Blut, Krebs und Infektionen: Erkrankungen, Symptome und Behandlung
Erkrankungen des Blutes, des Immunsystems, Krebserkrankungen und Infektionen umfassen sehr unterschiedliche Krankheitsbilder. Manche sind häufig und gut behandelbar, andere erfordern eine spezialisierte medizinische Diagnostik und Therapie.
Müdigkeit, Fieber, Gewichtsverlust, ungewöhnliche Blutungen oder häufige Infektionen können viele verschiedene Ursachen haben und bedeuten keineswegs automatisch eine schwere Erkrankung.
Gleichzeitig sollten länger bestehende, ungewöhnliche oder zunehmend starke Beschwerden nicht über längere Zeit ausschließlich selbst behandelt werden.
In der Kapellen-Apotheke in Mömbris unterstützen wir Sie bei Fragen zur sicheren Anwendung verordneter Arzneimittel, zu Wechselwirkungen und zur begleitenden Behandlung von Beschwerden. Die Diagnose von Blutkrankheiten, Krebserkrankungen oder schweren Infektionen gehört jedoch immer in ärztliche Hände.
Welche Aufgaben hat das Blut?
Blut erfüllt zahlreiche lebenswichtige Funktionen.
Es transportiert unter anderem:
- Sauerstoff von der Lunge zu den Organen,
- Kohlendioxid zurück zur Lunge,
- Nährstoffe,
- Hormone,
- Stoffwechselprodukte.
Darüber hinaus sind Bestandteile des Blutes an der Immunabwehr und Blutgerinnung beteiligt.
Welche Blutzellen gibt es?
Zu den wichtigsten zellulären Bestandteilen gehören:
- rote Blutkörperchen (Erythrozyten) für den Sauerstofftransport,
- weiße Blutkörperchen (Leukozyten) als Teil der Immunabwehr,
- Blutplättchen (Thrombozyten) für die Blutstillung und Gerinnung.
Veränderungen dieser Zellarten können ganz unterschiedliche Ursachen haben.
Was ist eine Anämie?
Eine Anämie, auch Blutarmut genannt, liegt vor, wenn zu wenig roter Blutfarbstoff (Hämoglobin) beziehungsweise zu wenige funktionsfähige rote Blutkörperchen vorhanden sind.
Dadurch kann der Körper weniger Sauerstoff transportieren.
Mögliche Beschwerden sind:
- Müdigkeit,
- Leistungsschwäche,
- Blässe,
- Kopfschmerzen,
- Konzentrationsprobleme,
- Kurzatmigkeit bei Belastung,
- Herzklopfen.
Eisenmangel ist eine häufige Ursache
Eisenmangel gehört zu den häufigsten Ursachen einer Anämie.
Mögliche Gründe sind beispielsweise:
- starke oder lang anhaltende Menstruationsblutungen,
- chronischer Blutverlust aus dem Magen-Darm-Trakt,
- unzureichende Eisenaufnahme,
- Erkrankungen, die die Aufnahme im Darm beeinträchtigen,
- erhöhter Bedarf in bestimmten Lebensphasen.
Weitere mögliche Ursachen einer Blutarmut sind Vitamin-B12- oder Folatmangel, chronische Entzündungen, Nierenerkrankungen und bestimmte Erkrankungen des Knochenmarks.
Eisen nicht einfach dauerhaft einnehmen
Müdigkeit bedeutet nicht automatisch Eisenmangel.
Vor einer längerfristigen hoch dosierten Eiseneinnahme sollte möglichst geklärt werden, ob tatsächlich ein Eisenmangel beziehungsweise eine Eisenmangelanämie vorliegt und wodurch sie verursacht wurde.
Besonders bei neu auftretender Blutarmut ohne offensichtliche Ursache kann eine weiterführende Untersuchung notwendig sein.
Welche Blutwerte sind bei einer Anämie wichtig?
Zur Beurteilung können unter anderem folgende Werte herangezogen werden:
- Hämoglobin,
- Erythrozytenzahl,
- MCV und MCH,
- Ferritin,
- Transferrin beziehungsweise Transferrinsättigung,
- Vitamin B12 und Folat bei entsprechender Fragestellung.
Einzelne Werte sollten nicht isoliert interpretiert werden.
Weitere Informationen finden Sie unter Laborwerte A–Z.
