Zähne und Kiefer
Gesunde Zähne, gesundes Zahnfleisch und ein funktionierender Kiefer sind wichtig für Kauen, Sprechen und allgemeines Wohlbefinden. Erkrankungen im Mundraum können zunächst kaum Beschwerden verursachen, später jedoch Schmerzen, Entzündungen oder sogar Zahnverlust zur Folge haben.
Zu den häufigsten Problemen gehören Karies, Zahnfleischentzündung, Parodontitis, empfindliche Zähne, Zahnschmerzen und Beschwerden des Kiefergelenks. Viele dieser Erkrankungen lassen sich durch gute Mundhygiene und regelmäßige zahnärztliche Kontrollen früh erkennen oder vermeiden.
Welche Erkrankungen von Zähnen und Kiefer sind häufig?
Beschwerden im Mund- und Kieferbereich können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Häufige Erkrankungen und Probleme sind beispielsweise:
- Karies,
- Zahnfleischentzündung (Gingivitis),
- Parodontitis,
- empfindliche Zahnhälse,
- Zahnschmerzen und Entzündungen der Zahnwurzel,
- Weisheitszahnbeschwerden,
- Zähneknirschen (Bruxismus),
- Beschwerden des Kiefergelenks,
- Verletzungen von Zähnen und Kiefer.
Karies
Karies ist eine der bekanntesten Zahnerkrankungen. Sie entsteht, wenn Bakterien im Zahnbelag Zucker aus der Nahrung verarbeiten und dabei Säuren bilden, die den Zahnschmelz angreifen.
Besonders begünstigt wird Karies durch:
- häufigen Konsum zuckerhaltiger Lebensmittel und Getränke,
- unzureichende Mundhygiene,
- anhaltende Zahnbeläge,
- zu geringe Fluoridzufuhr über Zahnpflegeprodukte.
Wie erkennt man Karies?
Im frühen Stadium verursacht Karies häufig keine Schmerzen. Erste Veränderungen können sich als weißliche oder bräunliche Stellen auf der Zahnoberfläche zeigen.
Schreitet die Erkrankung fort, können entstehen:
- sichtbare Defekte oder Löcher,
- Empfindlichkeit gegenüber Kälte, Wärme oder Süßem,
- Zahnschmerzen,
- Entzündungen des Zahnnervs.
Kann man Karies verhindern?
Eine gute Mundhygiene kann das Kariesrisiko deutlich reduzieren. Besonders wichtig sind regelmäßiges Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta, die Reinigung der Zahnzwischenräume und ein bewusster Umgang mit Zucker.
Zahnfleischentzündung
Bei einer Gingivitis ist das Zahnfleisch entzündet. Häufigste Ursache sind bakterielle Zahnbeläge am Übergang zwischen Zahn und Zahnfleisch.
Typische Anzeichen sind:
- gerötetes Zahnfleisch,
- Schwellung,
- Zahnfleischbluten beim Zähneputzen,
- gelegentlich Mundgeruch.
Eine einfache Zahnfleischentzündung ist häufig reversibel, wenn Beläge konsequent entfernt und die Mundhygiene verbessert werden.
Parodontitis
Wird eine Entzündung chronisch und greift auf den Zahnhalteapparat über, spricht man von Parodontitis.
Dabei können Zahnfleisch, Haltefasern und langfristig auch der Kieferknochen geschädigt werden. Im fortgeschrittenen Stadium können sich Zähne lockern.
Mögliche Symptome sind:
- wiederkehrendes Zahnfleischbluten,
- zurückgehendes Zahnfleisch,
- sichtbarer werdende Zahnhälse,
- Mundgeruch,
- empfindliche Zähne,
- lockere oder sich verschiebende Zähne.
Parodontitis sollte zahnärztlich behandelt werden. Je früher sie erkannt wird, desto besser lässt sich ihr Fortschreiten aufhalten.
Zahnfleischbluten nicht ignorieren
Gelegentliches Zahnfleischbluten kann beispielsweise nach einer ungewohnten Reinigung der Zahnzwischenräume auftreten. Wiederkehrendes Blut beim Zähneputzen ist jedoch häufig ein Hinweis auf entzündetes Zahnfleisch.
