Orthopädie & Unfallmedizin: Beschwerden, Verletzungen & Behandlung

Orthopädie und Unfallmedizin

Orthopädie und Unfallmedizin beschäftigen sich mit Erkrankungen, Verletzungen und Funktionsstörungen des Bewegungsapparates. Dazu gehören Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen, Bänder und die Wirbelsäule.

Rückenschmerzen, Arthrose, Gelenkbeschwerden, Osteoporose, Verstauchungen und Knochenbrüche gehören zu den häufigen Gründen für ärztliche Behandlung. Während manche Beschwerden vorübergehend und gut behandelbar sind, sollten anhaltende Schmerzen, deutliche Bewegungseinschränkungen oder Beschwerden nach einem Unfall medizinisch abgeklärt werden.

Was gehört zur Orthopädie?

Die Orthopädie beschäftigt sich vor allem mit Erkrankungen und Veränderungen des Stütz- und Bewegungsapparates.

Typische Themen sind beispielsweise:

  • Rücken- und Nackenschmerzen,
  • Arthrose und andere Gelenkerkrankungen,
  • Bandscheibenbeschwerden,
  • Fehlstellungen von Wirbelsäule oder Gelenken,
  • Sehnen- und Muskelbeschwerden,
  • Osteoporose,
  • Fußbeschwerden,
  • Schulter-, Hüft- und Knieprobleme.

Ziel einer orthopädischen Behandlung ist häufig, Schmerzen zu lindern, Beweglichkeit zu erhalten oder wiederherzustellen und die körperliche Belastbarkeit zu verbessern.

Was gehört zur Unfallmedizin?

Die Unfallmedizin behandelt Verletzungen, die beispielsweise durch Stürze, Sport, Verkehrsunfälle oder Arbeitsunfälle entstehen.

Dazu gehören unter anderem:

  • Knochenbrüche,
  • Verstauchungen,
  • Bänderverletzungen,
  • Verrenkungen von Gelenken,
  • Muskel- und Sehnenverletzungen,
  • Prellungen und Schnittverletzungen.

Je nach Art und Schwere einer Verletzung kann die Behandlung von einfachen Maßnahmen wie Kühlung und Stabilisierung bis hin zu operativen Eingriffen reichen.

Rückenschmerzen

Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden des Bewegungsapparates. In vielen Fällen lässt sich keine einzelne strukturelle Ursache feststellen.

Solche unspezifischen Rückenschmerzen können unter anderem durch Bewegungsmangel, schwache Rumpfmuskulatur, einseitige Belastungen, Muskelverspannungen und auch psychische Belastungen beeinflusst werden.

Daneben gibt es spezifische Ursachen, beispielsweise:

  • Bandscheibenvorfälle,
  • Verengungen des Wirbelkanals,
  • Wirbelbrüche,
  • entzündliche Erkrankungen der Wirbelsäule.

Bewegung oder Schonung bei Rückenschmerzen?

Früher wurde bei Rückenschmerzen häufig längere Schonung empfohlen. Heute weiß man, dass bei vielen unkomplizierten Rückenschmerzen eine möglichst normale körperliche Aktivität sinnvoll ist.

Längere Bettruhe kann dazu führen, dass Muskulatur und körperliche Belastbarkeit zusätzlich abnehmen.

Welche Bewegung geeignet ist, hängt selbstverständlich von Ursache und Stärke der Beschwerden ab.

Wann sollten Rückenschmerzen untersucht werden?

Eine ärztliche Untersuchung ist unter anderem sinnvoll, wenn:

  • starke Schmerzen nach einem Sturz oder Unfall auftreten,
  • Schmerzen über längere Zeit bestehen oder deutlich zunehmen,
  • Taubheitsgefühle oder Muskelschwäche auftreten,
  • Fieber oder ein deutliches Krankheitsgefühl hinzukommen,
  • unerklärlicher Gewichtsverlust besteht.

Plötzlich auftretende Lähmungen sowie Probleme mit Blasen- oder Darmkontrolle zusammen mit Rückenschmerzen müssen rasch medizinisch abgeklärt werden.

Arthrose – wenn Gelenke Beschwerden verursachen

Arthrose ist eine häufige Gelenkerkrankung. Dabei verändert sich der Gelenkknorpel und im weiteren Verlauf können auch andere Strukturen des Gelenks betroffen sein.

Besonders häufig betroffen sind:

  • Knie,
  • Hüfte,
  • Finger und Hände,
  • Wirbelsäule.

Typische Beschwerden sind Schmerzen, Steifigkeit und eine eingeschränkte Beweglichkeit des betroffenen Gelenks.

Ist Bewegung bei Arthrose schädlich?

