Glucophage 500 mg (Metformin) bei Typ-2-Diabetes
Glucophage 500 mg ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel mit dem Wirkstoff Metforminhydrochlorid. Es wird zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2 eingesetzt, insbesondere wenn Ernährung und körperliche Bewegung allein nicht ausreichen, um den Blutzucker ausreichend zu kontrollieren.
Eine Filmtablette Glucophage 500 mg enthält 500 mg Metforminhydrochlorid, entsprechend 390 mg Metformin.
Metformin gehört zur Gruppe der Biguanide und ist seit vielen Jahren ein zentraler Bestandteil der medikamentösen Behandlung des Typ-2-Diabetes. Es kann allein oder in Kombination mit anderen blutzuckersenkenden Arzneimitteln beziehungsweise Insulin eingesetzt werden.
Glucophage 500 mg auf einen Blick
- Zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2
- Kann allein oder als Bestandteil einer Kombinationstherapie eingesetzt werden
- Einnahme während oder nach einer Mahlzeit
- Dosis wird individuell anhand von Blutzucker und Nierenfunktion angepasst
- Metformin allein verursacht normalerweise keine Hypoglykämie
- Regelmäßige Kontrolle der Nierenfunktion ist wichtig
- Bei längerer Behandlung kann der Vitamin-B12-Spiegel sinken
Wofür wird Glucophage 500 mg eingesetzt?
Glucophage wird zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2 eingesetzt, insbesondere bei Patienten, bei denen Diät und körperliche Bewegung allein keine ausreichende Blutzuckerkontrolle ermöglichen.
Bei Erwachsenen kann Metformin als Monotherapie oder zusammen mit anderen oralen Antidiabetika beziehungsweise Insulin angewendet werden.
Glucophage kann außerdem bei Kindern ab 10 Jahren und Jugendlichen eingesetzt werden. In dieser Altersgruppe erfolgt die Behandlung allein mit Metformin oder in Kombination mit Insulin.
Wie wirkt Metformin?
Metformin senkt erhöhte Blutzuckerwerte über mehrere Mechanismen. Ein wichtiger Effekt besteht darin, dass die Glukoseproduktion der Leber vermindert wird.
Zusätzlich verbessert Metformin die Empfindlichkeit verschiedener Gewebe gegenüber Insulin und unterstützt dadurch die Aufnahme und Verwertung von Glukose.
Im Darm beeinflusst Metformin außerdem die Glukoseaufnahme und weitere Stoffwechselprozesse.
Da Metformin die Insulinfreisetzung nicht unabhängig vom aktuellen Blutzuckerspiegel stimuliert, führt es bei alleiniger Anwendung normalerweise nicht zu einer Unterzuckerung.
Glucophage 500 mg – Einnahme und Dosierung
Wie wird die Behandlung bei Erwachsenen begonnen?
Bei Erwachsenen mit normaler Nierenfunktion besteht die Anfangsdosis üblicherweise aus 500 mg oder 850 mg Metforminhydrochlorid zwei- bis dreimal täglich.
Die Tabletten werden während oder nach einer Mahlzeit eingenommen.
Nach etwa 10 bis 15 Tagen wird die Dosierung anhand der gemessenen Blutzuckerwerte überprüft und bei Bedarf angepasst.
Was ist die maximale Tagesdosis?
Bei Erwachsenen mit normaler Nierenfunktion beträgt die maximale empfohlene Tagesdosis 3.000 mg Metforminhydrochlorid, verteilt auf drei Einnahmen.
Die für einen einzelnen Patienten geeignete Dosis kann jedoch deutlich niedriger sein. Besonders bei eingeschränkter Nierenfunktion gelten niedrigere Maximaldosierungen.
Packungsgrößen & Preise
| Packung | Dosierung | Unverbindlicher Marktpreis* |
|---|---|---|
| 30 Tabletten | 500 mg | ca. 9–12 € |
| 120 Tabletten | 500 mg | ca. 18–24 € |
| 180 Tabletten | 500 mg | ca. 25–33 € |
*Preise dienen lediglich zur Orientierung.
Warum sollte Glucophage zu einer Mahlzeit eingenommen werden?
Metformin verursacht besonders zu Beginn der Behandlung relativ häufig Magen-Darm-Beschwerden.
Die Einnahme während oder unmittelbar nach einer Mahlzeit und eine langsame Dosissteigerung können dazu beitragen, Übelkeit, Durchfall und andere Verdauungsbeschwerden zu reduzieren.
