Männerkrankheiten: Prostata, Potenz & Männergesundheit

Männerkrankheiten

Männergesundheit umfasst weit mehr als Erkrankungen der Geschlechtsorgane. Beschwerden der Prostata, Harnwege, Hoden, Sexualfunktion und des Hormonhaushalts können Männer in unterschiedlichen Lebensphasen betreffen. Viele Veränderungen sind gut behandelbar – wichtig ist jedoch, Beschwerden nicht aus Scham oder Unsicherheit über längere Zeit zu ignorieren.

Gerade Probleme beim Wasserlassen, anhaltende Erektionsstörungen, Schmerzen oder Veränderungen an den Hoden sollten ernst genommen werden. Häufig sind die Ursachen harmlos oder gut behandelbar, manche Symptome können jedoch auch auf Erkrankungen hinweisen, die medizinisch abgeklärt werden sollten.

Welche Männerkrankheiten sind häufig?

Einige Erkrankungen und Beschwerden treten ausschließlich oder besonders häufig bei Männern auf. Dazu gehören unter anderem:

  • gutartige Vergrößerung der Prostata,
  • Prostatakrebs,
  • Entzündungen der Prostata,
  • Erektionsstörungen,
  • Störungen der Ejakulation,
  • Erkrankungen und Veränderungen der Hoden,
  • hormonelle Störungen,
  • Beschwerden der Harnwege.

Manche dieser Erkrankungen entwickeln sich langsam und bleiben zunächst unbemerkt. Deshalb spielen neben der Behandlung bestehender Beschwerden auch Früherkennung und regelmäßige ärztliche Kontrollen eine wichtige Rolle.

Die Prostata – ein zentrales Thema der Männergesundheit

Die Prostata ist eine Drüse des männlichen Fortpflanzungssystems. Sie liegt unterhalb der Harnblase und umschließt einen Teil der Harnröhre. Im Laufe des Lebens kann sich die Prostata verändern und insbesondere mit zunehmendem Alter größer werden.

Eine Vergrößerung bedeutet nicht automatisch, dass eine Krebserkrankung vorliegt. Häufig handelt es sich um eine gutartige Prostatavergrößerung, auch benignes Prostatasyndrom beziehungsweise benigne Prostatahyperplasie genannt.

Typische Beschwerden bei vergrößerter Prostata

Eine gutartige Prostatavergrößerung kann die Harnröhre einengen und dadurch das Wasserlassen beeinträchtigen. Typische Beschwerden sind:

  • häufiger Harndrang,
  • nächtliches Wasserlassen,
  • schwächer werdender Harnstrahl,
  • verzögerter Beginn des Wasserlassens,
  • Nachtröpfeln,
  • das Gefühl, dass die Blase nicht vollständig entleert ist.

Eine gutartige Prostatavergrößerung tritt vor allem bei älteren Männern auf. Die Stärke der Beschwerden hängt dabei nicht zwingend davon ab, wie stark die Prostata tatsächlich vergrößert ist.

Gutartige Prostatavergrößerung oder Prostatakrebs?

Eine gutartige Prostatavergrößerung ist kein Prostatakrebs. Beide Erkrankungen können jedoch ähnliche Beschwerden beim Wasserlassen verursachen. Zudem verursacht Prostatakrebs in frühen Stadien häufig überhaupt keine typischen Symptome.

Beschwerden wie häufiges Wasserlassen oder ein schwacher Harnstrahl lassen daher allein keine sichere Aussage über die Ursache zu. Bestehen Veränderungen über längere Zeit, sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen.

Weitere Informationen zum Zusammenspiel von Prostata und Sexualfunktion finden Sie auch in unserem Beitrag Ist Tadalafil gut für die Prostata? .

Wann sollte die Prostata untersucht werden?

Ärztlicher Rat ist insbesondere sinnvoll, wenn Beschwerden beim Wasserlassen neu auftreten, sich verstärken oder über mehrere Wochen bestehen.

Auch folgende Beschwerden sollten abgeklärt werden:

  • Blut im Urin oder in der Samenflüssigkeit,
  • Schmerzen beim Wasserlassen,
  • Schmerzen im Becken- oder Genitalbereich,
  • plötzliche Probleme, die Blase zu entleeren,
  • ungeklärte Gewichtsabnahme oder länger bestehende Knochenschmerzen.

Kann trotz starkem Harndrang plötzlich gar kein Urin mehr abgegeben werden, handelt es sich um einen akuten Harnverhalt. Dieser muss zeitnah medizinisch behandelt werden.

