Geburt und Stillzeit
Die Geburt eines Kindes und die ersten Wochen danach sind eine besondere Zeit für die ganze Familie. Für Mutter und Kind bedeutet diese Phase große körperliche und emotionale Veränderungen.
In der Kapellen-Apotheke in Mömbris ist uns die Gesundheit von Müttern und Kindern besonders wichtig. Bei Informationen rund um Geburt, Wochenbett und Stillzeit orientieren wir uns deshalb an aktuellen medizinischen Leitlinien, offiziellen Empfehlungen und wissenschaftlich geprüften Erkenntnissen.
Gerade während Schwangerschaft und Stillzeit sollten Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Präparate nicht unkritisch verwendet werden. Was für andere Erwachsene problemlos geeignet ist, muss für eine Schwangere, Stillende oder ein Neugeborenes nicht automatisch die richtige Wahl sein.
Geburt: ein natürlicher Prozess mit professioneller Begleitung
Eine Geburt ist grundsätzlich ein natürlicher körperlicher Vorgang. Gleichzeitig können sich Situationen entwickeln, in denen eine medizinische Unterstützung notwendig wird.
Hebammen, Ärztinnen und Ärzte beobachten deshalb während der Geburt den Verlauf und den Gesundheitszustand von Mutter und Kind.
Ziel ist es, eine normale Geburt möglichst physiologisch zu begleiten und gleichzeitig Veränderungen rechtzeitig zu erkennen, die eine medizinische Maßnahme erforderlich machen können.
Wann beginnt die Geburt?
Eine Schwangerschaft dauert im Durchschnitt etwa 40 Wochen. Nur ein kleiner Teil der Kinder kommt genau am errechneten Geburtstermin zur Welt.
Hinweise auf einen beginnenden Geburtsprozess können insbesondere sein:
- regelmäßig wiederkehrende Wehen,
- zunehmend stärkere und häufigere Wehen,
- Abgang von Fruchtwasser nach einem Blasensprung.
Wenn die Fruchtblase platzt oder regelmäßige Wehen einsetzen, sollten Schwangere entsprechend der zuvor vereinbarten Vorgehensweise Kontakt mit ihrer Hebamme oder der Geburtsklinik aufnehmen.
Übungswehen sind nicht dasselbe wie Geburtswehen
Bereits vor dem eigentlichen Geburtsbeginn kann sich die Gebärmutter zusammenziehen. Solche Übungs- oder Senkwehen bedeuten nicht automatisch, dass die Geburt unmittelbar beginnt.
Geburtswehen werden im Verlauf typischerweise regelmäßiger und stärker und bewirken Veränderungen am Gebärmutterhals beziehungsweise Muttermund.
Bei Unsicherheit ist die betreuende Hebamme beziehungsweise Geburtsklinik die richtige Anlaufstelle.
Wo kann ein Kind geboren werden?
Die meisten Kinder in Deutschland kommen in einem Krankenhaus zur Welt. Bei einer unkomplizierten Schwangerschaft können je nach individueller Situation auch ein Geburtshaus oder eine geplante Hausgeburt infrage kommen.
Welcher Geburtsort geeignet ist, hängt unter anderem vom Verlauf der Schwangerschaft, bestehenden Risikofaktoren und den persönlichen Wünschen der werdenden Eltern ab.
Die Entscheidung sollte gemeinsam mit Hebamme und ärztlichen Fachpersonen getroffen werden.
Geburtsvorbereitung
Eine gute Vorbereitung kann helfen, Unsicherheit vor der Geburt zu reduzieren. In Geburtsvorbereitungskursen werden beispielsweise folgende Themen besprochen:
- Ablauf einer Geburt,
- Wehen und Geburtsphasen,
- Atem- und Entspannungstechniken,
- Möglichkeiten der Schmerzlinderung,
- Rolle der Begleitperson,
- Stillbeginn und Versorgung des Neugeborenen,
- Wochenbett und erste Zeit zu Hause.
Auch Fragen und individuelle Sorgen können dort mit qualifizierten Fachpersonen besprochen werden.
Schmerzlinderung während der Geburt
Wie stark Geburtsschmerzen empfunden werden, ist sehr individuell. Es gibt verschiedene nicht-medikamentöse und medikamentöse Möglichkeiten zur Schmerzlinderung.
Dazu können beispielsweise Bewegung, Wärme, unterschiedliche Gebärpositionen, Entspannungsverfahren sowie medizinische Schmerztherapien gehören.
