Rheumatologische Erkrankungen: Symptome & Behandlung

Rheumatologische Erkrankungen

Der Begriff Rheuma bezeichnet nicht eine einzelne Krankheit. Unter rheumatischen Erkrankungen werden zahlreiche unterschiedliche Krankheitsbilder zusammengefasst, die Gelenke, Wirbelsäule, Muskeln, Sehnen, Bindegewebe und teilweise auch innere Organe betreffen können.

Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und anderen Ursachen von Gelenk- oder Rückenschmerzen.

Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Psoriasis-Arthritis oder axiale Spondyloarthritis beruhen auf chronischen Entzündungsprozessen. Sie sollten möglichst früh erkannt und gezielt behandelt werden, um Beschwerden zu reduzieren und dauerhafte Schäden zu vermeiden.

In der Kapellen-Apotheke in Mömbris unterstützen wir Sie bei Fragen zu verordneten Rheumamedikamenten, Schmerzmitteln, Wechselwirkungen und einer sicheren Arzneimittelanwendung.

Was versteht man unter Rheuma?

Im Alltag wird mit „Rheuma“ häufig die rheumatoide Arthritis gemeint. Medizinisch umfasst der Begriff jedoch wesentlich mehr Erkrankungen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • rheumatoide Arthritis,
  • Psoriasis-Arthritis,
  • axiale Spondyloarthritis beziehungsweise Morbus Bechterew,
  • entzündliche Bindegewebserkrankungen wie Lupus erythematodes,
  • Gefäßentzündungen (Vaskulitiden),
  • Gicht und andere Kristallarthropathien.

Auch Beschwerden durch Arthrose oder Weichteilerkrankungen werden umgangssprachlich manchmal als „Rheuma“ bezeichnet, obwohl ihre Ursache eine andere ist.

Rheuma oder Arthrose – was ist der Unterschied?

Eine rheumatoide Arthritis ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung. Dabei richtet sich das Immunsystem gegen körpereigenes Gewebe, insbesondere gegen Strukturen der Gelenke.

Arthrose ist dagegen keine klassische Autoimmunerkrankung. Hier stehen Veränderungen und Abbauprozesse des Gelenkknorpels im Vordergrund.

Auch die Beschwerden können sich unterscheiden.

Hinweise auf eine entzündliche Gelenkerkrankung können sein:

  • geschwollene und überwärmte Gelenke,
  • ausgeprägte Morgensteifigkeit,
  • Schmerzen auch in Ruhe,
  • Beschwerden an mehreren Gelenken gleichzeitig,
  • Müdigkeit und ausgeprägte Erschöpfung.

Bei Arthrose treten Schmerzen dagegen häufig stärker bei Belastung auf. Eine sichere Unterscheidung sollte medizinisch erfolgen.

Rheumatoide Arthritis

Die rheumatoide Arthritis gehört zu den häufigsten entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.

Dabei sind normalerweise mehrere Gelenke dauerhaft entzündet. Besonders häufig beginnen die Beschwerden an den kleinen Gelenken von Händen und Füßen.

Typische Symptome sind:

  • schmerzende Gelenke,
  • sichtbare Gelenkschwellungen,
  • Überwärmung,
  • Morgensteifigkeit,
  • verminderte Kraft,
  • Müdigkeit beziehungsweise Fatigue.

Häufig sind ähnliche Gelenke auf beiden Körperseiten betroffen.

Warum ist eine frühe Diagnose wichtig?

Eine unbehandelte rheumatoide Arthritis kann Gelenke dauerhaft schädigen. Durch eine frühzeitige Behandlung lässt sich das Fortschreiten der Erkrankung heute jedoch häufig deutlich bremsen.

Besteht über mehrere Wochen eine ungeklärte Gelenkschwellung oder eine ausgeprägte Morgensteifigkeit, sollte deshalb frühzeitig eine ärztliche beziehungsweise rheumatologische Untersuchung erfolgen.

Psoriasis-Arthritis

Eine Psoriasis-Arthritis ist eine chronisch-entzündliche Gelenkerkrankung, die mit einer Schuppenflechte (Psoriasis) zusammenhängen kann.

Typische Beschwerden sind:

  • schmerzende und geschwollene Gelenke,
  • Morgensteifigkeit,
  • Entzündungen an Fingern und Zehen,
  • Sehnen- und Sehnenansatzbeschwerden,
  • Rücken- oder Wirbelsäulenbeschwerden,
  • Fatigue.

