herzschwäche?

Typische mögliche Symptome sind:

  • Atemnot bei Belastung,
  • abnehmende körperliche Leistungsfähigkeit,
  • schnelle Erschöpfung,
  • Wassereinlagerungen in Beinen oder Knöcheln,
  • Gewichtszunahme durch Flüssigkeitseinlagerungen.

Mit zunehmender Erkrankung können Beschwerden auch bei geringer Belastung oder in Ruhe auftreten.

Herzrhythmusstörungen

Normalerweise schlägt das Herz in einem regelmäßigen Rhythmus. Bei Herzrhythmusstörungen kann es zu einem zu schnellen, zu langsamen oder unregelmäßigen Herzschlag kommen.

Manche Rhythmusstörungen sind harmlos, andere erfordern eine medizinische Behandlung.

Mögliche Beschwerden sind:

  • Herzklopfen,
  • Herzrasen,
  • Herzstolpern,
  • Schwindel,
  • Kurzatmigkeit,
  • verminderte Belastbarkeit,
  • in ausgeprägten Fällen Bewusstlosigkeit.

Vorhofflimmern

Vorhofflimmern gehört zu den häufigsten anhaltenden Herzrhythmusstörungen. Dabei schlagen die Vorhöfe des Herzens unregelmäßig.

Einige Betroffene bemerken deutliches Herzrasen oder Herzstolpern, während andere kaum Beschwerden haben.

Wichtig ist insbesondere das erhöhte Risiko für Blutgerinnsel. Diese können beispielsweise einen Schlaganfall verursachen. Je nach individuellem Risiko können deshalb gerinnungshemmende Medikamente notwendig sein.

Thrombose

Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel in einem Blutgefäß. Besonders häufig treten tiefe Venenthrombosen in den Beinen auf.

Mögliche Anzeichen sind:

  • einseitige Schwellung eines Beines,
  • Spannungs- oder Druckgefühl,
  • Schmerzen,
  • Überwärmung oder Rötung der Haut.

Löst sich ein Teil des Gerinnsels und gelangt in die Lunge, kann eine Lungenembolie entstehen. Plötzliche Atemnot, Brustschmerzen oder Kreislaufprobleme sind deshalb Warnzeichen, die sofort medizinisch abgeklärt werden müssen.

Herz und Nieren beeinflussen sich gegenseitig

Herz-Kreislauf-System und Nieren sind eng miteinander verbunden. Die Nieren sind unter anderem an der Regulation des Blutdrucks beteiligt.

Gleichzeitig kann langjähriger Bluthochdruck die Nierengefäße schädigen. Umgekehrt können bestimmte Nierenerkrankungen den Blutdruck erhöhen.

Weitere Informationen finden Sie unter Nieren und Harnwege .

Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Diabetes mellitus kann langfristig Blutgefäße schädigen und damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.

Besonders relevant ist daher die gemeinsame Kontrolle von:

  • Blutzucker,
  • Blutdruck,
  • Cholesterin,
  • Körpergewicht.

Weitere Informationen rund um Diabetes finden Sie in unserer Kategorie Diabetiker.

Wie werden Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersucht?

Welche Untersuchungen sinnvoll sind, hängt von den Beschwerden und Risikofaktoren ab.

Häufig eingesetzt werden beispielsweise:

  • Blutdruckmessung,
  • körperliche Untersuchung,
  • Elektrokardiogramm (EKG),
  • Langzeit-EKG,
  • Ultraschall des Herzens,
  • Belastungsuntersuchungen,
  • Blutuntersuchungen,
  • Untersuchungen der Blutgefäße.

Laborwerte wie Cholesterin, Blutzucker und Nierenwerte können zusätzlich dabei helfen, das individuelle Herz-Kreislauf-Risiko einzuschätzen.

Erklärungen zu vielen Laborparametern finden Sie auch unter Laborwerte A–Z.

Wie werden Herz-Kreislauf-Erkrankungen behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Erkrankung und dem persönlichen Risiko.

Je nach Diagnose können unter anderem eingesetzt werden:

  • blutdrucksenkende Medikamente,
  • cholesterinsenkende Arzneimittel,
  • Medikamente zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen,
  • Gerinnungshemmer,
  • Medikamente bei Herzinsuffizienz,
  • operative oder interventionelle Verfahren.

Gleichzeitig sind bei vielen Herz-Kreislauf-Erkrankungen Lebensstilmaßnahmen ein wichtiger Bestandteil der Therapie.

Was kann man selbst für Herz und Gefäße tun?

Nicht alle Herz-Kreislauf-Erkrankungen lassen sich verhindern. Einige Risikofaktoren können jedoch deutlich beeinflusst werden.

Hilfreich sind insbesondere:

  • regelmäßige körperliche Bewegung,
  • eine ausgewogene Ernährung,
  • Rauchverzicht,
  • Gewichtsreduktion bei Übergewicht,
  • maßvoller Alkoholkonsum,
  • Kontrolle von Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin.