Wenn die Tagesdosis auf mehrere Einnahmen verteilt ist, sollten diese entsprechend der ärztlichen Verordnung über den Tag verteilt zu den Mahlzeiten eingenommen werden.
Warum ist die Nierenfunktion bei Metformin wichtig?
Metformin wird überwiegend über die Nieren ausgeschieden. Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann sich der Wirkstoff im Körper anreichern.
Dadurch kann insbesondere das Risiko einer seltenen, aber schwerwiegenden Laktatazidose steigen.
Deshalb sollte die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) vor Beginn einer Metformin-Behandlung und anschließend regelmäßig bestimmt werden.
| GFR | Einordnung laut Fachinformation |
|---|---|
| 60–89 ml/min | Maximal 3.000 mg täglich; Dosisreduktion kann erforderlich sein |
| 45–59 ml/min | Maximal 2.000 mg täglich |
| 30–44 ml/min | Maximal 1.000 mg täglich; zusätzliche Risikofaktoren müssen geprüft werden |
| unter 30 ml/min | Metformin ist kontraindiziert |
Bei älteren Patienten oder bei erhöhtem Risiko einer Verschlechterung der
Nierenfunktion können häufigere Kontrollen erforderlich sein.
Was ist eine Laktatazidose?
Eine Laktatazidose ist eine sehr seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Stoffwechselkomplikation.
Das Risiko steigt insbesondere dann, wenn sich Metformin aufgrund einer stark eingeschränkten Nierenfunktion oder einer akuten Verschlechterung der Nierenfunktion im Körper anreichert.
Weitere Risikofaktoren können unter anderem schwere Infektionen, Flüssigkeitsmangel, Sauerstoffmangel, ausgeprägtes Fasten, Leberfunktionsstörungen und übermäßiger Alkoholkonsum sein.
Was passiert bei Durchfall, Erbrechen oder Flüssigkeitsmangel?
Starker Durchfall, wiederholtes Erbrechen, Fieber oder deutlich verminderte Flüssigkeitsaufnahme können zu einer Dehydration führen und die Nierenfunktion beeinträchtigen.
In solchen Situationen kann eine vorübergehende Unterbrechung der Metformin-Behandlung erforderlich sein.
Glucophage und jodhaltige Kontrastmittel
Bei bestimmten CT-, Röntgen- oder Gefäßuntersuchungen werden jodhaltige Kontrastmittel intravenös beziehungsweise intraarteriell angewendet.
Diese können in bestimmten Situationen die Nierenfunktion beeinträchtigen und dadurch das Risiko einer Metformin-Anreicherung erhöhen.
Metformin muss deshalb entsprechend der Fachinformation vor beziehungsweise zum Zeitpunkt des bildgebenden Verfahrens unterbrochen werden.
Die Behandlung darf frühestens 48 Stunden später wieder begonnen werden, wenn die Nierenfunktion erneut kontrolliert wurde und stabil ist.
Was gilt vor einer Operation?
Bei Operationen unter Allgemein-, Spinal- oder Epiduralanästhesie muss Metformin zum Zeitpunkt des Eingriffs abgesetzt werden.
Die Behandlung darf frühestens 48 Stunden nach dem Eingriff beziehungsweise nach Wiederaufnahme der oralen Ernährung fortgesetzt werden – und erst dann, wenn die Nierenfunktion kontrolliert wurde und stabil ist.
Kann Metformin einen Vitamin-B12-Mangel verursachen?
Ja. Eine Behandlung mit Metformin kann den Vitamin-B12-Spiegel im Blut senken.
Das Risiko steigt unter anderem mit höherer Metformin-Dosis, längerer Behandlungsdauer und bereits bestehenden Risikofaktoren für einen Vitamin-B12-Mangel.
Bei Beschwerden oder Befunden, die zu einem Vitamin-B12-Mangel passen – beispielsweise Anämie oder bestimmte neurologische Beschwerden – sollte der Vitamin-B12-Spiegel überprüft werden.
Welche Nebenwirkungen kann Glucophage haben?
Die häufigsten Nebenwirkungen betreffen den Magen-Darm-Trakt und treten besonders häufig zu Beginn der Behandlung auf.
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfall
- Bauchschmerzen
- Appetitverlust
Eine langsame Dosiserhöhung und die Einnahme während oder nach den Mahlzeiten können die Verträglichkeit verbessern.
Ein erniedrigter Vitamin-B12-Spiegel beziehungsweise Vitamin-B12-Mangel ist ebenfalls als mögliche Nebenwirkung bekannt.
Kann Glucophage eine Unterzuckerung verursachen?
Metformin allein verursacht normalerweise keine Hypoglykämie.