Häufig besteht bereits seit Jahren eine Haut-Psoriasis. Gelenkbeschwerden können aber auch vor deutlich sichtbaren Hautveränderungen auftreten.

Menschen mit Psoriasis sollten deshalb neue oder anhaltende Gelenkbeschwerden nicht einfach als normale Verschleißerscheinungen abtun.

Axiale Spondyloarthritis und Morbus Bechterew

Die axiale Spondyloarthritis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, bei der vor allem die Wirbelsäule und die Gelenke zwischen Kreuzbein und Becken betroffen sein können.

Der bekannte Morbus Bechterew beziehungsweise die ankylosierende Spondylitis gehört zu dieser Krankheitsgruppe.

Typisch sind länger bestehende Rückenschmerzen, die durch eine Entzündung verursacht werden können.

Hinweise auf entzündlichen Rückenschmerz können sein:

  • Beschwerden über längere Zeit,
  • ausgeprägte Morgensteifigkeit,
  • Besserung durch Bewegung,
  • Beschwerden in Ruhe oder nachts.

Mit Fortschreiten der Erkrankung kann die Beweglichkeit der Wirbelsäule eingeschränkt werden.

Gicht

Gicht ist keine klassische Autoimmunerkrankung, gehört aber zu den entzündlichen Gelenkerkrankungen.

Ursache sind Harnsäurekristalle, die sich in Gelenken ablagern und dort eine starke Entzündung auslösen können.

Ein Gichtanfall beginnt häufig plötzlich innerhalb weniger Stunden.

Typisch sind:

  • extrem starke Gelenkschmerzen,
  • Schwellung,
  • Rötung und Überwärmung,
  • starke Berührungsempfindlichkeit.

Besonders bekannt ist ein Gichtanfall am Großzehengrundgelenk, grundsätzlich können aber auch andere Gelenke betroffen sein.

Nicht jeder erhöhte Harnsäurewert muss automatisch medikamentös behandelt werden. Entscheidend sind unter anderem Beschwerden, Gichtanfälle und mögliche Folgeerkrankungen.

Weitere Informationen zu Stoffwechselerkrankungen finden Sie unter Stoffwechsel.

Systemischer Lupus erythematodes

Beim systemischen Lupus erythematodes (SLE) handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die unterschiedliche Organe und Gewebe betreffen kann.

Je nach Person können beispielsweise Gelenke, Haut, Blut, Nieren oder andere Organsysteme betroffen sein.

Die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein und in Schüben auftreten.

Aufgrund dieser Vielfalt ist eine fachärztliche Diagnostik besonders wichtig.

Vaskulitiden

Unter Vaskulitiden versteht man verschiedene Erkrankungen, bei denen sich Blutgefäße entzünden.

Welche Beschwerden auftreten, hängt davon ab, welche Gefäße und Organe betroffen sind.

Möglich sind beispielsweise:

  • allgemeines Krankheitsgefühl,
  • Fieber,
  • Gewichtsverlust,
  • Hautveränderungen,
  • Gelenk- oder Muskelschmerzen,
  • Beschwerden bestimmter Organe.

Der Verdacht auf eine Vaskulitis gehört in fachärztliche Hände.

Fibromyalgie

Auch die Fibromyalgie wird häufig im Zusammenhang mit rheumatologischen Beschwerden genannt.

Sie unterscheidet sich jedoch grundlegend von einer entzündlichen Arthritis. Es handelt sich um eine chronische Schmerzerkrankung, bei der die Schmerzverarbeitung verändert ist.

Typische Beschwerden können sein:

  • weit verbreitete Schmerzen,
  • Erschöpfung,
  • Schlafprobleme,
  • Konzentrationsbeschwerden.

Die Behandlung unterscheidet sich entsprechend deutlich von der Therapie einer rheumatoiden Arthritis.

Welche Symptome sprechen für entzündliches Rheuma?

Einzelne Gelenkschmerzen sind sehr häufig und bedeuten nicht automatisch Rheuma.

Bestimmte Kombinationen von Beschwerden können jedoch auf eine entzündliche Erkrankung hinweisen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Gelenkschwellungen ohne Verletzung,
  • Überwärmung von Gelenken,
  • Morgensteifigkeit über längere Zeit,
  • mehrere gleichzeitig betroffene Gelenke,
  • Beschwerden über Wochen,
  • entzündliche Rückenschmerzen,
  • ausgeprägte Erschöpfung,
  • Begleiterkrankungen wie Psoriasis.