Welche Methode geeignet ist, hängt von der persönlichen Situation und vom Verlauf der Geburt ab.
Kaiserschnitt
Ein Kaiserschnitt kann geplant erfolgen oder während einer bereits begonnenen Geburt notwendig werden.
Medizinische Gründe können sowohl die Gesundheit der Mutter als auch die Situation des Kindes betreffen.
Ein Kaiserschnitt ist eine Operation. Deshalb unterscheiden sich Erholung, Wundheilung und teilweise auch die körperliche Belastbarkeit nach der Geburt von einer vaginalen Geburt.
Auch nach einem Kaiserschnitt kann Stillen grundsätzlich möglich sein. Unterstützung beim frühen Hautkontakt und beim Anlegen kann dabei hilfreich sein.
Die ersten Stunden nach der Geburt
Wenn Mutter und Kind gesundheitlich stabil sind, ist ein früher direkter Hautkontakt nach der Geburt sinnvoll.
Hautkontakt unterstützt das gegenseitige Kennenlernen und kann einen positiven Stillbeginn fördern.
Auch nach einem Kaiserschnitt kann Hautkontakt je nach medizinischer Situation ermöglicht werden.
Was ist das Wochenbett?
Als Wochenbett bezeichnet man ungefähr die ersten sechs bis acht Wochen nach der Geburt.
In dieser Zeit erholt sich der Körper von Schwangerschaft und Geburt. Gleichzeitig lernen Eltern und Kind einander kennen und entwickeln neue Abläufe im Alltag.
Dazu gehören unter anderem:
- Rückbildung der Gebärmutter,
- Wochenfluss,
- Heilung möglicher Geburtsverletzungen oder einer Kaiserschnittwunde,
- Beginn der Milchbildung,
- körperliche und hormonelle Umstellungen,
- Anpassung an Schlaf- und Trinkrhythmus des Babys.
Unterstützung im Wochenbett ist wichtig
Die erste Zeit mit einem Neugeborenen kann schön, aber auch körperlich und emotional sehr fordernd sein.
Ruhe und praktische Unterstützung sind deshalb wichtig. Angehörige können beispielsweise bei Einkäufen, Mahlzeiten oder Haushaltsaufgaben helfen, damit die Mutter ausreichend Zeit für Erholung und das Baby hat.
In Deutschland besteht zudem Anspruch auf Hebammenbetreuung nach der Geburt. Die Hebamme begleitet Mutter und Kind, kontrolliert die körperliche Rückbildung und unterstützt unter anderem bei Fragen zum Stillen und zur Versorgung des Babys.
Nachsorge der Mutter
Auch wenn die Geburt problemlos verlaufen ist, gehören Nachsorgeuntersuchungen zur regulären medizinischen Betreuung.
Kontrolliert werden können unter anderem:
- Rückbildung der Gebärmutter,
- Wochenfluss,
- Wundheilung,
- Blutdruck,
- körperliches und psychisches Befinden.
Eine reguläre gynäkologische Nachuntersuchung findet üblicherweise einige Wochen nach der Geburt statt. Bei Beschwerden oder Komplikationen sollte selbstverständlich früher ärztlicher Rat eingeholt werden.
Untersuchungen des Neugeborenen
Bereits kurz nach der Geburt beginnen die vorgesehenen Früherkennungsuntersuchungen des Kindes.
Die U1 erfolgt unmittelbar nach der Geburt. Die U2 findet zwischen dem 3. und 10. Lebenstag statt, die U3 in der 4. bis 5. Lebenswoche.
Dabei werden Gesundheit und Entwicklung des Kindes beurteilt.
Weitere Informationen finden Sie auch auf unserer Seite Kinderkrankheiten .
Stillen: Ernährung und Nähe
Muttermilch ist an den Bedarf eines Säuglings angepasst und enthält neben Nährstoffen auch weitere biologisch aktive Bestandteile.
Stillen ist mit verschiedenen gesundheitlichen Vorteilen für Kind und Mutter verbunden und wird von Fachgesellschaften und Gesundheitsinstitutionen entsprechend unterstützt.
Gleichzeitig ist wichtig: Stillen muss gelernt werden und funktioniert nicht bei jeder Mutter und jedem Kind von Beginn an problemlos.
Schwierigkeiten beim Stillen sind kein persönliches Versagen. Frühzeitige qualifizierte Unterstützung durch Hebammen oder Stillfachkräfte kann bei vielen Problemen helfen.