Erektionsstörungen gehören ebenfalls zur Männergesundheit

Eine gelegentlich nicht ausreichend feste Erektion ist zunächst nichts Ungewöhnliches. Stress, Müdigkeit, Alkohol oder psychische Belastungen können die Erektionsfähigkeit vorübergehend beeinflussen.

Treten Erektionsprobleme jedoch wiederholt oder über längere Zeit auf, spricht man häufig von einer erektilen Dysfunktion. Dabei kann eine Erektion nicht ausreichend aufgebaut oder lange genug aufrechterhalten werden, um einen befriedigenden Geschlechtsverkehr zu ermöglichen.

Welche Ursachen können Erektionsprobleme haben?

Erektionsstörungen können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Dazu gehören beispielsweise:

  • Gefäßerkrankungen und Durchblutungsstörungen,
  • Bluthochdruck,
  • Diabetes mellitus,
  • neurologische Erkrankungen,
  • hormonelle Veränderungen,
  • Nebenwirkungen bestimmter Arzneimittel,
  • Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum,
  • Stress, Angst und Leistungsdruck.

Besonders wichtig ist, anhaltende Erektionsprobleme nicht ausschließlich als sexuelles Problem zu betrachten. Sie können in manchen Fällen mit Gefäß- oder Stoffwechselerkrankungen zusammenhängen.

Eine ausführlichere Einordnung finden Sie in unserem Bereich Sexualmedizin.

Medikamente gegen Erektionsstörungen

Bei bestimmten Formen der erektilen Dysfunktion können sogenannte PDE-5-Hemmer eingesetzt werden. Zu dieser Wirkstoffgruppe gehören unter anderem Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil.

Diese Wirkstoffe unterstützen die körperlichen Voraussetzungen für eine Erektion, wenn sexuelle Erregung vorhanden ist. Sie steigern jedoch nicht automatisch die Libido und lösen ohne sexuelle Stimulation normalerweise keine Erektion aus.

Weitere Informationen finden Sie beispielsweise auf den Seiten zu Tadalafil 5 mg, Tadalafil 10 mg, Sildenafil 50 mg, Sildenafil 100 mg und Vardenafil 20 mg.

Einen Überblick finden Sie außerdem in unserer Kategorie Potenzmittel.

PDE-5-Hemmer sind nicht für jeden geeignet

Diese Medikamente dürfen unter anderem nicht zusammen mit nitrathaltigen Arzneimitteln gegen Angina pectoris beziehungsweise bestimmten NO-Donatoren eingenommen werden. Die Kombination kann zu einem gefährlichen Blutdruckabfall führen.

Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, niedrigem Blutdruck oder anderen relevanten Vorerkrankungen sollte deshalb vor der Anwendung geklärt werden, ob das jeweilige Präparat geeignet ist.

Beschwerden und Veränderungen der Hoden

Auch Veränderungen an den Hoden gehören zu den wichtigen Themen der Männergesundheit. Dazu können Schmerzen, Schwellungen, Entzündungen oder neu tastbare Verhärtungen gehören.

Viele Veränderungen sind gutartig. Dennoch sollten neu auftretende Knoten, Verhärtungen oder eine anhaltende Vergrößerung ärztlich untersucht werden.

Plötzliche starke Hodenschmerzen sind ein Warnsignal

Treten plötzlich starke Schmerzen in einem Hoden auf, insbesondere zusammen mit Schwellung, Übelkeit oder einer auffälligen Lage des Hodens, sollte umgehend medizinische Hilfe gesucht werden. Eine mögliche Hodentorsion muss schnell behandelt werden, um dauerhafte Schäden zu vermeiden.

Testosteron und männlicher Hormonhaushalt

Testosteron beeinflusst unter anderem Sexualfunktion, Muskelmasse, Knochenstoffwechsel und die Bildung roter Blutkörperchen. Der Testosteronspiegel kann sich im Laufe des Lebens verändern.

Beschwerden wie Müdigkeit, Leistungsabfall oder verminderte Libido bedeuten jedoch nicht automatisch, dass ein Testosteronmangel vorliegt. Diese Symptome können viele unterschiedliche Ursachen haben.

Ein tatsächlicher Hormonmangel sollte deshalb nicht anhand einzelner Symptome vermutet, sondern durch ärztliche Untersuchung und geeignete Laborwerte abgeklärt werden.