Morgensteifigkeit

Eine längere Morgensteifigkeit ist ein typisches Merkmal verschiedener entzündlicher Gelenkerkrankungen.

Betroffene berichten beispielsweise, dass Hände oder andere Gelenke nach dem Aufstehen zunächst sehr unbeweglich sind und erst nach einiger Zeit beziehungsweise durch Bewegung besser funktionieren.

Bei rheumatoider Arthritis kann diese Steifigkeit deutlich länger als eine Stunde anhalten.

Fatigue bei Rheuma

Rheumatische Erkrankungen können den gesamten Körper beeinflussen.

Deshalb gehören neben Schmerzen und Gelenkbeschwerden häufig auch Müdigkeit und ausgeprägte Erschöpfung zum Krankheitsbild.

Diese sogenannte Fatigue kann die Leistungsfähigkeit, Konzentration und Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

Sie ist nicht einfach mit normaler Müdigkeit gleichzusetzen.

Wie werden rheumatologische Erkrankungen diagnostiziert?

Es gibt keinen einzelnen Test, mit dem sich sämtliche rheumatischen Erkrankungen feststellen lassen.

Die Diagnose ergibt sich meistens aus mehreren Bausteinen.

Dazu gehören:

  • ausführliche Erhebung der Beschwerden,
  • körperliche Untersuchung,
  • Untersuchung der Gelenke,
  • Blutuntersuchungen,
  • Ultraschall,
  • Röntgen,
  • gegebenenfalls Magnetresonanztomografie (MRT).

Welche Blutwerte werden untersucht?

Je nach Verdacht können unterschiedliche Laborwerte hilfreich sein.

Dazu gehören beispielsweise:

  • CRP und Blutsenkung als Entzündungsparameter,
  • Rheumafaktor,
  • Antikörper gegen citrullinierte Peptide (ACPA/Anti-CCP),
  • weitere Autoantikörper bei bestimmten Erkrankungen,
  • Harnsäure bei Verdacht auf Gicht.

Wichtig ist: Ein einzelner auffälliger oder normaler Blutwert beweist beziehungsweise widerlegt eine rheumatische Erkrankung nicht automatisch.

Die Ergebnisse müssen immer zusammen mit Beschwerden und Untersuchungsbefunden beurteilt werden.

Weitere Informationen zu Laboruntersuchungen finden Sie unter Laborwerte A–Z.

Wie wird rheumatoide Arthritis behandelt?

Ziel der modernen Behandlung ist nicht lediglich, Schmerzen kurzfristig zu unterdrücken.

Die Entzündung soll möglichst wirksam kontrolliert werden, damit Gelenkschäden verhindert oder verlangsamt werden.

Dafür werden sogenannte krankheitsmodifizierende antirheumatische Medikamente (DMARDs) eingesetzt.

Zu den Behandlungsgruppen gehören:

  • konventionelle synthetische DMARDs,
  • Biologika,
  • gezielt wirkende synthetische Medikamente.

Welches Präparat geeignet ist, hängt von Erkrankung, Aktivität, Begleiterkrankungen und bisherigen Behandlungen ab.

Methotrexat

Methotrexat (MTX) gehört zu den häufig verwendeten Basismedikamenten bei rheumatoider Arthritis.

Die Wirkung setzt nicht unmittelbar ein, sondern entwickelt sich typischerweise über mehrere Wochen.

Während einer Therapie sind regelmäßige ärztliche und laborchemische Kontrollen erforderlich.

Wichtig ist außerdem, dass Methotrexat bei rheumatologischen Erkrankungen üblicherweise einmal wöchentlich angewendet wird. Eine versehentliche tägliche Einnahme kann zu schweren Vergiftungen führen.

Deshalb sollte der konkrete Einnahmetag eindeutig dokumentiert sein.

Biologika und moderne Rheumatherapie

Wenn eine konventionelle Behandlung nicht ausreichend wirkt oder aufgrund der individuellen Erkrankungssituation nicht geeignet ist, können sogenannte Biologika oder andere gezielt wirkende Arzneimittel eingesetzt werden.

Diese Medikamente greifen gezielt in bestimmte Prozesse des Immunsystems ein.

Dadurch können sie Entzündungen sehr wirksam reduzieren, gleichzeitig aber auch die Infektabwehr beeinflussen.

Vor und während der Behandlung sind deshalb bestimmte Untersuchungen und regelmäßige Kontrollen notwendig.