Vorbereitung auf das Stillen beginnt bereits in der Schwangerschaft
Die aktuellen deutschen Handlungsempfehlungen empfehlen, werdende Eltern bereits während der Schwangerschaft über Stillen und praktische Aspekte des Stillstarts zu informieren.
Dabei können beispielsweise folgende Fragen geklärt werden:
- Wie entsteht Muttermilch?
- Wie erkennt man, ob ein Baby ausreichend trinkt?
- Wie wird ein Baby korrekt angelegt?
- Was hilft bei Schmerzen?
- Wann sollte professionelle Stillberatung gesucht werden?
Stillen nach Bedarf
Gesunde Neugeborene und Säuglinge werden in der Regel nach ihrem Bedarf gestillt. Das bedeutet, dass nicht ausschließlich nach einem festen Uhrzeitplan gestillt werden muss.
Häufigkeit und Dauer können insbesondere in den ersten Wochen deutlich schwanken.
In besonderen Situationen – beispielsweise bei ausgeprägter Schläfrigkeit, Trinkschwäche oder unzureichender Gewichtszunahme – können abweichende Empfehlungen notwendig sein.
Dann sollte die weitere Vorgehensweise mit Hebamme oder Kinderarztpraxis besprochen werden.
Wie erkennt man, ob ein Baby genug Milch bekommt?
Eltern können oft nicht sehen, welche genaue Menge ein gestilltes Baby trinkt. Deshalb beurteilt man nicht nur einzelne Stillmahlzeiten.
Wichtige Hinweise sind unter anderem:
- Gewichtsentwicklung,
- regelmäßige nasse Windeln,
- Wachheit und Allgemeinzustand,
- wirksames Saugen und Schlucken,
- kinderärztliche beziehungsweise hebammengeleitete Verlaufskontrollen.
Bei Trinkschwäche oder ausbleibender Gewichtszunahme sollte frühzeitig professionelle Hilfe gesucht werden.
Schmerzen beim Stillen
Gerade zu Beginn können Brustwarzen empfindlich sein. Starke oder anhaltende Schmerzen sollten jedoch nicht einfach als normal hingenommen werden.
Mögliche Ursachen sind beispielsweise:
- ungünstige Anlegeposition,
- unzureichendes Erfassen der Brust durch das Baby,
- wunde Brustwarzen,
- Milchstau,
- Entzündung der Brust.
Eine frühzeitige Überprüfung der Stilltechnik durch eine qualifizierte Fachperson kann häufig helfen.
Milchstau und Brustentzündung
Bei einem Milchstau können sich einzelne Bereiche der Brust hart, druckempfindlich und schmerzhaft anfühlen.
Kommen stärkere Schmerzen, ausgeprägte Rötung, Fieber oder ein deutliches Krankheitsgefühl hinzu, kann eine Mastitis vorliegen.
Bei entsprechenden Beschwerden sollte zeitnah medizinischer beziehungsweise hebammengeleiteter Rat eingeholt werden.
Wenn Stillen nicht oder nicht vollständig möglich ist
Nicht jede Mutter kann oder möchte vollständig stillen. Familien sollten in dieser Situation professionell und ohne Druck beraten werden.
Wenn ein Säugling nicht mit Muttermilch ernährt wird, sollte eine für Säuglinge zugelassene und nach den gesetzlichen Anforderungen hergestellte Säuglingsanfangsnahrung verwendet werden.
Selbst hergestellte Säuglingsmilch oder private Muttermilchangebote aus Internetbörsen sind keine gleichwertige sichere Alternative.
Keine Schuldgefühle bei Problemen mit dem Stillen
Stillförderung bedeutet nicht, Eltern unter Druck zu setzen. Entscheidend ist eine Ernährung, mit der das Kind zuverlässig und sicher versorgt wird und die für die individuelle Situation der Familie geeignet ist.
Beratung sollte deshalb unterstützen, informieren und gemeinsam mit den Eltern eine praktikable Lösung finden.
Medikamente in der Stillzeit
Viele Erkrankungen können auch während der Stillzeit behandelt werden. Stillen muss deshalb bei einer notwendigen medikamentösen Therapie nicht automatisch beendet werden.
Gleichzeitig können einzelne Wirkstoffe in die Muttermilch übergehen und für Säuglinge ungeeignet sein.
Deshalb sollte bei jedem Arzneimittel individuell geprüft werden:
- welcher Wirkstoff eingesetzt wird,
- wie hoch die Dosis ist,
- wie lange das Medikament benötigt wird,
- wie alt und gesund das Kind ist,
- ob eine besser untersuchte Alternative verfügbar ist.