Zu wenige oder zu viele weiße Blutkörperchen
Die Zahl der weißen Blutkörperchen kann sich bei zahlreichen Erkrankungen verändern.
Eine erhöhte Leukozytenzahl kann beispielsweise bei:
- Infektionen,
- Entzündungen,
- bestimmten Medikamenten,
- selten auch Erkrankungen des Knochenmarks
auftreten.
Eine zu niedrige Zahl weißer Blutkörperchen kann unter anderem durch Medikamente, Infektionen oder Erkrankungen der Blutbildung entstehen.
Entscheidend ist nicht nur die Gesamtzahl, sondern auch die Zusammensetzung der verschiedenen weißen Blutkörperchen.
Blutplättchen und Blutgerinnung
Thrombozyten spielen eine zentrale Rolle bei der Blutstillung.
Sind zu wenige Blutplättchen vorhanden oder funktionieren sie nicht richtig, kann sich eine erhöhte Blutungsneigung entwickeln.
Mögliche Zeichen sind:
- ungewöhnlich viele blaue Flecken,
- häufiges Nasenbluten,
- lange anhaltende Blutungen,
- kleine punktförmige Hautblutungen.
Eine erhöhte Gerinnungsneigung kann dagegen das Risiko für Thrombosen und Embolien erhöhen.
Thrombose
Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel in einem Blutgefäß.
Besonders bekannt ist die tiefe Venenthrombose im Bein.
Mögliche Beschwerden sind:
- einseitige Beinschwellung,
- Schmerzen oder Spannungsgefühl,
- Überwärmung,
- Verfärbung der Haut.
Löst sich ein Teil des Gerinnsels und gelangt in die Lunge, kann eine Lungenembolie entstehen.
Plötzliche Atemnot, Brustschmerzen oder Kreislaufprobleme können auf einen solchen Notfall hinweisen.
Weitere Informationen finden Sie unter Herz, Gefäße und Kreislauf .
Was versteht man unter Blutkrebs?
„Blutkrebs“ ist ein Sammelbegriff für verschiedene bösartige Erkrankungen des blutbildenden und lymphatischen Systems.
Dazu gehören unter anderem:
- Leukämien,
- Lymphome,
- Multiples Myelom.
Diese Erkrankungen unterscheiden sich deutlich hinsichtlich Ursache, Verlauf und Behandlung.
Leukämien
Bei einer Leukämie vermehren sich bestimmte Vorläufer- beziehungsweise Blutzellen unkontrolliert.
Dadurch kann die normale Blutbildung im Knochenmark beeinträchtigt werden.
Mögliche Beschwerden sind beispielsweise:
- anhaltende Müdigkeit,
- Blässe,
- häufige oder schwere Infektionen,
- Fieber,
- ungewöhnliche Blutungen oder blaue Flecken,
- ungeklärter Gewichtsverlust.
Diese Symptome sind unspezifisch und kommen wesentlich häufiger bei anderen Erkrankungen vor.
Eine Leukämie lässt sich nicht anhand einzelner Symptome selbst diagnostizieren.
Akute und chronische Leukämien
Leukämien werden unter anderem danach unterschieden, welche Zelllinie betroffen ist und wie schnell die Erkrankung verläuft.
Akute Leukämien können sich innerhalb relativ kurzer Zeit entwickeln und benötigen meist rasch eine spezialisierte Behandlung.
Chronische Formen können dagegen über längere Zeit bestehen und teilweise zunächst zufällig im Blutbild entdeckt werden.
Lymphome
Lymphome entstehen aus Zellen des lymphatischen Systems.
Häufig werden sie in Hodgkin-Lymphome und verschiedene Non-Hodgkin-Lymphome unterteilt.
Mögliche Beschwerden können sein:
- über längere Zeit vergrößerte Lymphknoten,
- ungeklärtes Fieber,
- starker Nachtschweiß,
- ungewollter Gewichtsverlust,
- Müdigkeit.
Geschwollene Lymphknoten entstehen allerdings wesentlich häufiger durch harmlose Infektionen als durch eine Krebserkrankung.
Wann sollten vergrößerte Lymphknoten untersucht werden?
Eine ärztliche Abklärung ist insbesondere sinnvoll, wenn Lymphknoten:
- über längere Zeit vergrößert bleiben,
- ohne erkennbare Infektion auftreten,
- zunehmend größer werden,
- mit Gewichtsverlust, Fieber oder starkem Nachtschweiß einhergehen.