Das Risiko einer Unterzuckerung kann jedoch steigen, wenn Glucophage zusammen mit Insulin oder bestimmten anderen blutzuckersenkenden Arzneimitteln wie Sulfonylharnstoffen oder Gliniden verwendet wird.
Glucophage und Alkohol
Übermäßiger Alkoholkonsum sollte während einer Metformin-Behandlung vermieden werden, weil insbesondere eine akute Alkoholvergiftung das Risiko einer Laktatazidose erhöhen kann.
Das Risiko ist besonders relevant bei zusätzlichem Fasten, Mangelernährung oder einer Leberfunktionsstörung.
Wichtige Wechselwirkungen
Bestimmte Arzneimittel können die Nierenfunktion oder die Ausscheidung von Metformin beeinflussen.
Dazu gehören beispielsweise:
- bestimmte Diuretika,
- NSAR einschließlich bestimmter COX-2-Hemmer,
- ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten,
- bestimmte Arzneimittel, die organische Kationentransporter beeinflussen.
Auch Arzneimittel, die den Blutzuckerspiegel erhöhen können, können eine engmaschigere Blutzuckerkontrolle erforderlich machen.
Glucophage und Rybelsus
Metformin und Semaglutid gehören zu unterschiedlichen Arzneimittelgruppen und besitzen unterschiedliche Wirkmechanismen.
Sie können bei Typ-2-Diabetes im Rahmen eines ärztlich festgelegten Behandlungskonzepts auch gemeinsam eingesetzt werden.
Weitere Informationen zu oralem Semaglutid finden Sie auf unserer Seite Rybelsus (Semaglutid).
Packungsgrößen und Verfügbarkeit
Glucophage 500 mg Filmtabletten sind laut Fachinformation unter anderem in Packungen mit 30 und 120 Tabletten vorgesehen. Nicht jede zugelassene Packungsgröße muss zu jedem Zeitpunkt tatsächlich im Handel verfügbar sein.
Glucophage ist verschreibungspflichtig. Welche Packung abgegeben wird, richtet sich nach ärztlicher Verordnung, Lieferfähigkeit und den geltenden Abgaberegeln.
Preis und mögliche Zuzahlung richten sich nach dem tatsächlich verordneten und abgegebenen Arzneimittel. Die frühere Tabelle mit pauschalen Marktpreisen wurde deshalb bewusst nicht übernommen.
Zusätzliche Informationen
| Produkt | Glucophage 500 mg |
|---|---|
| Wirkstoff | Metforminhydrochlorid |
| Wirkstärke | 500 mg Metforminhydrochlorid entsprechend 390 mg Metformin |
| Arzneimittelgruppe | Biguanid |
| Darreichungsform | Filmtabletten |
| Anwendungsgebiet | Diabetes mellitus Typ 2 |
| Einnahme | Während oder nach den Mahlzeiten |
| Nierenfunktion | Regelmäßige Kontrolle der GFR erforderlich |
| Kontraindikation | Unter anderem bei GFR unter 30 ml/min |
| Abgabestatus | Verschreibungspflichtig |
Maßgeblich sind die ärztliche Verordnung, die aktuelle Fachinformation sowie die Gebrauchsinformation des tatsächlich abgegebenen Arzneimittels.
Häufige Fragen zu Glucophage 500 mg
Ist Glucophage 500 mg eine typische Einstiegsstärke?
500 mg Metforminhydrochlorid werden häufig zu Beginn einer Metformin-Behandlung eingesetzt. Bei Erwachsenen mit normaler Nierenfunktion sieht die Fachinformation als allgemeine Anfangsdosis 500 mg oder 850 mg zwei- bis dreimal täglich vor.
Warum nimmt man Glucophage zum Essen?
Die Einnahme während oder nach einer Mahlzeit kann dazu beitragen, Magen-Darm-Beschwerden zu reduzieren. Zusätzlich verbessert eine langsame Dosissteigerung häufig die Verträglichkeit.
Warum müssen bei Metformin die Nieren kontrolliert werden?
Metformin wird über die Nieren ausgeschieden. Bei deutlich eingeschränkter Nierenfunktion kann es sich im Körper anreichern und das Risiko einer Laktatazidose erhöhen.
Kann Glucophage einen Vitamin-B12-Mangel verursachen?
Ja. Metformin kann den Vitamin-B12-Spiegel senken. Das Risiko steigt unter anderem bei längerer Behandlung und höheren Dosierungen.
Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine persönliche ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Glucophage ist verschreibungspflichtig.




