Ivermectin bei Krätze und bestimmten Parasiteninfektionen
Ivermectin ist ein verschreibungspflichtiges Antiparasitikum. Der Wirkstoff wird bei bestimmten Parasiteninfektionen eingesetzt, darunter Skabies (Krätze), gastrointestinale Strongyloidiasis und bestimmte Mikrofilarämien. Ivermectin sollte nur angewendet werden, wenn eine entsprechende Infektion ärztlich festgestellt oder begründet vermutet wurde.
Für die orale Behandlung sind in Deutschland Tabletten mit 3 mg Ivermectin gebräuchlich. Die tatsächlich benötigte Gesamtmenge richtet sich jedoch nach Körpergewicht und Anwendungsgebiet. Ivermectin Tabletten bei Krätze werden deshalb nicht für alle Patientinnen und Patienten in derselben Stückzahl verordnet.
Zugelassene Anwendungsgebiete
- Skabies (Krätze) durch Hautmilben
- Gastrointestinale Strongyloidiasis
- Mikrofilarämie bei lymphatischer Filariose durch Wuchereria bancrofti
Krätze nur nach ärztlicher Diagnose oder begründetem Verdacht behandeln
Ivermectin gegen Krätze ist für die orale Therapie zugelassen, soll aber nicht vorbeugend eingenommen werden. Bei Skabies wird Ivermectin eingesetzt, wenn der Arzt die Erkrankung festgestellt hat oder einen begründeten Verdacht darauf sieht.
Besteht nach der Behandlung weiterhin Juckreiz, bedeutet dies nicht automatisch, dass die Therapie fehlgeschlagen ist. Bei Krätze kann die Beurteilung des Behandlungserfolgs mehrere Wochen dauern.
Ivermectin: Packungsgrößen und orientierende Preise
Die Preise unterscheiden sich deutlich nach Hersteller, Packungsgröße, Verordnung, möglicher Zuzahlung und Verfügbarkeit.
| Packungsbereich | Wirkstärke | Orientierender Preisbereich |
|---|---|---|
| 4–8 Tabletten | 3 mg | ca. 20–70 € |
| 10–12 Tabletten | 3 mg | ca. 60–90 € |
| 14–20 Tabletten | 3 mg | ca. 85–145 € |
Die Angaben sind unverbindliche Orientierungswerte für den deutschen Apothekenmarkt. Der tatsächliche Preis, die Zuzahlung und die abgegebene Packung hängen vom konkret verordneten Präparat, Hersteller, Versicherungsstatus und der aktuellen Verfügbarkeit ab.
Warum Packungsgröße und benötigte Tablettenanzahl variieren
Bei Ivermectin 3 mg ergibt sich die Zahl der benötigten Tabletten aus der ärztlich berechneten Dosis. Für eine körpergewichtsabhängige Einzeldosis können daher unterschiedliche Packungsgrößen erforderlich sein.
Ivermectin Dosierung nach Körpergewicht und Erkrankung
Die Ivermectin Dosierung wird abhängig von Erkrankung und Körpergewicht festgelegt. Bei Skabies nennt die aktuelle Gebrauchsinformation eine Einzeldosis von 200 Mikrogramm Ivermectin pro Kilogramm Körpergewicht.
Ivermectin bei Skabies
Bei Krätze wird eine körpergewichtsabhängige Einzeldosis eingesetzt. Bei 3-mg-Tabletten entspricht dies beispielsweise bei 15 bis 24 kg einer Tablette, bei 25 bis 35 kg zwei Tabletten, bei 36 bis 50 kg drei Tabletten, bei 51 bis 65 kg vier Tabletten, bei 66 bis 79 kg fünf Tabletten und ab 80 kg sechs Tabletten.
Kann eine zweite Dosis notwendig sein?
Laut aktueller Gebrauchsinformation kann der Arzt bei Skabies innerhalb von 8 bis 15 Tagen eine zweite Einzeldosis verordnen. Ob dies erforderlich ist, entscheidet der behandelnde Arzt anhand des Verlaufs.
Strongyloidiasis
Auch bei gastrointestinaler Strongyloidiasis wird eine Einzeldosis verwendet. Bei den gebräuchlichen 3-mg-Tabletten richtet sich die Tablettenanzahl ebenfalls nach dem Körpergewicht.
Wie wird Ivermectin eingenommen?
Wie wird Ivermectin bei Krätze dosiert ist nur ein Teil der korrekten Anwendung. Die verordnete Tablettenanzahl wird gleichzeitig mit Wasser auf nüchternen Magen eingenommen.
- Alle für die Einzeldosis verordneten Tabletten gleichzeitig einnehmen.
- Mit Wasser schlucken.
- 2 Stunden vor der Einnahme nichts essen.
- 2 Stunden nach der Einnahme ebenfalls keine Nahrung aufnehmen.
- Bei Kindern unter 6 Jahren können die Tabletten vor dem Schlucken zerkleinert werden.
