RSV im Winter: Risiken für ältere Menschen und chronisch Kranke

RSV ist nicht nur ein Thema für kleine Kinder. Das Respiratorische Synzytial-Virus kann auch bei älteren Erwachsenen schwere Atemwegserkrankungen verursachen. Für Menschen ab 75 Jahren sowie für bestimmte 60- bis 74-Jährige mit Vorerkrankungen empfiehlt die STIKO deshalb eine einmalige RSV-Impfung.

RSV spielt im September noch kaum eine Rolle

Anfang September 2026 ist die RSV-Aktivität in Deutschland weiterhin niedrig. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wurden in den Kalenderwochen 32 bis 35 bei den erfassten schweren stationären Atemwegsinfektionen keine RSV-Diagnosen registriert.

Das ist zu dieser Jahreszeit nicht ungewöhnlich. Die eigentliche RSV-Saison liegt noch vor uns. Gerade deshalb ist jetzt ein sinnvoller Zeitpunkt, bei älteren Menschen die persönliche Risikosituation und einen möglichen Impfschutz zu prüfen.

Wie zeigt sich RSV bei Erwachsenen?

Eine RSV-Infektion kann bei Erwachsenen zunächst wie eine gewöhnliche Erkältung aussehen. Allein anhand der Beschwerden lässt sie sich kaum sicher von Influenza, COVID-19 oder anderen Atemwegsinfektionen unterscheiden.

Typische Beschwerden

  • Husten
  • Schnupfen oder verstopfte Nase
  • Halsschmerzen
  • Fieber oder erhöhte Temperatur
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • bei stärkerem Verlauf zunehmende Atembeschwerden

Weitere Informationen finden Sie in unserem Bereich Erkrankungen der Atemwege.

Warum ältere Menschen stärker gefährdet sein können

Mit zunehmendem Alter verändert sich die Immunabwehr. Gleichzeitig bestehen häufiger chronische Erkrankungen von Herz, Lunge, Nieren oder anderen Organsystemen.

Bei einem gesunden jüngeren Erwachsenen kann RSV deshalb mild verlaufen, während dieselbe Infektion bei einem älteren Patienten eine bestehende Herz- oder Lungenerkrankung deutlich verschlechtern kann.

Besonders relevante Risikogruppen

Gruppe Warum das Risiko erhöht sein kann
Personen ab 75 Jahren Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko schwerer RSV-Verläufe.
Menschen mit schweren Lungenerkrankungen Eine Infektion kann die Atemfunktion zusätzlich belasten.
Menschen mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen Fieber und Entzündungsreaktionen können den Kreislauf stärker beanspruchen.
Menschen mit schwerer Nierenerkrankung oder Immunschwäche Die Abwehr einer Infektion kann eingeschränkt sein.
Bewohner von Pflegeeinrichtungen Erhöhtes individuelles Risiko trifft auf enge Kontakte.

Mehr zu gesundheitlichen Besonderheiten im höheren Lebensalter finden Sie unter Gesundheit im höheren Lebensalter.

Was empfiehlt die STIKO zur RSV-Impfung?

Für alle Menschen ab 75 Jahren empfiehlt die STIKO eine einmalige RSV-Impfung als Standardimpfung. Für Personen zwischen 60 und 74 Jahren gilt eine Indikationsimpfung, wenn eine relevant beeinträchtigende Grunderkrankung besteht oder die Person in einer Pflegeeinrichtung lebt.

Wann sollte geimpft werden?

Die STIKO empfiehlt, die Impfung möglichst vor Beginn der RSV-Saison durchzuführen. Als geeigneter Zeitraum gilt insbesondere September bis Anfang Oktober.

Die RSV-Impfung wird derzeit einmalig empfohlen. Eine routinemäßige jährliche Auffrischung ist aktuell nicht vorgesehen.

Was hilft bei leichten Beschwerden?

Bei unkomplizierten Atemwegsbeschwerden können je nach Symptom Ruhe, ausreichendes Trinken und geeignete symptomatische Arzneimittel infrage kommen.

Eine Auswahl an Mitteln bei Atemwegsbeschwerden finden Sie in unserem Sortiment. Bei älteren Menschen sollte dabei berücksichtigt werden, welche anderen Medikamente bereits eingenommen werden.

Wann sollte man ärztlichen Rat suchen?

Bei älteren Menschen ist nicht nur Fieber wichtig. Oft zeigt sich eine Verschlechterung zuerst durch deutlich weniger Belastbarkeit, stärkere Atemnot oder einen ungewöhnlich schlechten Allgemeinzustand.

Warnzeichen

  • zunehmende Atemnot
  • ungewöhnlich schnelle oder angestrengte Atmung
  • starke Schwäche oder Verwirrtheit
  • Probleme, ausreichend zu trinken
  • deutliche Verschlechterung einer bestehenden Herz- oder Lungenerkrankung
  • Beschwerden, die nach kurzer Besserung wieder stärker werden
Wichtig: Starke Atemnot, Bewusstseinsstörungen, bläuliche Lippen oder eine rasche schwere Verschlechterung können ein medizinischer Notfall sein.

Worauf Angehörige achten können

Bei älteren Menschen kann eine Verschlechterung unauffälliger beginnen. Statt über Atemnot zu klagen, wird der Weg ins Badezimmer plötzlich sehr anstrengend, der Appetit nimmt ab oder die Person wirkt ungewöhnlich schläfrig oder verwirrt.

Solche Veränderungen sollten gerade zusammen mit Husten oder anderen Atemwegsbeschwerden ernst genommen werden.

Was bedeutet das für den Winter 2026/27?

Aktuell ist RSV in Deutschland noch kaum aktiv. Das sagt jedoch wenig darüber aus, wie stark die kommende Wintersaison ausfallen wird.

Für ältere Menschen ist deshalb jetzt vor allem die Vorsorgefrage relevant: Gehört man zur Standardempfehlung ab 75 Jahren? Besteht zwischen 60 und 74 Jahren eine relevante Grunderkrankung? Wurde bereits gegen RSV geimpft?

Quellen

Robert Koch-Institut / STIKO – Empfehlung zur RSV-Impfung
Aktuelle wissenschaftliche Begründung zur RSV-Impfung älterer Menschen und zu den empfohlenen Risikogruppen.

Robert Koch-Institut – Arbeitsgemeinschaft Influenza
Aktuelle Surveillance-Daten zu RSV und anderen akuten Atemwegserkrankungen in Deutschland.

Die Informationen dienen der allgemeinen gesundheitlichen Aufklärung und ersetzen keine individuelle medizinische oder Impfberatung. Personen mit Vorerkrankungen oder erhöhtem Risiko sollten Fragen zu RSV, Impfungen und akuten Beschwerden ärztlich klären lassen.