Was ist Krebs?
Unter Krebs versteht man eine große Gruppe von Erkrankungen, bei denen sich veränderte Körperzellen unkontrolliert vermehren können.
Je nach Krebsart können sie in umliegendes Gewebe einwachsen und sich über Blut- oder Lymphbahnen in andere Körperregionen ausbreiten.
Krebs ist deshalb keine einzelne Erkrankung. Brustkrebs, Darmkrebs, Hautkrebs, Lungenkrebs oder Leukämien unterscheiden sich biologisch und therapeutisch erheblich.
Wie entsteht Krebs?
Krebs entsteht durch Veränderungen im Erbgut von Zellen.
Solche Veränderungen können sich im Laufe des Lebens ansammeln. Manche Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit bestimmter Krebserkrankungen.
Dazu gehören je nach Krebsart beispielsweise:
- Tabakrauchen,
- Alkoholkonsum,
- UV-Strahlung,
- bestimmte Infektionen,
- Übergewicht und Bewegungsmangel,
- bestimmte berufliche Belastungen,
- erbliche Veränderungen.
Gleichzeitig können auch Menschen ohne erkennbare Risikofaktoren an Krebs erkranken.
Krebs ist nicht automatisch erblich
Nur ein Teil aller Krebserkrankungen entsteht aufgrund einer vererbten genetischen Veranlagung.
Eine familiäre Häufung bestimmter Krebsarten kann jedoch auf ein erhöhtes Risiko hinweisen.
Besonders wenn mehrere nahe Angehörige ungewöhnlich früh an derselben oder verwandten Krebsarten erkrankt sind, kann eine ärztliche beziehungsweise humangenetische Beratung sinnvoll sein.
Welche Beschwerden können bei Krebs auftreten?
Viele Krebserkrankungen verursachen in frühen Stadien keine eindeutigen Symptome.
Beschwerden hängen stark vom betroffenen Organ ab.
Ärztlich abgeklärt werden sollten beispielsweise:
- ungeklärter deutlicher Gewichtsverlust,
- Blut im Stuhl oder Urin,
- ungewöhnliche Blutungen,
- neu aufgetretene Knoten,
- anhaltender Husten oder Heiserkeit,
- deutliche Veränderungen von Muttermalen oder Hautstellen,
- länger bestehende ungewöhnliche Beschwerden.
Solche Symptome bedeuten nicht automatisch Krebs. Sie sollten aber insbesondere bei längerem Bestehen untersucht werden.
Krebsvorsorge und Krebsfrüherkennung sind nicht dasselbe
Im Alltag wird häufig von „Krebsvorsorge“ gesprochen.
Medizinisch sollte jedoch zwischen Prävention und Früherkennung unterschieden werden.
Prävention kann das Risiko einer Erkrankung senken beziehungsweise in bestimmten Fällen Vorstufen verhindern oder entfernen.
Früherkennung soll dagegen eine bereits vorhandene Erkrankung möglichst früh entdecken.
Welche Krebsfrüherkennung gibt es in Deutschland?
Für gesetzlich Versicherte bestehen je nach Alter und Geschlecht Angebote zur Früherkennung verschiedener Krebserkrankungen.
Dazu gehören unter anderem:
- Gebärmutterhalskrebs,
- Brustkrebs,
- Darmkrebs,
- Hautkrebs,
- Prostatakrebs.
Seit 2026 besteht zusätzlich für bestimmte Personen mit hohem Lungenkrebsrisiko ein organisiertes Angebot zur Lungenkrebs-Früherkennung.
Neue Lungenkrebs-Früherkennung seit 2026
Seit April 2026 können in Deutschland bestimmte langjährige starke Raucherinnen und Raucher im Alter von 50 bis 75 Jahren an einer Lungenkrebs-Früherkennung mittels Niedrigdosis-Computertomografie teilnehmen.
Dieses Screening richtet sich nicht an die gesamte Bevölkerung, sondern an Menschen mit einem entsprechend hohen individuellen Risiko.
Weitere Informationen zu Lungenerkrankungen finden Sie unter HNO, Atemwege und Lunge .
Hautkrebs-Früherkennung
Gesetzlich Versicherte können derzeit ab dem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre am Hautkrebs-Screening teilnehmen.
Dabei wird die Haut auf auffällige Veränderungen untersucht.