Notwendige Medikamente nicht selbst absetzen
Eine regelmäßig notwendige Therapie sollte weder in der Schwangerschaft noch in der Stillzeit eigenständig beendet werden.
Ein unkontrolliertes Absetzen kann für die Mutter und indirekt auch für das Kind größere Risiken verursachen als eine sorgfältig ausgewählte Behandlung.
In der Kapellen-Apotheke in Mömbris prüfen wir bei Fragen zu Arzneimitteln die jeweiligen Wirkstoffe und empfehlen bei Unsicherheit eine zusätzliche ärztliche Abklärung.
Auch pflanzliche Präparate sorgfältig prüfen
„Pflanzlich“ oder „natürlich“ bedeutet während Schwangerschaft und Stillzeit nicht automatisch sicher.
Für manche pflanzlichen Wirkstoffe liegen nur wenige Daten zur Anwendung bei Schwangeren oder Stillenden vor.
Deshalb sollten auch:
- pflanzliche Arzneimittel,
- ätherische Öle,
- Nahrungsergänzungsmittel,
- hoch dosierte Vitamin- oder Mineralstoffpräparate
vor der Anwendung fachlich geprüft werden.
Embryotox als unabhängige Informationsquelle
Für die Beurteilung von Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit gehört Embryotox zu den wichtigen unabhängigen medizinischen Informationsangeboten in Deutschland.
Die Datenbank des Pharmakovigilanz- und Beratungszentrums für Embryonaltoxikologie der Charité stellt wissenschaftlich bewertete Informationen zu zahlreichen Arzneimitteln bereit.
Schmerzmittel während der Stillzeit
Auch bei Schmerzen nach der Geburt sollte nicht einfach irgendein vorhandenes Schmerzmittel eingenommen werden.
Einige Wirkstoffe sind während der Stillzeit gut untersucht und können bei korrekter Anwendung geeignet sein, während andere weniger geeignet sind.
Die Auswahl sollte sich nach Art und Stärke der Beschwerden sowie nach individuellen Erkrankungen und weiteren Medikamenten richten.
Jod während der Stillzeit
Während der Stillzeit ist eine ausreichende Jodversorgung wichtig, da der Jodgehalt der Muttermilch unter anderem von der Versorgung der Mutter abhängt.
Das Netzwerk Gesund ins Leben empfiehlt zusätzlich zur Verwendung von jodiertem Speisesalz in der Stillzeit in der Regel eine Supplementierung von 100 Mikrogramm Jod pro Tag.
Bei Schilddrüsenerkrankungen sollte die Einnahme jedoch individuell ärztlich abgestimmt werden.
Alkohol während der Stillzeit
Alkohol geht in die Muttermilch über. Die sicherste Empfehlung für die Stillzeit ist deshalb, auf Alkohol zu verzichten.
Alkohol sollte insbesondere nicht als Mittel eingesetzt werden, um angeblich die Milchbildung anzuregen.
Rauchen und Stillzeit
Tabakrauch enthält zahlreiche gesundheitsschädliche Stoffe. Rauchen kann sowohl die Mutter als auch das Kind belasten.
Besonders wichtig ist, Säuglinge nicht Passivrauch auszusetzen.
Ein Rauchstopp ist die beste Option. Wenn dies nicht unmittelbar gelingt, kann professionelle Unterstützung sinnvoll sein.
Informationen finden Sie auch in unserer Kategorie Raucherentwöhnung.
Ernährung in der Stillzeit
Stillende benötigen normalerweise keine spezielle „Stilldiät“. Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung ist grundsätzlich geeignet.
Lebensmittel sollten nicht pauschal gemieden werden, nur weil sie angeblich Blähungen oder Allergien beim Kind verursachen könnten.
Einschränkungen sind nur dann sinnvoll, wenn ein konkreter medizinischer Grund besteht.
Ausreichend trinken
Stillende sollten entsprechend ihrem Durst regelmäßig trinken. Extrem große Trinkmengen führen jedoch nicht automatisch zu mehr Muttermilch.
Wasser und andere geeignete alkoholfreie Getränke sind eine gute Grundlage.
Bewegung nach der Geburt
Wann körperliche Aktivität wieder aufgenommen werden kann, hängt vom Geburtsverlauf, möglichen Verletzungen und dem individuellen Befinden ab.