Besteht das Problem länger, sollte die Ursache zahnärztlich überprüft werden.
Empfindliche Zähne
Manche Menschen reagieren mit kurzen, stechenden Schmerzen auf kalte, heiße, süße oder saure Speisen und Getränke.
Ursache können freiliegende Zahnhälse sein. Normalerweise schützt Zahnfleisch diesen Bereich. Geht es zurück, können empfindliche Strukturen des Zahns freigelegt werden.
Spezielle Zahnpasten für empfindliche Zähne können Beschwerden teilweise reduzieren. Stärkere oder neu auftretende Schmerzen sollten jedoch untersucht werden, um beispielsweise Karies oder andere Zahnschäden auszuschließen.
Zahnschmerzen
Zahnschmerzen können zahlreiche Ursachen haben. Häufige Auslöser sind:
- Karies,
- entzündetes Zahnfleisch,
- Entzündungen des Zahnnervs,
- Zahnwurzelentzündungen,
- beschädigte Füllungen oder Kronen,
- Verletzungen,
- Probleme mit Weisheitszähnen.
Schmerzmittel können Zahnschmerzen vorübergehend lindern, behandeln jedoch die Ursache nicht. Anhaltende oder starke Zahnschmerzen sollten deshalb zahnärztlich abgeklärt werden.
Zahnwurzelentzündung und Abszess
Dringen Bakterien tief in einen Zahn ein, kann sich der Zahnnerv entzünden. Breitet sich eine Infektion über die Zahnwurzel hinaus aus, kann sich im umliegenden Gewebe ein Abszess bilden.
Mögliche Anzeichen sind:
- starke, pulsierende Zahnschmerzen,
- Schmerzen beim Kauen,
- Schwellung von Zahnfleisch oder Gesicht,
- Überempfindlichkeit des Zahns,
- Fieber oder allgemeines Krankheitsgefühl.
Eine solche Infektion sollte zeitnah zahnärztlich behandelt werden. Antibiotika allein ersetzen die Behandlung der eigentlichen Ursache am Zahn normalerweise nicht.
Weisheitszähne
Weisheitszähne brechen häufig erst im jungen Erwachsenenalter durch. Nicht bei jedem Menschen verursachen sie Probleme.
Beschwerden können entstehen, wenn für den Zahn nicht genügend Platz vorhanden ist oder er nur teilweise durch das Zahnfleisch durchbricht.
Mögliche Symptome sind:
- Schmerzen im hinteren Kieferbereich,
- entzündetes oder geschwollenes Zahnfleisch,
- Schmerzen beim Kauen oder Öffnen des Mundes,
- unangenehmer Geschmack oder Mundgeruch.
Ob ein Weisheitszahn entfernt werden muss, hängt vom individuellen Befund ab.
Kiefergelenk und Kieferbeschwerden
Die Kiefergelenke verbinden den Unterkiefer mit dem Schädel. Zusammen mit Kaumuskulatur und Zähnen ermöglichen sie Kauen, Sprechen und Öffnen des Mundes.
Beschwerden in diesem Bereich werden häufig unter dem Begriff craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) zusammengefasst.
Mögliche Beschwerden sind:
- Schmerzen im Kiefergelenk,
- Knacken oder Reiben beim Öffnen des Mundes,
- eingeschränkte Mundöffnung,
- Verspannungen der Kaumuskulatur,
- Kopf- oder Gesichtsschmerzen.
Zähneknirschen und Zähnepressen
Beim Bruxismus werden die Zähne unbewusst zusammengepresst oder gegeneinander bewegt. Das geschieht häufig nachts, kann aber auch tagsüber auftreten.
Stress und innere Anspannung können Zähneknirschen begünstigen.
Mögliche Folgen sind:
- Abnutzung der Zahnoberflächen,
- empfindliche Zähne,
- Schmerzen der Kaumuskulatur,
- Kiefergelenkbeschwerden,
- morgendliche Kopf- oder Gesichtsschmerzen.
Eine individuell angepasste Aufbissschiene kann bei manchen Betroffenen helfen, die Zähne vor weiterer Abnutzung zu schützen.