Kortison

Glukokortikoide wie Prednisolon können Entzündungen schnell hemmen und Beschwerden verbessern.

Bei rheumatoider Arthritis werden sie beispielsweise zeitweise eingesetzt, bis die Wirkung eines Basismedikaments einsetzt.

Eine längerfristige Behandlung kann jedoch relevante Nebenwirkungen haben. Dosis und Behandlungsdauer sollten deshalb möglichst individuell und ärztlich festgelegt werden.

Kortison sollte nach längerer Anwendung nicht eigenständig plötzlich abgesetzt werden.

Schmerzmittel bei rheumatischen Erkrankungen

Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen können Schmerzen und Entzündungsbeschwerden lindern.

Sie ersetzen bei einer rheumatoiden Arthritis jedoch keine notwendige krankheitsmodifizierende Basistherapie.

NSAR können unter anderem Magen-Darm-Trakt, Nieren und Herz-Kreislauf-System belasten.

Besonders bei älteren Menschen oder bestehenden Erkrankungen sollte daher geprüft werden, welches Schmerzmittel geeignet ist.

Weitere Informationen finden Sie unter Nieren und Harnwege sowie Herz, Gefäße und Kreislauf .

Bewegung ist Teil der Behandlung

Bei rheumatischen Erkrankungen sollte Bewegung nicht grundsätzlich aus Angst vor Schmerzen vermieden werden.

Angepasste körperliche Aktivität kann helfen:

  • Beweglichkeit zu erhalten,
  • Muskulatur zu stärken,
  • Gelenkfunktion zu unterstützen,
  • Ausdauer zu verbessern.

Welche Belastung sinnvoll ist, hängt von Erkrankung, Krankheitsaktivität und individuellen Einschränkungen ab.

Physiotherapie und Ergotherapie

Physiotherapie kann helfen, Kraft, Beweglichkeit und Gelenkfunktion zu erhalten beziehungsweise zu verbessern.

In der Ergotherapie werden unter anderem Strategien vermittelt, um Gelenke im Alltag zu entlasten und trotz Einschränkungen möglichst selbstständig zu bleiben.

Bei bestimmten Erkrankungen können zusätzlich Hilfsmittel sinnvoll sein.

Rauchen und rheumatoide Arthritis

Rauchen gehört zu den bekannten Risikofaktoren für rheumatoide Arthritis und kann auch den Krankheitsverlauf ungünstig beeinflussen.

Ein Rauchstopp ist deshalb auch bei einer bereits bestehenden rheumatischen Erkrankung sinnvoll.

Unterstützung finden Sie in unserer Kategorie Raucherentwöhnung.

Ernährung bei Rheuma

Im Internet werden zahlreiche spezielle „Rheuma-Diäten“, Nahrungsergänzungsmittel und angebliche entzündungshemmende Kuren beworben.

Eine einzelne Ernährungsform kann eine notwendige medikamentöse Rheumatherapie jedoch nicht ersetzen.

Sinnvoll ist grundsätzlich eine ausgewogene Ernährung. Bei zusätzlichen Stoffwechsel- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollte auch deren Behandlung berücksichtigt werden.

Nahrungsergänzungsmittel kritisch beurteilen

Hoch dosierte Vitamine, Kräuterpräparate oder andere Supplemente werden häufig mit einer angeblichen Wirkung gegen Entzündungen beworben.

Nicht für alle Produkte ist ein klinisch relevanter Nutzen nachgewiesen.

Zudem können Nahrungsergänzungsmittel mit Medikamenten interagieren. Bei einer bestehenden Rheumatherapie sollte die Einnahme deshalb vorab fachlich geprüft werden.

Infektionen unter Rheumamedikamenten

Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen, können das Risiko bestimmter Infektionen verändern.

Bei hohem Fieber oder einer schweren Infektion sollte deshalb ärztlicher Rat eingeholt werden.

Ob ein Rheumamedikament bei einer Infektion vorübergehend pausiert werden muss, hängt vom Wirkstoff und von der Situation ab und sollte nicht eigenständig entschieden werden.

Impfungen bei rheumatischen Erkrankungen

Gerade bei einer immunsuppressiven Behandlung kann ein aktueller Impfschutz besonders wichtig sein.

Welche Impfungen empfohlen und welche Impfstoffe während einer bestimmten Therapie geeignet sind, hängt vom verwendeten Medikament und der individuellen Situation ab.

Der Impfstatus sollte deshalb möglichst bereits vor Beginn einer stärkeren immunsuppressiven Therapie überprüft werden.