Leichte Alltagsbewegung ist häufig früh wieder möglich. Stärkere sportliche Belastung sollte dagegen schrittweise gesteigert werden.
Nach Kaiserschnitt oder größeren Geburtsverletzungen kann mehr Zeit zur Heilung erforderlich sein.
Beckenboden und Rückbildung
Schwangerschaft und Geburt beanspruchen Beckenboden und Bauchmuskulatur. Rückbildungsübungen können helfen, die Muskulatur nach der Geburt wieder gezielt aufzubauen.
Besonders bei Beschwerden wie Schmerzen, Druckgefühl oder Harninkontinenz kann eine professionelle physiotherapeutische beziehungsweise gynäkologische Beurteilung sinnvoll sein.
Babyblues oder Wochenbettdepression?
Stimmungsschwankungen, Weinen und emotionale Empfindlichkeit treten in den ersten Tagen nach einer Geburt relativ häufig auf. Man spricht dabei oft vom Babyblues.
Hält eine deutlich depressive Stimmung jedoch länger an oder kommen Hoffnungslosigkeit, starke Ängste, Rückzug oder andere ausgeprägte Beschwerden hinzu, kann eine postpartale Depression vorliegen.
Besonders aufmerksam sollte man werden, wenn depressive Beschwerden länger als etwa zwei Wochen bestehen.
Eine Wochenbettdepression ist behandelbar und sollte nicht aus Scham verschwiegen werden.
Weitere Informationen finden Sie auch unter Psychische Erkrankungen .
Wann braucht die Mutter nach der Geburt rasch medizinische Hilfe?
Beschwerden nach einer Geburt sollten nicht automatisch als normale Folgen des Wochenbetts betrachtet werden.
Eine zeitnahe medizinische Abklärung ist insbesondere erforderlich bei:
- starker oder plötzlich zunehmender Blutung,
- Fieber und deutlichem Krankheitsgefühl,
- zunehmenden Schmerzen,
- auffälliger Rötung oder Sekretion einer Operations- oder Geburtswunde,
- starken Kopfschmerzen oder Sehstörungen,
- einseitig geschwollenem oder schmerzhaftem Bein,
- anhaltender schwerer psychischer Belastung.
Bei schwerer Atemnot, Brustschmerzen, Bewusstlosigkeit, sehr starker Blutung oder einer anderen akut lebensbedrohlichen Situation gilt der Notruf 112.
Wann braucht ein Neugeborenes rasch medizinische Hilfe?
Neugeborene können ihren Gesundheitszustand innerhalb kurzer Zeit verändern. Deshalb sollte die Schwelle zur kinderärztlichen Abklärung niedrig sein.
Dringend medizinisch beurteilt werden sollten unter anderem:
- Atemprobleme,
- bläuliche Haut oder Lippen,
- deutliche Trinkschwäche,
- ungewöhnliche Teilnahmslosigkeit oder schlechte Weckbarkeit,
- Krampfanfälle,
- auffällige Temperaturveränderungen,
- deutlich verminderte Ausscheidung,
- rasche Verschlechterung des Allgemeinzustandes.
Bei schweren Krankheitszeichen ist sofort medizinische Hilfe erforderlich.
Gesundheit von Mutter und Kind gemeinsam betrachten
Für uns gehört die Gesundheit der Mutter untrennbar zur Gesundheit des Kindes. Eine erschöpfte, erkrankte oder psychisch stark belastete Mutter benötigt ebenso professionelle Unterstützung wie ein Kind mit gesundheitlichen Problemen.
Verantwortungsvolle Beratung bedeutet deshalb nicht, jede Beschwerde selbst behandeln zu wollen.
Sie bedeutet vielmehr:
- Arzneimittel sorgfältig auf ihre Eignung zu prüfen,
- Dosierungen und Anwendung korrekt zu erklären,
- bei Schwangerschaft und Stillzeit besonders vorsichtig zu beraten,
- keine unbewiesenen Therapien zu empfehlen,
- Grenzen der Selbstmedikation klar zu erkennen,
- bei Warnzeichen konsequent an Hebamme, Arztpraxis oder Klinik zu verweisen.
Keine Experimente in Schwangerschaft und Stillzeit
Internetforen und soziale Netzwerke enthalten zahlreiche Empfehlungen zu Stillproblemen, Milchbildung, Medikamenten, Ernährung und Beschwerden nach der Geburt.
Nicht alle davon sind medizinisch geprüft. Gerade bei Mutter und Neugeborenem sollten Entscheidungen deshalb nicht auf Einzelberichten, Werbeversprechen oder vermeintlich „natürlichen“ Behandlungsmethoden beruhen.