Mundgeruch
Mundgeruch entsteht häufig direkt im Mundraum. Mögliche Ursachen sind beispielsweise:
- Zahnbelag,
- Beläge auf der Zunge,
- Zahnfleischentzündung,
- Parodontitis,
- Karies,
- Mundtrockenheit.
Regelmäßige Mundhygiene einschließlich der Zahnzwischenräume und gegebenenfalls der Zunge kann helfen. Anhaltender Mundgeruch sollte zahnärztlich abgeklärt werden.
Mundtrockenheit
Speichel schützt Zähne und Schleimhäute und unterstützt die natürliche Reinigung der Mundhöhle.
Bei Mundtrockenheit kann dieser Schutz vermindert sein. Dadurch können unter anderem Karies, gereizte Schleimhäute und Probleme beim Sprechen oder Schlucken begünstigt werden.
Mögliche Ursachen sind:
- zu geringe Flüssigkeitszufuhr,
- zunehmendes Lebensalter,
- bestimmte Erkrankungen,
- verschiedene Medikamente.
Tritt Mundtrockenheit nach Beginn einer Arzneimitteltherapie auf, sollte das Medikament nicht eigenständig abgesetzt werden. Arzt oder Apotheke können prüfen, ob ein Zusammenhang möglich ist.
Diabetes und Zahngesundheit
Diabetes mellitus und Mundgesundheit können sich gegenseitig beeinflussen. Menschen mit Diabetes haben unter bestimmten Voraussetzungen ein erhöhtes Risiko für Entzündungen des Zahnfleisches und Parodontitis.
Gleichzeitig kann eine ausgeprägte Entzündung des Zahnhalteapparates die Blutzuckereinstellung erschweren.
Weitere Informationen finden Sie unter Stoffwechsel und in unserer Kategorie Diabetiker.
Zahngesundheit im höheren Lebensalter
Gute Mundhygiene bleibt auch im höheren Alter wichtig. Zahnersatz, eingeschränkte Beweglichkeit der Hände, Mundtrockenheit und mehrere Medikamente können die tägliche Zahnpflege jedoch erschweren.
Auch bei Pflegebedürftigkeit sollte die Reinigung von Zähnen, Zahnzwischenräumen und Zahnersatz Bestandteil der täglichen Pflege bleiben.
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite Erkrankungen im Alter .
Wie oft sollte man die Zähne putzen?
Für eine gute Mundhygiene sollten die Zähne in der Regel mindestens zweimal täglich gründlich mit fluoridhaltiger Zahnpasta gereinigt werden.
Die Zahnbürste erreicht die Bereiche zwischen den Zähnen jedoch nur eingeschränkt. Deshalb sind je nach Zahnstellung zusätzlich Zahnseide oder Interdentalbürsten sinnvoll.
Warum ist Fluorid wichtig?
Fluoride können den Zahnschmelz widerstandsfähiger gegen Säureangriffe machen und damit zur Vorbeugung von Karies beitragen.
Deshalb enthalten viele Zahnpasten Fluorid. Welche Zahnpasta für Kinder geeignet ist, hängt unter anderem vom Alter und der empfohlenen Fluoridkonzentration ab.
Zahnseide oder Interdentalbürsten?
Welche Methode für die Reinigung der Zahnzwischenräume am besten geeignet ist, hängt vom verfügbaren Platz zwischen den Zähnen ab.
Bei sehr engen Zahnzwischenräumen kann Zahnseide sinnvoll sein. Bei größeren Zwischenräumen werden häufig Interdentalbürsten verwendet.
Zahnarztpraxis oder Prophylaxefachkräfte können helfen, die passende Größe und Technik auszuwählen.
Professionelle Zahnreinigung und Vorsorge
Regelmäßige zahnärztliche Kontrollen helfen dabei, Karies, Zahnfleischentzündungen und andere Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Eine professionelle Zahnreinigung kann zusätzlich Beläge entfernen, die mit der täglichen Zahnpflege nur schwer erreichbar sind.
Sie ersetzt jedoch nicht das tägliche Zähneputzen und die Reinigung der Zahnzwischenräume.
Zahnunfall – was tun?
Bei einem Sturz oder Unfall können Zähne abbrechen, sich lockern oder vollständig aus dem Zahnfach herausgeschlagen werden.