Nein. Die Vorstellung, ein arthrotisches Gelenk müsse möglichst geschont werden, ist in vielen Fällen überholt.

Regelmäßige angepasste Bewegung kann die Muskulatur stärken, Beweglichkeit erhalten und die Gelenkfunktion verbessern. Bewegungsmangel kann dagegen Muskeln schwächen und Beschwerden zusätzlich begünstigen.

Welche Sportarten oder Übungen geeignet sind, hängt vom betroffenen Gelenk, den Beschwerden und der körperlichen Ausgangssituation ab.

Kniebeschwerden

Das Kniegelenk wird im Alltag stark belastet. Schmerzen können unter anderem durch Arthrose, Verletzungen von Meniskus oder Bändern, Überlastung oder Entzündungen entstehen.

Bei Kniearthrose können beispielsweise Belastungsschmerzen, zunehmende Bewegungseinschränkungen und Gelenksteifigkeit auftreten.

Starkes Übergewicht, frühere Knieverletzungen und dauerhaft hohe Belastungen können das Risiko einer Kniearthrose erhöhen.

Hüftbeschwerden

Schmerzen im Bereich der Hüfte können unterschiedliche Ursachen haben. Neben Arthrose können beispielsweise Sehnen, Schleimbeutel, Muskeln oder die Wirbelsäule beteiligt sein.

Eine Hüftarthrose macht sich häufig durch Schmerzen bei Bewegung und eine zunehmende Einschränkung der Beweglichkeit bemerkbar.

Anhaltende Hüftschmerzen sollten untersucht werden, insbesondere wenn alltägliche Bewegungen wie Gehen, Treppensteigen oder Anziehen zunehmend schwerfallen.

Schulterbeschwerden

Das Schultergelenk besitzt einen besonders großen Bewegungsumfang. Dadurch ist es jedoch auch auf das Zusammenspiel zahlreicher Muskeln, Sehnen und Bänder angewiesen.

Schulterbeschwerden können beispielsweise durch:

  • Überlastung,
  • Sehnenreizungen,
  • Verletzungen,
  • Schleimbeutelentzündungen,
  • Verschleißveränderungen

verursacht werden.

Bei anhaltenden Schmerzen, deutlichem Kraftverlust oder stark eingeschränkter Beweglichkeit ist eine ärztliche Untersuchung sinnvoll.

Osteoporose – wenn Knochen an Stabilität verlieren

Bei einer Osteoporose nimmt die Stabilität der Knochen ab. Dadurch steigt das Risiko für Knochenbrüche.

Die Erkrankung verursacht häufig lange Zeit keine Beschwerden und wird manchmal erst entdeckt, nachdem es bereits zu einem Bruch gekommen ist.

Typische osteoporosebedingte Frakturen betreffen unter anderem:

  • Wirbelkörper,
  • Handgelenk,
  • Oberarm,
  • Becken,
  • Oberschenkelhals.

Besonders im höheren Lebensalter können Knochenbrüche erhebliche Auswirkungen auf Beweglichkeit und Selbstständigkeit haben.

Weitere Informationen zu Gesundheitsproblemen im höheren Lebensalter finden Sie unter Erkrankungen im Alter .

Was hilft, die Knochen zu schützen?

Für stabile Knochen und zur Vorbeugung von Stürzen sind insbesondere wichtig:

  • regelmäßige körperliche Aktivität,
  • Training von Kraft und Gleichgewicht,
  • eine ausgewogene Ernährung,
  • ausreichende Versorgung mit Kalzium,
  • Verzicht auf Rauchen,
  • Reduzierung vermeidbarer Sturzrisiken.

Kalzium- oder Vitamin-D-Präparate sind nicht automatisch für jeden Menschen notwendig. Ob eine Ergänzung sinnvoll ist, hängt von Ernährung, Versorgungssituation und individuellen Risikofaktoren ab.

Knochenbrüche

Ein Knochenbruch kann durch einen Unfall, Sturz oder eine starke mechanische Belastung entstehen.

Bei Osteoporose können Knochen so geschwächt sein, dass bereits geringere Belastungen zu einer Fraktur führen.

Mögliche Zeichen eines Knochenbruchs sind:

  • starke Schmerzen,
  • Schwellung,
  • Bluterguss,
  • eingeschränkte oder unmögliche Bewegung,
  • Fehlstellung der betroffenen Körperregion.

Nicht jeder Knochenbruch ist von außen eindeutig zu erkennen. Besteht nach einem Unfall oder Sturz ein entsprechender Verdacht, kann eine Röntgenuntersuchung notwendig sein.