Unabhängig von Screening-Terminen sollte eine neu auftretende oder sich deutlich verändernde Hautstelle zeitnah dermatologisch beurteilt werden.
Weitere Informationen finden Sie unter Haut, Haare und Nägel .
Darmkrebs-Früherkennung
Nach dem aktuellen gesetzlichen Programm können Frauen und Männer ab 50 Jahren eine Vorsorgekoloskopie in Anspruch nehmen.
Alternativ stehen Tests auf nicht sichtbares Blut im Stuhl zur Verfügung.
Wer bereits Blut im Stuhl oder andere auffällige Beschwerden hat, sollte jedoch nicht auf einen regulären Vorsorgetermin warten.
Weitere Informationen finden Sie unter Magen und Darm .
Brust- und Gebärmutterhalskrebs
Für Frauen bestehen altersabhängige Programme zur Früherkennung von Brust- und Gebärmutterhalskrebs.
Die konkreten Untersuchungen unterscheiden sich je nach Alter.
Ausführliche Informationen finden Sie unter Frauenkrankheiten .
Wie wird Krebs diagnostiziert?
Die Diagnostik hängt von der vermuteten Krebsart ab.
Mögliche Untersuchungen sind:
- körperliche Untersuchung,
- Blutuntersuchungen,
- Ultraschall,
- Röntgen,
- Computertomografie (CT),
- Magnetresonanztomografie (MRT),
- Endoskopien,
- Gewebeentnahme (Biopsie).
Eine Krebsdiagnose wird bei soliden Tumoren häufig erst durch die Untersuchung von Gewebe sicher bestätigt.
Tumormarker sind kein allgemeiner Krebstest
Verschiedene sogenannte Tumormarker können bei bestimmten bereits diagnostizierten Krebserkrankungen hilfreich sein.
Sie eignen sich jedoch in der Regel nicht als einfacher allgemeiner Bluttest, mit dem bei gesunden Menschen zuverlässig „Krebs ausgeschlossen“ werden kann.
Erhöhte Tumormarker können auch andere Ursachen haben und umgekehrt trotz bestehender Krebserkrankung normal sein.
Kann ein Bluttest alle Krebsarten früh erkennen?
Derzeit gibt es keinen allgemeinen Bluttest, der nachweislich zuverlässig sämtliche Krebserkrankungen bei beschwerdefreien Menschen früh erkennt und die etablierten Früherkennungsprogramme ersetzen kann.
Entsprechende Angebote sollten deshalb kritisch geprüft werden, insbesondere wenn mit einer angeblich nahezu sicheren „Krebs-Früherkennung aus einem Tropfen Blut“ geworben wird.
Wie wird Krebs behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach Krebsart, Stadium, biologischen Eigenschaften des Tumors und der individuellen Situation.
Mögliche Verfahren sind:
- Operation,
- Strahlentherapie,
- Chemotherapie,
- Antikörpertherapie,
- zielgerichtete Medikamente,
- Immuntherapie,
- Hormontherapie bei bestimmten Tumoren.
Moderne Onkologie kombiniert diese Verfahren häufig individuell.
Was ist eine Chemotherapie?
Bei einer Chemotherapie werden Arzneimittel eingesetzt, die insbesondere sich schnell teilende Zellen schädigen beziehungsweise deren Vermehrung hemmen.
Dadurch können auch gesunde Zellen betroffen sein, beispielsweise Zellen im Knochenmark, in Schleimhäuten oder Haarwurzeln.
Welche Nebenwirkungen auftreten, hängt stark vom jeweiligen Medikament und der Dosierung ab.
Zielgerichtete Krebstherapien
Bei bestimmten Tumoren können Medikamente eingesetzt werden, die gezielt bestimmte molekulare Eigenschaften von Krebszellen angreifen.
Voraussetzung ist häufig, dass das Tumorgewebe auf entsprechende Biomarker untersucht wird.
Nicht jede zielgerichtete Therapie wirkt bei jeder Krebserkrankung.
Immuntherapie bei Krebs
Bestimmte moderne Krebstherapien nutzen beziehungsweise verändern die Aktivität des Immunsystems, damit es Tumorzellen besser erkennen und angreifen kann.
Solche Medikamente können bei einigen Krebsarten sehr wirksam sein, aber auch besondere immunvermittelte Nebenwirkungen verursachen.
Neue Beschwerden während einer Immuntherapie sollten deshalb frühzeitig mit dem behandelnden onkologischen Team besprochen werden.