Besonders bei ausgeschlagenen bleibenden Zähnen ist schnelles Handeln wichtig. Der Zahn sollte möglichst nicht an der Wurzel angefasst werden.
Anschließend sollte so schnell wie möglich eine Zahnarztpraxis beziehungsweise ein zahnärztlicher Notdienst aufgesucht werden.
Wann sollte man zum Zahnarzt?
Eine zahnärztliche Untersuchung ist insbesondere sinnvoll bei:
- anhaltenden Zahnschmerzen,
- wiederkehrendem Zahnfleischbluten,
- geschwollenem oder stark gerötetem Zahnfleisch,
- lockeren Zähnen,
- anhaltendem Mundgeruch,
- Beschwerden beim Kauen,
- neu auftretenden Kiefergelenkbeschwerden.
Wann sind Zahn- und Kieferbeschwerden dringend?
Eine schnelle medizinische beziehungsweise zahnärztliche Behandlung ist insbesondere erforderlich bei:
- starken Zahnschmerzen mit zunehmender Schwellung,
- Fieber zusammen mit einer Zahn- oder Kieferentzündung,
- starker Schwellung von Gesicht oder Hals,
- Problemen beim Schlucken oder Atmen,
- starken Blutungen nach einer Verletzung,
- ausgeschlagenen oder stark gelockerten Zähnen nach einem Unfall,
- Verdacht auf einen Kieferbruch.
Insbesondere zunehmende Schwellungen mit Atem- oder Schluckbeschwerden sollten nicht abgewartet werden.
Häufige Fragen zu Zähnen und Kiefer
Warum blutet mein Zahnfleisch beim Zähneputzen?
Häufig ist entzündetes Zahnfleisch die Ursache. Bakterielle Zahnbeläge können eine Gingivitis auslösen. Tritt Zahnfleischbluten regelmäßig auf, sollte die Ursache zahnärztlich kontrolliert werden.
Was ist der Unterschied zwischen Gingivitis und Parodontitis?
Gingivitis bezeichnet eine Entzündung des Zahnfleisches. Bei einer Parodontitis hat sich die Entzündung auf den Zahnhalteapparat ausgebreitet und kann langfristig zu Knochenabbau und lockeren Zähnen führen.
Kann man Karies ohne Bohren behandeln?
Sehr frühe Veränderungen des Zahnschmelzes können unter bestimmten Bedingungen stabilisiert werden. Ist bereits ein größerer Defekt entstanden, muss die geschädigte Zahnsubstanz häufig zahnärztlich behandelt werden.
Warum reagieren meine Zähne auf Kälte?
Empfindliche Zahnhälse, Karies, beschädigte Füllungen oder andere Veränderungen können Schmerzen bei Kälte verursachen. Bei neu auftretenden oder stärkeren Beschwerden sollte die Ursache untersucht werden.
Ist Zahnfleischbluten normal?
Wiederkehrendes Zahnfleischbluten sollte nicht als normal betrachtet werden. Es ist häufig ein frühes Zeichen einer Zahnfleischentzündung.
Was hilft gegen Zähneknirschen?
Abhängig von der Ursache können eine individuell angepasste Aufbissschiene, Stressreduktion, physiotherapeutische Maßnahmen und die Behandlung bestehender Kieferprobleme sinnvoll sein.
Wie oft sollte man zur Zahnkontrolle?
Wie häufig Kontrollen sinnvoll sind, hängt vom individuellen Risiko und Zahnzustand ab. Regelmäßige Untersuchungen helfen jedoch dabei, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen.
In der Kapellen-Apotheke in Mömbris beraten wir Sie gerne zu Produkten für Mund- und Zahnpflege sowie zur sicheren Anwendung von Arzneimitteln bei Schmerzen oder Beschwerden im Mundbereich.
Bei Fragen zu einem Produkt oder dessen Verfügbarkeit können Sie unsere Kontaktseite nutzen.
Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen gesundheitlichen Orientierung und ersetzen keine zahnärztliche Untersuchung, Diagnose oder individuelle Behandlung. Bei starken Schwellungen, Atem- oder Schluckproblemen sowie schweren Verletzungen ist eine rasche medizinische Behandlung erforderlich.