Gegenanzeigen und wichtige Vorsichtsmaßnahmen vor der Einnahme
Loa loa und Aufenthalt in Afrika
Vor der Einnahme sollte der Arzt informiert werden, wenn ein Aufenthalt oder längerer Wohnsitz in Regionen Afrikas mit Vorkommen von Loa loa bestand. Bei einer entsprechenden Koinfektion können schwere neurologische Nebenwirkungen auftreten.
Geschwächtes Immunsystem
Personen mit geschwächtem Immunsystem sollten die Einnahme vorab mit ihrem Arzt besprechen. Bei bestimmten Parasiteninfektionen kann dies die weitere Behandlung und Kontrolle beeinflussen.
Schwangerschaft und Stillzeit
Während der Schwangerschaft soll Ivermectin nur eingenommen werden, wenn dies eindeutig erforderlich ist. Ivermectin geht in die Muttermilch über; auch in der Stillzeit muss die Anwendung deshalb ärztlich entschieden werden.
Mögliche Nebenwirkungen
- Allergische Reaktionen mit Hautausschlag, Juckreiz, Fieber oder Atemproblemen
- Schwere Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom oder toxische epidermale Nekrolyse
- Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Verstopfung oder Durchfall
- Schwindel, Schläfrigkeit, Zittern, Schwäche oder Müdigkeit
- Veränderungen bestimmter Leber- und Blutwerte
Überdosierung
Eine höhere als die verordnete Dosis kann schwerwiegende Folgen haben. Nach Überdosierungen wurden unter anderem Bewusstseinsstörungen und Koma beschrieben. Bei einer versehentlichen Überdosierung muss umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Ivermectin Tabletten sind kein frei verfügbares Mittel zur Selbstbehandlung. Indikation, Dosis und eine mögliche Wiederholungsbehandlung müssen ärztlich festgelegt werden.
Wirkstoff, Anwendung und Rezeptpflicht im Überblick
| Produkt | Ivermectin |
|---|---|
| Wirkstoff | Ivermectin |
| Gebräuchliche orale Stärke | 3 mg pro Tablette |
| Darreichungsform | Tabletten |
| Arzneimittelgruppe | Antiparasitikum / Anthelminthikum |
| Zugelassene Anwendungen | Skabies, gastrointestinale Strongyloidiasis und bestimmte Mikrofilarämien |
| Dosierungsprinzip | Körpergewichts- und indikationsabhängige Einzeldosis |
| Skabies | 200 µg/kg Körpergewicht als Einzeldosis; eine weitere Einzeldosis kann ärztlich innerhalb von 8 bis 15 Tagen verordnet werden |
| Körpergewicht | Sicherheit bei weniger als 15 kg nicht ausreichend belegt |
| Einnahme | Mit Wasser auf nüchternen Magen; 2 Stunden vor und nach der Einnahme keine Nahrung |
| Aufbewahrung | Angaben der tatsächlich abgegebenen Packung beachten; Präparate häufig in der Originalverpackung vor Licht geschützt aufbewahren |
| Abgabestatus | Verschreibungspflichtig |
| Rezept | Für die Abgabe ist ein gültiges ärztliches Rezept beziehungsweise E-Rezept erforderlich |
Häufige Fragen zu Ivermectin
Ist Ivermectin in Deutschland rezeptpflichtig?
Ja. Orales Ivermectin ist verschreibungspflichtig. Für die Abgabe wird ein gültiges ärztliches Rezept oder E-Rezept benötigt.
Wird Ivermectin gegen Krätze eingesetzt?
Ja. Skabies gehört zu den zugelassenen Anwendungsgebieten. Die Behandlung soll nur nach ärztlicher Diagnose oder bei begründetem ärztlichem Verdacht erfolgen.
Welche Dosierung haben Ivermectin-Tabletten?
In Deutschland sind oral insbesondere 3-mg-Tabletten gebräuchlich. Die benötigte Gesamtmenge wird nach Körpergewicht und Erkrankung berechnet.
Kann bei Krätze eine zweite Einnahme erforderlich sein?
Ja. Der Arzt kann innerhalb von 8 bis 15 Tagen eine zweite Einzeldosis verordnen. Ob diese erforderlich ist, hängt vom individuellen Verlauf ab.
Wie schnell verschwindet der Juckreiz nach der Behandlung?
Juckreiz kann nach der Behandlung noch eine Zeit lang fortbestehen. Der Behandlungserfolg lässt sich bei Skabies nicht immer unmittelbar nach der Einnahme beurteilen.
Diese Informationen erläutern Ivermectin bei zugelassenen Parasiteninfektionen und ersetzen keine persönliche ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Ivermectin ist in Deutschland verschreibungspflichtig; für die Abgabe ist ein gültiges Rezept oder E-Rezept erforderlich. Maßgeblich sind die ärztliche Verordnung sowie die aktuelle Fach- und Gebrauchsinformation des tatsächlich abgegebenen Präparats.