Verstauchungen und Bänderverletzungen

Eine Verstauchung entsteht häufig, wenn ein Gelenk plötzlich über seinen normalen Bewegungsumfang hinaus bewegt wird.

Besonders häufig betroffen ist das Sprunggelenk beim Umknicken. Dabei können die Bänder überdehnt oder teilweise verletzt werden.

Typische Beschwerden sind:

  • Schmerzen,
  • Schwellung,
  • Bluterguss,
  • eingeschränkte Belastbarkeit.

Was kann unmittelbar nach einer Verstauchung helfen?

Bei einer leichten Verletzung können zunächst Hochlagern, vorsichtiges Kühlen und eine geeignete Kompression helfen, Schwellung und Beschwerden zu reduzieren.

Eine vollständige und länger dauernde Ruhigstellung ist bei vielen leichten Bandverletzungen nicht erforderlich. Angepasste Bewegung wird häufig wieder relativ früh begonnen.

Kann das Gelenk überhaupt nicht belastet werden, besteht eine deutliche Fehlstellung oder sind die Schmerzen sehr stark, sollte ein Knochenbruch beziehungsweise eine schwerere Verletzung ausgeschlossen werden.

Prellungen

Bei einer Prellung werden Gewebe und kleine Blutgefäße durch stumpfe Gewalt verletzt, ohne dass die Haut zwingend geöffnet wird.

Typisch sind Schmerzen, Schwellung und ein Bluterguss. Leichte Prellungen heilen häufig von selbst ab.

Nach starken Stößen oder Unfällen sollte jedoch ärztlich abgeklärt werden, ob zusätzlich Knochen, Gelenke oder innere Strukturen verletzt wurden.

Sehnen und Muskeln

Auch Muskeln und Sehnen können durch Sport, ungewohnte Belastung oder wiederholte Bewegungen verletzt oder gereizt werden.

Mögliche Beschwerden sind:

  • Schmerzen bei Belastung,
  • Druckempfindlichkeit,
  • Kraftverlust,
  • Schwellung,
  • eingeschränkte Beweglichkeit.

Bei einem plötzlichen deutlichen Funktionsverlust oder einem hör- beziehungsweise fühlbaren „Riss“ sollte eine größere Sehnen- oder Muskelverletzung ausgeschlossen werden.

Physiotherapie und Bewegung

Bewegung ist bei vielen orthopädischen Erkrankungen ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.

Physiotherapie kann unter anderem dabei helfen:

  • Muskulatur gezielt aufzubauen,
  • Beweglichkeit zu verbessern,
  • Gelenke zu stabilisieren,
  • Bewegungsabläufe zu trainieren,
  • nach Verletzungen wieder belastbarer zu werden.

Art und Intensität der Übungen sollten an die jeweilige Erkrankung und körperliche Situation angepasst werden.

Rehabilitation nach Verletzungen und Operationen

Nach größeren Verletzungen, Knochenbrüchen oder orthopädischen Operationen endet die Behandlung nicht mit der Heilung der Wunde.

Ziel der Rehabilitation ist es, Beweglichkeit, Kraft und möglichst viel Selbstständigkeit wiederherzustellen.

Dazu können beispielsweise Physiotherapie, Muskeltraining, Ergotherapie und schrittweise Belastungssteigerung gehören.

Schmerzmittel bei orthopädischen Beschwerden

Schmerzmittel können bei akuten und chronischen Beschwerden eine wichtige Rolle spielen. Welcher Wirkstoff geeignet ist, hängt jedoch von Art und Stärke der Schmerzen sowie von bestehenden Erkrankungen und anderen Medikamenten ab.

Gerade bestimmte entzündungshemmende Schmerzmittel sind nicht für alle Menschen gleichermaßen geeignet. Besondere Vorsicht kann beispielsweise bei Nierenproblemen, Magen-Darm-Erkrankungen oder bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen erforderlich sein.

Weitere Informationen zu Nierenfunktion und Arzneimitteln finden Sie unter Nieren und Harnwege .

Salben, Gele und lokale Schmerzmittel

Bei bestimmten Beschwerden an Muskeln oder Gelenken können Arzneimittel auch äußerlich als Gel oder Salbe angewendet werden.

Der Vorteil einer lokalen Anwendung kann darin liegen, dass der Wirkstoff hauptsächlich im Bereich der Beschwerden eingesetzt wird.

Auch äußerlich angewendete Arzneimittel können jedoch Nebenwirkungen, Gegenanzeigen oder Wechselwirkungen haben. Die Hinweise in der Packungsbeilage sollten deshalb beachtet werden.

Wann sollte man bei Gelenk- oder Muskelschmerzen zum Arzt?