Infektionen
Infektionskrankheiten entstehen durch Krankheitserreger, die in den Körper gelangen und sich dort vermehren können.
Dazu gehören beispielsweise:
- Viren,
- Bakterien,
- Pilze,
- Parasiten.
Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt entscheidend vom Erreger und vom Krankheitsbild ab.
Viren und Bakterien sind nicht dasselbe
Diese Unterscheidung ist insbesondere für die Behandlung wichtig.
Antibiotika wirken gegen bestimmte Bakterien, nicht jedoch gegen Viren.
Deshalb helfen Antibiotika beispielsweise nicht gegen eine gewöhnliche virale Erkältung oder die meisten akuten Bronchitiden.
Antibiotika gezielt einsetzen
Antibiotika gehören zu den wichtigsten Arzneimitteln der modernen Medizin und können bei bakteriellen Infektionen lebensrettend sein.
Sie sollten jedoch gezielt eingesetzt werden.
Eine unnötige Antibiotikatherapie kann:
- Nebenwirkungen verursachen,
- die Darmflora verändern,
- die Entstehung und Verbreitung resistenter Bakterien fördern.
Was sind Antibiotikaresistenzen?
Bei einer Antibiotikaresistenz ist nicht der Mensch gegen das Medikament resistent, sondern das Bakterium.
Bestimmte Antibiotika können diese Bakterien dann nicht mehr ausreichend abtöten oder deren Wachstum hemmen.
Dadurch können Infektionen schwerer zu behandeln sein.
Antibiotikaresistenzen gehören weltweit zu den bedeutenden Herausforderungen der modernen Medizin.
Antibiotika richtig anwenden
Wenn ein Antibiotikum verordnet wurde, sollte es entsprechend der individuellen ärztlichen Verordnung angewendet werden.
Wichtig sind insbesondere:
- richtige Dosis,
- richtiges Einnahmeintervall,
- Beachtung möglicher Wechselwirkungen,
- keine Weitergabe an andere Personen.
Übrig gebliebene Antibiotika sollten nicht bei einer späteren Erkrankung auf eigene Initiative eingenommen werden.
Fieber bei Infektionen
Fieber ist eine natürliche Reaktion des Körpers und kann bei zahlreichen Infektionen auftreten.
Die Höhe der Temperatur allein entscheidet nicht darüber, wie schwer eine Erkrankung ist.
Ebenso wichtig sind:
- Allgemeinzustand,
- Atmung,
- Kreislauf,
- Trinkverhalten,
- Begleiterkrankungen.
Was ist eine Sepsis?
Eine Sepsis ist eine lebensbedrohliche Reaktion des Körpers auf eine Infektion, bei der Organe geschädigt werden können.
Sie wird umgangssprachlich häufig als „Blutvergiftung“ bezeichnet, ist jedoch medizinisch wesentlich komplexer.
Jede schwere Infektion kann grundsätzlich eine Sepsis auslösen.
Warnzeichen einer schweren Infektion
Sofortige medizinische Hilfe kann notwendig sein bei:
- schwerer Atemnot,
- Verwirrtheit oder ungewöhnlicher Benommenheit,
- Bewusstseinsstörungen,
- starken Kreislaufproblemen,
- sehr schwerem allgemeinen Krankheitsgefühl,
- rascher deutlicher Verschlechterung.
Bei akut lebensbedrohlicher Situation gilt der Notruf 112.
Impfungen schützen vor Infektionskrankheiten
Impfungen gehören zu den wirksamsten Maßnahmen zur Vorbeugung bestimmter Infektionskrankheiten.
Sie können sowohl das individuelle Risiko schwerer Erkrankungen als auch die Weiterverbreitung verschiedener Erreger reduzieren.
Welche Impfungen empfohlen sind, richtet sich in Deutschland insbesondere nach den aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO).
Dabei spielen unter anderem Alter, Vorerkrankungen, Schwangerschaft, Beruf und Reisen eine Rolle.
Infektionsschutz bei geschwächtem Immunsystem
Menschen mit einem geschwächten Immunsystem können ein höheres Risiko für bestimmte Infektionen und schwere Verläufe haben.
Dazu können beispielsweise gehören:
- Menschen unter bestimmten Krebstherapien,
- Personen nach Organtransplantation,
- Menschen unter stärkerer immunsuppressiver Therapie,
- bestimmte ältere oder schwer chronisch erkrankte Menschen.