Männergesundheit und Herz-Kreislauf-System

Viele typische Männerbeschwerden stehen mit der allgemeinen Gesundheit in Verbindung. Besonders bei Erektionsstörungen spielen Blutgefäße und Durchblutung eine zentrale Rolle.

Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette und Diabetes können sowohl das Herz-Kreislauf-System als auch die Erektionsfähigkeit beeinflussen.

Informationen zu diesen Themen finden Sie auch in den Bereichen Herz, Gefäße & Kreislauf und Stoffwechsel.

Probleme beim Wasserlassen sind nicht immer die Prostata

Häufiger Harndrang, Schmerzen oder Veränderungen des Harnstrahls können verschiedene Ursachen haben. Neben Veränderungen der Prostata kommen beispielsweise Erkrankungen der Blase oder Harnwege infrage.

Deshalb sollten länger bestehende oder ausgeprägte Beschwerden nicht ausschließlich einer vermeintlich vergrößerten Prostata zugeschrieben werden.

Mehr zu diesem Themengebiet finden Sie unter Nieren und Harnwege.

Warum Männer Beschwerden nicht aufschieben sollten

Manche Männer gehen erst dann zum Arzt, wenn Beschwerden den Alltag bereits stark beeinträchtigen. Gerade bei Erkrankungen der Prostata, Hoden oder bei anhaltenden Erektionsproblemen kann eine frühere Abklärung jedoch sinnvoll sein.

Medizinische Untersuchungen dienen nicht nur dazu, schwere Erkrankungen zu erkennen. Häufig können sie auch Entwarnung geben und zeigen, dass Beschwerden gutartig oder gut behandelbar sind.

Wann sollte ein Mann zum Arzt?

Eine medizinische Abklärung ist insbesondere empfehlenswert bei:

  • anhaltenden oder zunehmenden Problemen beim Wasserlassen,
  • wiederkehrenden Erektionsproblemen,
  • Blut im Urin oder Sperma,
  • neu tastbaren Veränderungen der Hoden,
  • anhaltenden Schmerzen im Genital- oder Beckenbereich,
  • auffälligen Veränderungen von Libido oder Sexualfunktion,
  • unklaren Beschwerden nach Beginn eines neuen Medikaments.

Akute starke Schmerzen oder ein plötzlicher Harnverhalt erfordern dagegen eine rasche medizinische Abklärung.

Häufige Fragen zu Männerkrankheiten

Was sind typische Männerkrankheiten?

Typische Männerkrankheiten betreffen unter anderem Prostata, Hoden, Harnwege und sexuelle Funktionen. Beispiele sind die gutartige Prostatavergrößerung, Prostataerkrankungen und Erektionsstörungen.

Welche Beschwerden verursacht eine vergrößerte Prostata?

Typisch sind häufiger Harndrang, nächtliches Wasserlassen, ein schwächerer Harnstrahl, Nachtröpfeln und das Gefühl, dass die Blase nicht vollständig leer wird.

Ist eine vergrößerte Prostata automatisch Krebs?

Nein. Eine gutartige Prostatavergrößerung ist kein Prostatakrebs. Da Beschwerden jedoch ähnlich sein können, sollte die Ursache bei anhaltenden Symptomen ärztlich abgeklärt werden.

Wann sind Erektionsprobleme behandlungsbedürftig?

Gelegentliche Schwierigkeiten sind häufig normal. Treten sie dagegen wiederholt oder über längere Zeit auf, ist eine ärztliche Untersuchung sinnvoll, da neben psychischen auch körperliche Ursachen infrage kommen.

Welche Medikamente werden bei Erektionsstörungen eingesetzt?

Häufig werden PDE-5-Hemmer wie Sildenafil, Tadalafil oder Vardenafil verwendet. Welcher Wirkstoff geeignet ist, hängt unter anderem von bestehenden Erkrankungen, gleichzeitig eingenommenen Medikamenten und dem gewünschten Wirkprofil ab.

Welche Symptome sollte ein Mann nicht ignorieren?

Blut im Urin oder Sperma, neu tastbare Veränderungen am Hoden, anhaltende Erektionsstörungen, zunehmende Probleme beim Wasserlassen und starke Schmerzen sollten medizinisch abgeklärt werden.

In der Kapellen-Apotheke in Mömbris beraten wir Sie gerne zu Arzneimitteln, deren Anwendung sowie möglichen Neben- und Wechselwirkungen.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen gesundheitlichen Orientierung und ersetzen keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder individuelle Behandlung.