Auch die Behandlung bereits bestehender Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck trägt wesentlich dazu bei, Folgeerkrankungen zu vermeiden.

Medikamente können Herz und Kreislauf beeinflussen

Zahlreiche Arzneimittel wirken direkt auf Herz, Blutdruck oder Gefäße. Gleichzeitig können auch Medikamente, die ursprünglich für andere Erkrankungen eingesetzt werden, Herzfrequenz oder Blutdruck beeinflussen.

Beispielsweise kann der Wirkstoff Salbutamol bei manchen Menschen Herzklopfen oder einen beschleunigten Puls verursachen. Bei schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Herzrhythmusstörungen sollte die Anwendung entsprechend ärztlich abgestimmt werden.

Informationen hierzu finden Sie beispielsweise auf unserer Seite zum Ventolin Inhalator mit Salbutamol .

Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Potenz

Auch die Erektionsfähigkeit hängt wesentlich von einer guten Durchblutung ab. Deshalb können Gefäßerkrankungen, Bluthochdruck und Diabetes zu Erektionsproblemen beitragen.

Wiederkehrende Erektionsstörungen sollten daher nicht ausschließlich als sexuelles Problem betrachtet werden, sondern können Anlass sein, auch Herz-Kreislauf-Risikofaktoren zu überprüfen.

Mehr dazu finden Sie in den Bereichen Männerkrankheiten und Sexualmedizin.

Wann sollte man Herz-Kreislauf-Beschwerden ärztlich abklären?

Eine medizinische Untersuchung ist unter anderem sinnvoll bei:

  • wiederkehrendem Herzrasen oder Herzstolpern,
  • ungeklärter Atemnot,
  • deutlich abnehmender körperlicher Belastbarkeit,
  • wiederholt erhöhten Blutdruckwerten,
  • neu auftretenden Wassereinlagerungen an den Beinen,
  • Brustbeschwerden bei körperlicher Belastung.

Wann ist sofortige medizinische Hilfe erforderlich?

Einige Beschwerden können auf einen akuten Herz-Kreislauf-Notfall hinweisen. Dazu gehören insbesondere:

  • starke oder anhaltende Brustschmerzen,
  • plötzlich auftretende schwere Atemnot,
  • Bewusstlosigkeit,
  • plötzlich auftretende Lähmungen oder Sprachstörungen,
  • Atemnot und Brustschmerz bei möglicher Thrombose.

In solchen Situationen sollte keine Zeit mit Selbstbehandlung verloren werden. Es ist sofort medizinische Hilfe erforderlich.

Häufige Fragen zu Herz, Gefäßen und Kreislauf

Was gehört zum Herz-Kreislauf-System?

Zum Herz-Kreislauf-System gehören das Herz und sämtliche Blutgefäße. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass Blut, Sauerstoff und Nährstoffe im Körper verteilt werden.

Welche Herz-Kreislauf-Erkrankung ist besonders häufig?

Bluthochdruck gehört zu den häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Er verursacht häufig lange Zeit keine Beschwerden und wird daher teilweise erst bei einer Blutdruckmessung entdeckt.

Was sind typische Symptome einer Herzerkrankung?

Je nach Erkrankung können unter anderem Brustschmerzen, Atemnot, Herzrasen, Herzstolpern, Schwindel, verminderte Leistungsfähigkeit oder Wassereinlagerungen auftreten.

Was schädigt die Blutgefäße?

Zu wichtigen Risikofaktoren gehören Rauchen, Bluthochdruck, erhöhte LDL-Cholesterinwerte, Diabetes, Bewegungsmangel und Übergewicht.

Wie erkennt man einen Herzinfarkt?

Typische Warnzeichen sind starke oder anhaltende Brustschmerzen beziehungsweise ein ausgeprägtes Druckgefühl, Atemnot, kalter Schweiß, Übelkeit und eine mögliche Ausstrahlung der Schmerzen in Arm, Rücken, Hals oder Kiefer.

Kann Bluthochdruck die Nieren schädigen?

Ja. Dauerhaft erhöhter Blutdruck kann die kleinen Blutgefäße der Nieren belasten und langfristig zur Einschränkung der Nierenfunktion beitragen.

Warum hängen Erektionsstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammen?

Eine Erektion ist von einer ausreichenden Durchblutung abhängig. Gefäßveränderungen, Bluthochdruck und Diabetes können deshalb sowohl das Herz-Kreislauf-System als auch die Erektionsfähigkeit beeinflussen.

In der Kapellen-Apotheke in Mömbris beraten wir Sie gerne zu Arzneimitteln, deren richtiger Anwendung sowie möglichen Neben- und Wechselwirkungen.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen gesundheitlichen Orientierung und ersetzen keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder individuelle Behandlung. Bei Verdacht auf einen akuten Herzinfarkt, Schlaganfall oder eine andere schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung ist sofortige medizinische Hilfe erforderlich.