Empfehlungen zu Impfungen und Infektionsschutz müssen in solchen Situationen teilweise individuell angepasst werden.
Infektionen während einer Krebstherapie
Bestimmte Krebsbehandlungen können die Zahl beziehungsweise Funktion weißer Blutkörperchen vermindern und dadurch das Infektionsrisiko erhöhen.
Insbesondere Fieber während einer ausgeprägten Neutropenie kann einen medizinischen Notfall darstellen.
Menschen unter Chemotherapie sollten deshalb die individuellen Anweisungen ihres Behandlungsteams dazu kennen, ab welcher Temperatur beziehungsweise bei welchen Beschwerden sie sofort Kontakt aufnehmen sollen.
Nahrungsergänzungsmittel bei Krebs nicht unkritisch verwenden
Während einer Krebstherapie werden häufig Vitamine, Antioxidantien oder pflanzliche Präparate angeboten.
Solche Produkte sind nicht automatisch harmlos.
Einzelne Nahrungsergänzungsmittel oder pflanzliche Wirkstoffe können mit Krebsmedikamenten interagieren oder deren Wirkung verändern.
Deshalb sollte die Einnahme während einer onkologischen Therapie mit dem Behandlungsteam beziehungsweise der Apotheke abgestimmt werden.
Keine alternativen Krebsheilversprechen
Für Krebserkrankungen werden immer wieder angebliche „natürliche Heilmittel“, spezielle Diäten, Detox-Kuren oder alternative Verfahren beworben.
Besonders kritisch sind Angebote, die versprechen, eine etablierte onkologische Behandlung ersetzen zu können.
Ein unbelegtes Verfahren sollte niemals dazu führen, dass eine nachweislich wirksame Krebstherapie verzögert oder abgebrochen wird.
Für uns gilt: Bei Krebserkrankungen haben wissenschaftlich geprüfte, leitliniengerechte Behandlungsmethoden und eine transparente Nutzen-Risiko-Abwägung Vorrang.
Körperliche Bewegung während und nach Krebs
Bei vielen Krebserkrankungen ist angepasste körperliche Aktivität heute ein wichtiger Bestandteil der unterstützenden Behandlung und Rehabilitation.
Umfang und Intensität sollten an Erkrankung, Behandlung und individuellen Gesundheitszustand angepasst werden.
Psychische Belastung bei Krebs
Eine Krebsdiagnose kann Betroffene und Angehörige stark belasten.
Angst, Unsicherheit, Erschöpfung und depressive Beschwerden sind mögliche Reaktionen.
Psychoonkologische Beratung kann helfen, mit diesen Belastungen umzugehen.
Weitere Informationen finden Sie unter Psychische Erkrankungen .
Wann sollte ein auffälliges Blutbild abgeklärt werden?
Ein einzelner leicht veränderter Blutwert bedeutet nicht automatisch eine schwere Erkrankung.
Eine ärztliche Bewertung ist insbesondere wichtig bei:
- deutlich veränderten Blutwerten,
- Veränderungen mehrerer Zellreihen,
- anhaltender Anämie,
- ungeklärter Blutungsneigung,
- häufigen schweren Infektionen,
- zusätzlichen Allgemeinsymptomen.
Wann sollte man bei ungeklärten Beschwerden zum Arzt?
Medizinischer Rat ist insbesondere sinnvoll bei:
- ungeklärtem Gewichtsverlust,
- anhaltendem Fieber,
- starkem Nachtschweiß,
- ungewöhnlicher anhaltender Müdigkeit,
- ungeklärten Blutungen oder vielen blauen Flecken,
- über längere Zeit vergrößerten Lymphknoten,
- Blut im Stuhl oder Urin,
- anhaltenden beziehungsweise zunehmenden Beschwerden.
Keine dieser Beschwerden beweist für sich eine Krebserkrankung. Entscheidend ist die medizinische Abklärung der tatsächlichen Ursache.
Wann ist sofortige medizinische Hilfe notwendig?
Sofortige Hilfe ist insbesondere erforderlich bei:
- starker nicht stillbarer Blutung,
- schwerer Atemnot,
- Bewusstlosigkeit,
- schweren Kreislaufproblemen,
- plötzlichem starken Brustschmerz,
- schwerem Krankheitsbild mit rascher Verschlechterung.