Schwangerschaft und Rheumamedikamente

Bei Kinderwunsch oder Schwangerschaft müssen manche Rheumamedikamente besonders sorgfältig beurteilt werden.

Einzelne Wirkstoffe können während einer Schwangerschaft ungeeignet sein, während für andere gut untersuchte Therapieoptionen zur Verfügung stehen.

Eine notwendige Rheumatherapie sollte jedoch nicht eigenständig abgesetzt werden.

Kinderwunsch sollte möglichst früh mit der behandelnden Rheumatologie und Gynäkologie besprochen werden.

Weitere Informationen finden Sie unter Schwangerschaft .

Rheumatische Erkrankungen können auch andere Organe betreffen

Entzündlich-rheumatische Erkrankungen sind nicht immer ausschließlich Gelenkerkrankungen.

Je nach Krankheitsbild können beispielsweise auch betroffen sein:

  • Augen,
  • Haut,
  • Lunge,
  • Herz und Gefäße,
  • Nieren,
  • Nervensystem.

Neue Beschwerden außerhalb der Gelenke sollten deshalb bei bekannter rheumatischer Erkrankung mit der behandelnden Praxis besprochen werden.

Wann sollte man an Rheuma denken?

Eine rheumatologische Abklärung kann sinnvoll sein, wenn:

  • ein oder mehrere Gelenke über längere Zeit geschwollen sind,
  • ausgeprägte Morgensteifigkeit besteht,
  • Gelenkbeschwerden ohne Verletzung über Wochen anhalten,
  • Rückenschmerzen in Ruhe stärker und durch Bewegung besser werden,
  • Psoriasis und neue Gelenkbeschwerden gleichzeitig bestehen,
  • wiederkehrende Entzündungsschübe auftreten.

Wann sollte ein akut geschwollenes Gelenk sofort untersucht werden?

Ein plötzlich stark schmerzendes, deutlich geschwollenes und überwärmtes Gelenk sollte insbesondere bei Fieber rasch medizinisch untersucht werden.

Ursache kann zwar beispielsweise ein Gichtanfall sein, es muss jedoch auch eine bakterielle Gelenkinfektion ausgeschlossen werden.

Eine solche Infektion kann das Gelenk innerhalb kurzer Zeit schwer schädigen und erfordert eine schnelle Behandlung.

Rheuma und Herz-Kreislauf-Risiko

Chronische Entzündungsprozesse können bei bestimmten rheumatischen Erkrankungen auch mit einem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko verbunden sein.

Deshalb sollten klassische Risikofaktoren wie:

  • Bluthochdruck,
  • Rauchen,
  • Diabetes,
  • erhöhte Cholesterinwerte

ebenfalls konsequent behandelt werden.

Mehr dazu finden Sie unter Herz, Gefäße und Kreislauf .

Rheuma und psychische Gesundheit

Chronische Schmerzen, Fatigue und Einschränkungen im Alltag können auch psychisch belastend sein.

Depressionen oder Ängste sollten nicht als unvermeidliche Begleiterscheinung einer chronischen Erkrankung hingenommen werden.

Auch hier gibt es professionelle Unterstützungsmöglichkeiten.

Weitere Informationen finden Sie unter Psychische Erkrankungen .

Rheuma im höheren Lebensalter

Rheumatische Erkrankungen können in jedem Lebensalter auftreten. Im höheren Alter kommen jedoch häufiger weitere Erkrankungen und mehrere gleichzeitig verwendete Medikamente hinzu.

Dadurch gewinnen Wechselwirkungen, Nierenfunktion, Herz-Kreislauf-Risiken und eine möglichst sichere Schmerztherapie zusätzlich an Bedeutung.

Weitere Informationen finden Sie unter Erkrankungen im Alter .

Orthopädische oder rheumatologische Erkrankung?

Nicht jeder Gelenk- oder Rückenschmerz ist rheumatologisch bedingt.

Verletzungen, Arthrose, Bandscheibenprobleme oder andere mechanische Beschwerden können eher in den Bereich der Orthopädie fallen.

Informationen dazu finden Sie unter Orthopädie und Unfallmedizin .

Kapellen-Apotheke: sicherer Umgang mit Rheumamedikamenten

Die moderne Rheumatherapie kann sehr wirksam sein, umfasst aber teilweise Medikamente mit besonderen Anforderungen.