Eine medizinische Abklärung ist insbesondere sinnvoll bei:

  • anhaltenden oder zunehmend stärkeren Schmerzen,
  • deutlicher Einschränkung der Beweglichkeit,
  • starker Gelenkschwellung,
  • einem heißen und stark geröteten Gelenk,
  • wiederkehrenden Beschwerden ohne erkennbare Ursache,
  • Schmerzen nach einer größeren Verletzung.

Wann ist eine Verletzung dringend?

Schnelle medizinische Hilfe ist besonders wichtig bei:

  • sichtbaren Fehlstellungen nach einem Unfall,
  • offenen Knochenbrüchen,
  • starken Blutungen,
  • Taubheitsgefühlen oder Lähmungen nach einer Verletzung,
  • starken Nacken- oder Rückenschmerzen nach einem schweren Unfall,
  • kalten, blassen oder blau verfärbten Gliedmaßen nach einer Verletzung.

Auch bei einem Sturz älterer Menschen sollte eine niedrigere Schwelle zur ärztlichen Untersuchung bestehen, insbesondere wenn Schmerzen, eingeschränkte Belastbarkeit oder eine Behandlung mit blutgerinnungshemmenden Medikamenten vorliegen.

Orthopädische Beschwerden im Alter

Im höheren Lebensalter können Arthrose, Osteoporose, Muskelschwäche und Gleichgewichtsprobleme zusammenwirken.

Dadurch steigt unter anderem das Risiko für Stürze und Knochenbrüche. Gleichzeitig ist der Erhalt von Bewegung besonders wichtig, um Muskulatur, Gleichgewicht und Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten.

Mehr dazu lesen Sie auf unserer Seite Erkrankungen im Alter .

Häufige Fragen zu Orthopädie und Unfallmedizin

Was behandelt die Orthopädie?

Die Orthopädie behandelt Erkrankungen und Funktionsstörungen von Knochen, Gelenken, Muskeln, Sehnen, Bändern und Wirbelsäule. Typische Beschwerden sind Rückenschmerzen, Arthrose und Gelenkprobleme.

Was ist der Unterschied zwischen Orthopädie und Unfallchirurgie?

Die Orthopädie beschäftigt sich vor allem mit Erkrankungen und länger bestehenden Veränderungen des Bewegungsapparates. Die Unfallchirurgie konzentriert sich insbesondere auf akute Verletzungen wie Knochenbrüche, Bänderrisse und Gelenkverletzungen. In der modernen Medizin sind beide Fachgebiete eng miteinander verbunden.

Ist Bewegung bei Arthrose sinnvoll?

Ja. Angepasste regelmäßige Bewegung kann Muskeln stärken, Gelenkbeweglichkeit erhalten und Beschwerden reduzieren. Dauerhafte Schonung kann dagegen die Muskulatur schwächen.

Wann sollte man Rückenschmerzen untersuchen lassen?

Eine Untersuchung ist unter anderem sinnvoll bei starken oder zunehmenden Schmerzen, Beschwerden nach einem Unfall, Taubheitsgefühlen, Muskelschwäche oder länger anhaltenden Schmerzen.

Wie erkennt man Osteoporose?

Osteoporose verursacht häufig zunächst keine Beschwerden. Sie wird teilweise erst nach einem Knochenbruch erkannt. Zur Diagnostik können unter anderem individuelle Risikofaktoren und eine Messung der Knochendichte berücksichtigt werden.

Was tun bei einem verstauchten Knöchel?

Bei einer leichten Verstauchung können Hochlagern, Kühlen und Kompression zunächst helfen. Bei starken Schmerzen, fehlender Belastbarkeit oder einer deutlichen Schwellung sollte eine schwerere Verletzung beziehungsweise ein Knochenbruch ausgeschlossen werden.

Wann muss nach einem Unfall sofort medizinische Hilfe gerufen werden?

Bei schweren Verletzungen, starken Blutungen, sichtbaren Fehlstellungen, Bewusstseinsstörungen, Lähmungen oder Verdacht auf eine schwere Wirbelsäulenverletzung ist sofortige medizinische Hilfe erforderlich.

In der Kapellen-Apotheke in Mömbris beraten wir Sie gerne zu Arzneimitteln bei Schmerzen und Beschwerden des Bewegungsapparates sowie zur richtigen Anwendung und möglichen Wechselwirkungen.

Bei Fragen zu einem Produkt oder dessen Verfügbarkeit erreichen Sie uns auch über unsere Kontaktseite.

Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen gesundheitlichen Orientierung und ersetzen keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder individuelle Behandlung. Bei schweren Verletzungen oder akuten neurologischen Ausfällen ist sofortige medizinische Hilfe erforderlich.