Bei einer akut lebensbedrohlichen Situation gilt der Notruf 112.
Kapellen-Apotheke: sichere Arzneimitteltherapie
Gerade Menschen mit chronischen Erkrankungen, Krebstherapien oder mehreren gleichzeitig verwendeten Medikamenten können von einer sorgfältigen Prüfung ihrer Arzneimittel profitieren.
In der Kapellen-Apotheke in Mömbris unterstützen wir Sie beispielsweise bei Fragen zu:
- korrekter Einnahme verordneter Arzneimittel,
- Wechselwirkungen,
- Antibiotika,
- Schmerzmitteln,
- Nahrungsergänzungsmitteln während einer Therapie,
- Umgang mit Nebenwirkungen, soweit eine Selbstbehandlung sinnvoll ist.
Eine pharmazeutische Beratung ergänzt die ärztliche beziehungsweise onkologische Behandlung, ersetzt sie jedoch nicht.
Häufige Fragen zu Blut, Krebs und Infektionen
Was ist eine Anämie?
Bei einer Anämie ist zu wenig roter Blutfarbstoff beziehungsweise zu wenig funktionsfähige rote Blutkörperchen vorhanden. Häufige Beschwerden sind Müdigkeit, Blässe, Schwäche und Kurzatmigkeit bei Belastung.
Ist Eisenmangel immer die Ursache einer Anämie?
Nein. Eisenmangel ist häufig, aber eine Blutarmut kann beispielsweise auch durch Vitaminmangel, chronische Erkrankungen, Blutverlust, Nierenerkrankungen oder Störungen der Blutbildung entstehen.
Bedeutet ein vergrößerter Lymphknoten Krebs?
Nein. Lymphknoten vergrößern sich besonders häufig bei Infektionen. Bleiben sie jedoch ungewöhnlich lange vergrößert, wachsen weiter oder treten zusätzliche Beschwerden wie Gewichtsverlust oder Fieber auf, sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen.
Kann man Krebs mit einem normalen Bluttest ausschließen?
Nein. Es gibt derzeit keinen einfachen allgemeinen Bluttest, der sämtliche Krebserkrankungen zuverlässig ausschließen kann. Welche Untersuchungen notwendig sind, hängt von Krebsart, Beschwerden und individuellem Risiko ab.
Wirken Antibiotika gegen Viren?
Nein. Antibiotika wirken gegen bestimmte Bakterien. Gegen Erkältungs- und andere Virusinfektionen sind sie nicht wirksam.
Was bedeutet Antibiotikaresistenz?
Dabei sind bestimmte Bakterien gegen ein Antibiotikum unempfindlich geworden. Infektionen mit solchen Erregern können schwieriger zu behandeln sein.
Warum sind Impfungen wichtig?
Impfungen können das Risiko bestimmter Infektionskrankheiten und ihrer schweren Komplikationen deutlich reduzieren. Welche Impfungen empfohlen werden, legt in Deutschland die STIKO anhand der aktuellen wissenschaftlichen Daten fest.
Was sind typische Warnzeichen einer schweren Infektion?
Starke Atemnot, Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen, schwere Kreislaufprobleme oder eine rasche deutliche Verschlechterung können auf einen medizinischen Notfall hinweisen.
Verlässliche medizinische Informationen
Für Informationen zu Blutkrankheiten, Krebs und Infektionen orientieren wir uns bevorzugt an offiziellen Gesundheitsinformationen, aktuellen Fachleitlinien und unabhängigen wissenschaftlichen Institutionen.
- gesund.bund.de – Blutarmut (Anämie)
- Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums
- Krebsinformationsdienst – Krebsfrüherkennung
- Robert Koch-Institut – Infektionskrankheiten
- Robert Koch-Institut – Antibiotikaresistenz
- Robert Koch-Institut – Impfen und STIKO
Bei Fragen zu einem Arzneimittel oder dessen Verfügbarkeit können Sie auch unsere Kontaktseite nutzen.
Medizinischer Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen gesundheitlichen Orientierung und ersetzen keine ärztliche oder onkologische Untersuchung, Diagnose oder individuelle Behandlung. Ungewöhnliche Blutungen, anhaltendes Fieber, ungeklärter Gewichtsverlust und andere Warnzeichen sollten medizinisch abgeklärt werden. Bei akut lebensbedrohlichen Beschwerden gilt der Notruf 112.