In der Kapellen-Apotheke in Mömbris unterstützen wir Sie beispielsweise bei Fragen zu:

  • korrekter Einnahme und Anwendung,
  • Wechselwirkungen,
  • Schmerzmitteln,
  • Methotrexat und anderen Basismedikamenten,
  • möglichen Nebenwirkungen,
  • Arzneimitteln bei mehreren gleichzeitig bestehenden Erkrankungen.

Dabei gilt auch hier: Eine Apotheke ergänzt die rheumatologische Behandlung, ersetzt aber nicht die regelmäßige fachärztliche Kontrolle.

Keine unbelegten „Rheuma-Kuren“

Für rheumatische Erkrankungen werden zahlreiche Detox-Kuren, spezielle Nahrungsergänzungsmittel, extreme Diäten und vermeintlich natürliche Alternativtherapien beworben.

Eine entzündliche rheumatische Erkrankung sollte jedoch nicht zugunsten einer unbewiesenen Behandlung unzureichend therapiert werden.

Für uns gilt: Entscheidungen zur Rheumatherapie sollten auf überprüfter Wirksamkeit, Sicherheit und aktuellen medizinischen Leitlinien beruhen.

Häufige Fragen zu rheumatologischen Erkrankungen

Ist Rheuma eine einzelne Krankheit?

Nein. Rheuma ist ein Sammelbegriff für viele unterschiedliche Erkrankungen. Dazu gehören beispielsweise rheumatoide Arthritis, Psoriasis-Arthritis, axiale Spondyloarthritis und verschiedene Bindegewebserkrankungen.

Was sind typische Anzeichen für rheumatoide Arthritis?

Typisch sind mehrere schmerzende und geschwollene Gelenke, ausgeprägte Morgensteifigkeit, eingeschränkte Beweglichkeit sowie häufig Müdigkeit und Erschöpfung.

Was ist der Unterschied zwischen Rheuma und Arthrose?

Rheumatoide Arthritis ist eine entzündliche Autoimmunerkrankung. Arthrose beruht dagegen vor allem auf Veränderungen beziehungsweise Abbauprozessen im Gelenk und wird anders behandelt.

Kann Rheuma geheilt werden?

Viele chronisch-entzündliche rheumatische Erkrankungen sind derzeit nicht heilbar. Moderne Medikamente können die Krankheitsaktivität jedoch häufig stark reduzieren und dauerhafte Gelenkschäden verhindern oder verzögern.

Warum muss rheumatoide Arthritis früh behandelt werden?

Die Entzündung kann Gelenke dauerhaft schädigen. Je früher eine wirksame Basistherapie beginnt, desto besser sind die Möglichkeiten, solche Schäden zu verhindern.

Was sind DMARDs?

DMARDs sind krankheitsmodifizierende Medikamente. Sie beeinflussen die zugrunde liegenden Entzündungsprozesse und dienen dazu, die Erkrankung langfristig zu kontrollieren und Gelenkschäden möglichst zu verhindern.

Reichen Schmerzmittel bei rheumatoider Arthritis aus?

Nein. Schmerzmittel können Beschwerden lindern, verhindern aber nicht automatisch die durch die Erkrankung verursachten Gelenkschäden. Bei rheumatoider Arthritis ist deshalb häufig eine Basistherapie erforderlich.

Ist Bewegung bei Rheuma sinnvoll?

Ja. Angepasste Bewegung, Physiotherapie und gegebenenfalls Ergotherapie gehören zu den wichtigen Bestandteilen der Behandlung und können helfen, Kraft und Beweglichkeit zu erhalten.

Wann sollte ein geschwollenes Gelenk rasch untersucht werden?

Ein plötzlich stark schmerzendes, heißes und deutlich geschwollenes Gelenk sollte besonders bei Fieber rasch medizinisch untersucht werden, da unter anderem eine Gelenkinfektion ausgeschlossen werden muss.

Verlässliche medizinische Informationen

Bei Informationen zu rheumatologischen Erkrankungen orientieren wir uns an aktuellen Leitlinien sowie unabhängigen und offiziellen Gesundheitsinformationen.

Bei Fragen zu Arzneimitteln oder deren Verfügbarkeit können Sie auch unsere Kontaktseite nutzen.

Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen gesundheitlichen Orientierung und ersetzen keine rheumatologische Untersuchung, Diagnose oder individuelle Behandlung. Neue Gelenkschwellungen, länger anhaltende Morgensteifigkeit oder andere Hinweise auf eine entzündliche Gelenkerkrankung sollten frühzeitig medizinisch abgeklärt werden.