Die Kapellen-Apotheke orientiert sich bei diesen Themen an anerkannten medizinischen Leitlinien und offiziellen deutschen Gesundheitsinformationen.
Kapellen-Apotheke: Beratung während der Stillzeit
In der Kapellen-Apotheke in Mömbris beraten wir Sie gerne zu Fragen rund um Arzneimittel und Gesundheit in der Stillzeit.
Dazu gehören beispielsweise:
- Verträglichkeit von Medikamenten während des Stillens,
- Schmerz- und Fiebermittel,
- Erkältungs- und Allergiemittel,
- Wund- und Hautpflege,
- Vitamine und Mineralstoffe,
- Jodversorgung,
- mögliche Wechselwirkungen mehrerer Arzneimittel.
Bei Fragen zu einem Produkt oder dessen Verfügbarkeit können Sie uns auch über unsere Kontaktseite erreichen.
Häufige Fragen zu Geburt und Stillzeit
Wann sollte man bei Wehen in die Klinik fahren?
Bei einem Blasensprung oder regelmäßig wiederkehrenden Geburtswehen sollte die zuvor mit Hebamme beziehungsweise Klinik vereinbarte Vorgehensweise befolgt werden. Bei Unsicherheit kann die Geburtsklinik direkt kontaktiert werden.
Wie lange dauert das Wochenbett?
Als Wochenbett gelten ungefähr die ersten sechs bis acht Wochen nach der Geburt. In dieser Zeit finden wichtige körperliche Rückbildungs- und Heilungsprozesse statt.
Soll ein Baby nach einem festen Zeitplan gestillt werden?
Gesunde Säuglinge werden grundsätzlich nach ihrem individuellen Bedarf gestillt. Bei Trinkschwäche, starker Schläfrigkeit oder unzureichender Gewichtsentwicklung können jedoch besondere Empfehlungen notwendig sein.
Muss eine Mutter bei der Einnahme von Medikamenten abstillen?
Nein, nicht automatisch. Für viele Erkrankungen stehen Medikamente zur Verfügung, die auch während der Stillzeit eingesetzt werden können. Der jeweilige Wirkstoff sollte jedoch individuell geprüft werden.
Sind pflanzliche Medikamente in der Stillzeit immer sicher?
Nein. Für manche pflanzlichen Stoffe gibt es nur wenige Daten zur Anwendung während der Stillzeit. Auch pflanzliche Präparate sollten deshalb fachlich geprüft werden.
Was tun bei Schmerzen beim Stillen?
Starke oder länger anhaltende Schmerzen sind kein Zustand, den eine Mutter einfach aushalten muss. Häufig sollte zunächst die Anlege- und Stilltechnik durch eine Hebamme oder Stillfachkraft überprüft werden.
Was ist der Unterschied zwischen Babyblues und Wochenbettdepression?
Ein Babyblues tritt häufig in den ersten Tagen nach der Geburt auf und klingt normalerweise wieder ab. Halten depressive Beschwerden länger als etwa zwei Wochen an oder sind sie besonders ausgeprägt, sollte professionelle Hilfe gesucht werden.
Was kann die Apotheke während der Stillzeit prüfen?
Wir können bei Arzneimitteln unter anderem Wirkstoff, Dosierung, Einnahmedauer und mögliche Wechselwirkungen berücksichtigen und prüfen, ob für die Stillzeit eine besser untersuchte Alternative verfügbar ist.
Verlässliche Informationen und medizinische Quellen
Für Informationen rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit verwenden wir bevorzugt aktuelle medizinische Leitlinien sowie offizielle und wissenschaftlich fundierte Gesundheitsangebote.
- gesund.bund.de – Schwangerschaft und Geburt
- gesund.bund.de – Die Geburt
- gesund.bund.de – Wochenbett
- Netzwerk Gesund ins Leben – Handlungsempfehlungen für Schwangerschaft
- Netzwerk Gesund ins Leben – Handlungsempfehlungen zur Stillzeit
- Embryotox – Arzneimittelsicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit
Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle Betreuung durch Hebamme, Frauenärztin oder Frauenarzt sowie Kinder- und Jugendärztin oder Kinder- und Jugendarzt. Bei Beschwerden in Schwangerschaft, Wochenbett oder bei einem Neugeborenen sollte im Zweifel frühzeitig medizinischer Rat eingeholt werden.
